vergrößernverkleinern
Michael Frontzeck übernahm vor dieser Saison das Traineramt in Mönchengladbach © getty

Gladbach muss gegen Köln im Derby gewinnen. Trainer Frontzeck gerät stark unter Druck. Die Statistik spricht für die "Fohlen".

Von Thorsten Mesch

München - Das Derby zwischen Mönchengladbach und Köln (Samstag, ab 15 Uhr LIVE), elektrisiert die Fans am Rhein.

Früher war das Duell zwischen der Borussia und dem FC fast immer ein Spitzenspiel.

Doch seit mehr als zehn Jahren treffen die beiden Erzrivalen meist im Kampf gegen den Abstieg aufeinander.

So ist es auch diesmal im 109. rheinischen Derby (das 75. in der Bundesliga), in dem die Borussia als Vorletzter den auf Platz 14 stehenden FC empfängt.

Gladbach muss gewinnen

Nach fünf Niederlagen in Folge müssen die Gladbacher dringend die Kurve kriegen.

"Es ist natürlich so, dass jetzt die Punkte kommen müssen", sagt Trainer Michael Frontzeck und verspricht: "Wir werden alles daran setzen, Köln zu schlagen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trotz der brisanten Situation in der Liga und dem Aus im DFB-Pokal bekennt sich Borussia-Sportdirektor Max Eberl zu seinem Coach.

"Wenn wir jetzt acht Partien wie beim 0:3 gegen Freiburg spielen, würde ich sagen: Hey Mike, was können wir denn machen? Aber so, wie wir aktiv sind und Fußball spielen, gibt es da für mich keinen Zentimeter Zweifel", sagte Eberl der "dpa".

An diesem Vertrauen zu Frontzeck ändere auch eine eventuelle Niederlage gegen Köln nichts.

Doch Frontzeck ist Realist genug, um zu wissen, dass sein Arbeitsplatz im Fall einer weiteren Pleite gefährdet ist.

Keine Jobgarantie für Frontzeck

"Da helfen auch keine Jobgarantien. Ich bin so lange im Geschäft, da weiß ich, mit so was umzugehen", sagt der 45-Jährige, der zuletzt am 23. April 1988 ein Heimspiel gegen Köln (0:1) verlor.

"Samstag sind gute Nerven gefordert", weiß Frontzeck, "wir müssen darauf hinarbeiten, dass wir die haben."

Gegen keinen Klub feierten die Borussen so viele Siege wie gegen den Lieblingsgegner vom Rhein. 40 Mal behielten die Gladbacher die Oberhand.

Deshalb kommt nach Ansicht von Thorben Marx mit dem FC "genau der richtige Gegner. Da können wir die Niederlagen vergessen machen", glaubt der Mittelfeldspieler.

Rheinaufwärts ist die Lage etwas entspannter, wenn auch nicht sorglos.

Köln zeigt Aufwärtstrend

Mit dem Remis beim FC Bayern und den Sieg gegen Mainz haben sich die Kölner zwar aus den Abstiegsrängen verabschiedet, doch nur ein Punkt trennt den FC von der Borussia.

"Wir haben noch einiges an Arbeit, bevor wir da unten raus sind", sagt Trainer Zvonimir Soldo. Ein Punkt im Derby würde schon dabei helfen, doch die Kölner wollen mehr.

"Wir spielen auch im Borussia-Park auf Sieg", kündigt Soldo an.

Am 4. Oktober vergangenen Jahres beendeten die Kölner durch einen direkt verwandelten Freistoß von Milivoje Novakovic zum 2:1 eine 16-jährige Periode ohne Sieg in Gladbach.

In dieser Saison ist der FC auswärts seit 183 Minuten ohne Gegentor, und aus den letzten beiden Gastspielen in Stuttgart und München holten Lukas Podolski und Co. vier Punkte.

Meier fährt mit Fan-Sonderzug

Während FC-Manager Michael Meier mit dem Fan-Sonderzug nach Mönchengladbach fährt, bekommt "Prinz Poldi" auf dem Kurztrip Gesellschaft eines ehemaligen FC-Profis.

"Ich fahre mit im Mannschaftsbus", freut sich Dirk Lottner, der heute als U-17-Trainer beim FC arbeitet.

"Auf dem Weg zum Stadion hörst du schon die Fans, die Stimmung machen und auch da merkt die Mannschaft noch mal, dass es kein normales Spiel ist", sagt der 37-Jährige, der in 161 Spielen für Köln 54 Tore erzielte.

Verantwortliche appelieren zur Fairness

Emotionen sind erwünscht, Ausschreitungen nicht. Deshalb haben Verantwortliche beider Vereine schon am Dienstag an die Fans appelliert.

"Wir wollen ein Derby mit allem Drum und Dran, aber ohne Provokationen oder Gewalt", sagt Gladbachs Geschäftführer Stephan Schippers.

"Der sportliche Wettkampf zwischen beiden Vereinen hat Tradition, es gab einige legendäre Spiele", so Kölns Manager Meier.

"Leider gab es am Rande der Spiele in den letzten Jahren von beiden Fanlagern Aktionen, wo es erforderlich ist, etwas zurechtzurücken. Wir wollen Schaden von diesem Derby abwenden."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel