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Gelsenkirchener Junge: Manuel Neuer spielt seit 1991 für die Königsblauen © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Manuel Neuer über den Höhenflug, die Arbeit unter Magath und das Spitzenspiel gegen Hamburg.

Von Thorsten Mesch

München - Heimlich, still und leise und nahezu unbemerkt von der Konkurrenz hat sich Schalke nach zehn Spielen auf dem dritten Tabellenplatz festgebissen.

Einen Rang, den sich wohl nur die kühnsten S04-Fans erhofften, schließlich galt es unter Neu-Coach Felix Magath einen Umbruch zu vollziehen.

Dieser scheint geglückt, wenngleich die schlechte finanzielle Lage Dauerthema im Verein und Umfeld ist.

Am sportlichen Aufstieg hat auch Keeper Manuel Neuer einen gehörigen Anteil, schon vier Mal stand bei den Königsblauen in dieser Saison die Null. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Interview mit Sport1.de spricht der Schalke-Keeper über den momentan Höhenflugen, die Arbeit unter Felix Magath und das Spitzenspiel gegen den Hamburger SV.

Sport1.de: Herr Neuer, erklären Sie uns bitte, warum es bei Schalke momentan so gut läuft.

Manuel Neuer: Wir sind als Mannschaft insgesamt einen Schritt weiter als letztes Jahr, stehen kompakter und lassen in der Defensive wenig zu. Ob wir ein spezielles Erfolgsrezept haben und wie dies aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Es läuft einfach derzeit sehr gut, die Stimmung im Team ist großartig.

Sport1.de: Welchen Anteil hat Felix Magath und was macht ihn aus - als Trainer und als Mensch?

Neuer: Felix Magath ist ein Trainer, der seinen Spielern im Training sehr viel abverlangt. Doch das ist gut so, denn schließlich spielen wir nun erfolgreicher als in der jüngeren Vergangenheit. Das zeigt, dass sich das Training auszahlt. Er behandelt alle Spieler gleich und hat den Mut, auch jungen Spielern eine Chance zu geben.

Sport1.de: Magath hat viele junge Leute eingebaut. Hätten Sie sich gewünscht, dass dieser Weg bei Schalke 04 schon viel früher eingeschlagen worden wäre? Warum war das nicht schon vorher möglich?

Neuer: Es stimmt, wir haben viele Talente, die in den vergangenen Wochen und Monaten sehr gut eingeschlagen sind. Doch das war in der Vergangenheit schon des Öfteren so, wenn ich beispielsweise den Weg von Benedikt Höwedes oder meinen eigenen anschaue. Aber auch Sebastian Boenisch, Tim Hoogland oder Mesut Özil haben auf Schalke den Sprung in den Profifußball gemacht. Auch uns wurde von den verschiedenen Trainern Vertrauen entgegengebracht.

Sport1.de: Schalke ist mit Magath und den vielen jungen Leuten momentan sehr erfolgreich. Wie weit kann das gehen? Früher war das Erreichen der Champions League immer das Ziel. Sollte es das in dieser Saison auch sein?

Neuer: Wir sind nach dem jüngsten Sieg in Stuttgart auf einem guten und meiner Ansicht nach richtigen Weg. So langsam kann man von einem richtig gelungenen Saisonstart sprechen, der nicht nur mit Glück zu tun hat. Natürlich wird es irgendwann auch Rückschläge geben. Das ist bei einer so jungen Mannschaft völlig normal.

Deshalb hamstern wir jetzt die Punkte, um gut über den Winter zu kommen. Was mit unserem Team letztlich möglich ist, wird man dann sehen. Einen konkreten Tabellenplatz als Ziel geben wir nicht aus, vielmehr denken wir von Spiel zu Spiel.

Sport1.de: Am Sonntag treffen Sie wieder auf einen ehemaligen Magath-Verein. Gegen Nürnberg und Frankfurt haben Sie gewonnen, gegen Wolfsburg verloren, in Stuttgart gewonnen. Wie schätzen Sie die personell angeschlagenen Hamburger ein? Worauf müssen Sie besonders achten?

Neuer: Der HSV muss zwar auf einige wichtige Spieler wie etwa Mladen Petric und Paolo Guerrero verzichten, doch der Kader ist breit genug aufgestellt. Das Team steht schließlich nicht umsonst oben in der Tabelle. Deshalb möchte ich mich auch nicht auf einzelne Spieler festlegen, auf die wir besonders aufpassen müssen. Da gibt es einige, wie beispielsweise Piotr Trochowski, dessen Stärken ich ja auch von der Nationalelf kenne.

Sport1.de: Sie haben erklärt, die Mannschaft müsse die Fans jetzt auch zu Hause überzeugen. Meinten Sie einen Sieg im Spitzenspiel oder wäre ein Punkt oder gar eine Niederlage okay, wenn nur die Leistung stimmt?

Neuer: Unser Anspruch ist es, in jedem Spiel drei Punkte zu holen und den Fans zu zeigen, dass wir bis zum Schlusspfiff alles geben. Optimal ist es natürlich, wenn man schönen und erfolgreichen Fußball miteinander verbinden kann.

Sport1.de: Zu Ihrer Leistung: Sie haben sechs Gegentore kassiert und vier Mal zu Null gespielt. Was bedeutet Statistik für Sie?

Neuer: Ich bin kein Mensch, der sich nur an Statistiken orientiert. Vielmehr denke ich nur von Spiel zu Spiel. Vor dem Duell in Stuttgart zum Beispiel hieß es, Schalke hat erst drei seiner 39 Begegnungen dort gewonnen und ist laut Statistik deshalb Außenseiter. Letztlich haben wir aber gewonnen, obwohl die Statistik etwas anderes vorausgesagt hat. Für einen Torwart ist es natürlich immer schön, zu Null zu spielen. Das ist auch in jedem Spiel mein Anspruch.

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews

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