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Marco Russ (M.) absolvierte vergangene Saison 33 Ligaspiele für Frankfurt © getty

Vor dem ersten Duell mit dem FCB herrscht bei der Eintracht trotz kleiner Missgeschicke beste Laune. Skibbe fordert Mut.

Von Matthias Becker

Frankfurt - Probleme hatte Michael Skibbe in dieser Woche eigentlich nur mit einem Plastikdummy.

Dabei hatte der sich gar kein Fehlverhalten erlaubt.

Er war eben nur im Weg, als Nikos Liberopoulos, Stürmer bei Eintracht Frankfurt, im Training am Mittwoch heranrauschte.

Der Grieche trug aus dieser Begegnung mit dem Trainingsequipment eine Risswunde am Schienbein davon, die mit mehreren Stichen genäht werden musste, ist aber ebenso wieder einsatzfähig wie der Dummy, wie Skibbe am Donnerstag mit einem Augenzwinkern feststellte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Eintracht voll im Soll

Die Stimmung ist gut in Frankfurt, kurz vor dem ersten Teil des "Double-Headers" gegen den FC Bayern München am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) in der bayerischen Landeshauptstadt.

Da können die Hessen auch kleinere Missgeschicke verschmerzen.

Russ wieder dabei

Und auch Rückkehrer Marco Russ ist nach seiner Rot-Sperre wieder dabei und brennt auf einen Einsatz.

"Jeder bei uns ist heiß auf dieses Spiel. Gegen die Bayern ist es immer etwas Besonderes ? und wir dürfen gleich zweimal hintereinander ran", blickte Russ im Gespräch mit Sport1.de voraus.

Durch den ersten Heimsieg der Saison gegen Hannover 96 (2:1) am vergangenen Samstag liegt die Eintracht voll im Soll.

Nach etwas mehr als einem Viertel der Saison hat sie 13 Punkte gesammelt und liegt damit auf Kurs für das Saisonziel von um die 45 Punkten.

Das in Frankfurt stets latent vorhandene Grummeln über die angeblich zu wenig spektakuläre Spielweise kann so unter Kontrolle gehalten werden.

Skibbe hofft auf Bayernschwäche

Skibbe ist aber lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass er in einer Stadt wie Frankfurt die Sehnsüchte von Fans und Umfeld nicht komplett ignorieren kann.

Deshalb geht er vor dem Bundesligaspiel und der am Mittwoch folgenden Revanche im DFB-Pokal in die kontrollierte Verbaloffensive.

"Die Bayern haben sich noch nicht gefunden, haben noch keinen Rhythmus. Wir hoffen, dass das auch am Wochenende noch so ist, denn unser Ziel ist es, aus München etwas Zählbares mitzubringen", erklärte Skibbe.

Und das passende Konzept für diesen Plan hatte der ehemalige DFB-Coach auch gleich parat: "Wenn man eine spielstarke Mannschaft beeindrucken will, dann muss man zunächst Zweikämpfe gewinnen und dann zeigen, dass man auch gut Fußballspielen kann."

Die offensive Line seines Trainers hat Russ schon verinnerlicht. "Wir dürfen nicht ängstlich sein, sondern müssen versuchen, unser Offensivspiel durchzubringen."

"Ausfälle der Bayern spielen keine Rolle"

Als eine spielstarke Mannschaft schätzt Skibbe die Bayern trotz Champions-League-Enttäuschung von Bordeaux und Personalproblemen weiterhin ein.

"Die Ausfälle der Bayern spielen keine Rolle. Sie haben auch mit Ribery, Robben und Olic schon schlechte Spiele gemacht", behauptet Skibbe: "Solange Leute wie Gomez noch auf der Bank sitzen, sind die Bayern nicht so schlecht besetzt."

Teber, Schwegler und Russ zurück

Beim eigenen Kader kann der Frankfurter Coach nahezu aus dem Vollen schöpfen.

Zwar fehlt Ioannis Amanatidis (Oberschenkelzerrung), Selim Teber und Pirmin Schwegler kehren aber in die Mannschaft zurück, weshalb Ex-Bayern-Spieler Markus Steinhöfer der Platz auf der Bank droht.

Nicht wieder Aufbaugegner sein

An die vergangene Saison versucht die Eintracht vor der Reise in den Süden allerdings nicht zu denken. Im April fuhr die Eintracht nach der monumentalen 0:4-Pleite des FC Bayern in Barcelona nach München ? und hielt beim 4:0 den Bayern als Aufbaugegner her.

"Da haben wir richtig auf die Mütze bekommen", erinnert sich Russ in der "Frankfurter Rundschau".

Das soll sich diesmal nicht wiederholen. Im Rückblick soll der Crash von Nikos Liberopoulos mit dem Dummy schließlich das einzige Missgeschick der Woche sein.

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