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Markus Babbel trainiert seit November 2008 den VfB Stuttgart © getty

Der VfB-Teamchef erhält Rückendeckung vom Sportvorstand Heldt. Doch VfB-Experten wie Buchwald und Bobic bleiben skeptisch.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Paschwitz

München - Die gute Nachricht für Markus Babbel ist: Die VfB-Bosse halten trotz der Talfahrt weiter zum Stuttgarter Teamchef.

Doch die schlechten Nachrichten setzen den 37-Jährigen immer mehr unter Druck. Neben der Bundesliga-Krise und der 1:3-Schlappe gegen den FC Sevilla in der Champions League gegen Sevilla kommt nun noch Kritik von früheren VfB-Größen ins Spiel.

Sportvorstand Horst Heldt und Aufsichtsrats-Chef bemühen sich indes mit ihren Aussagen um Babbel so etwas wie eine schützende Mauer zu bauen.

"Wir vertrauen Markus Babbel"

Es sei normal, dass in so einer Situation Fragen aufkommen würden, meinte Heldt.

"Wir beantworten diese klar und eindeutig: Wir vertrauen Markus Babbel", sagte Heldt im "kicker": "Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die positiven Ergebnisse wieder liefern werden."

Ein "Ultimatum für den Trainer", gebe es auf jeden Fall nicht, betonte Heldt am Donnerstag auf der Pressekonferenz.

Hundt sieht intakte Mannschaft

Auch Hundt stellte fest, dass das Verhältnis zwischen Babbel und der Mannschaft "intakt ist. Es ist nicht so, dass er nicht mehr an die Mannschaft herankommt, im Gegenteil. Ich kann beim besten Willen nicht feststellen, dass es da ein Problem gibt."

Hundt warnte in der "Stuttgarter Zeitung": "Aktionismus hilft uns nicht weiter. Wir müssen Ruhe bewahren."

Bobic: Einstelllung stimmt nicht

Ex-VfB-Profi Fredi Bobic kritisiert indes gegenüber Sport1.de die Einstellung der Spieler. "Die hat in den letzten Wochen nicht gestimmt."

Allerdings habe die Mannschaft gegen Schalke und Sevilla gut gespielt.

"Aber das Quäntchen Glück, um das du kämpfen musst, bekommt man nicht automatisch geschenkt. Vor allem nicht, wenn du vorher schlampst."

Deutliche Worte.

Dennoch denkt Bobic, dass der Teamchef weiter seine Mannen lenkt.

"Gegen Schalke und Sevilla haben sie nicht leidenschaftslos gespielt oder waren ohne absolute Chance."

Buchwald: Manche haben lieber gefeiert

Noch härter geht Guido Buchwald mit den Schwaben ins Gericht.

"Die Disziplin der Mannschaft leidet gerade", stellt der Weltmeister von 1990 fest und wird konkret: "Der ein oder andere hat in dieser schweren Phase lieber gefeiert, statt sich aufs Wesentliche zu konzentrieren", meinte Buchwald in der "Sportbild".

Die Kritik richtet sich auch an VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger. "Ich habe das Gefühl", erklärte Buchwald, "dass keiner vorangeht. Der Kapitän hat Probleme. Keiner der Spieler weiß momentan, wo seine Position ist."

Auch VfB-Legende Karl-Heinz Förster spricht angesichts des Absturzes seiner Schwaben Klartext:

"Mit jeder Niederlage wird Babbels Position schwächer."

Wackelt der Trainer-Stuhl in Stuttgart?

"Haben die Pflicht, gute Leistungen zu zeigen"

Zumindest die Offiziellen bestreiten das, auch wenn einige Medien bereits über Marcel Koller als Babbel-Nachfolger spekulieren.

Die Stuttgarter Profis versprechen derweil pflichtschuldig, alles für ihren Trainer zu geben.

"Wir Spieler haben die Pflicht, gute Leistung zu zeigen, dafür werden wir bezahlt", meinte Serdar Tasci zu Sport1.de.

Und mit Blick auf die Partie gegen Hannover (ab 15 Uhr LIVE) versucht der Nationalspieler Kampfkraft zu vermitteln.

"Wir müssen einfach Punkte holen. Aber Hannover darf man nicht unterschätzen, das wird ein hartes Stück Arbeit. wir arbeiten hart, aber die Dinger gehen im Moment einfach nicht rein."

Eines dürfte sicher sein: Am Samstag spielen die Stuttgarter Profis auch um die Zukunft ihres Teamchefs.

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