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Michael Bradley (r.) verpasste mehrere Gelegenheiten zu seinem zweiten Saisontor © getty

Nach dem torlosen Remis im 75. Rheinderby gegen den 1.FC Köln ist bei Borussia Mönchengladbach Zweckoptimismus eingekehrt.

Mönchengladbach - Trainer Michael Frontzeck zollte seiner Mannschaft ein Lob, Sportdirektor Max Eberl freute sich über das Ende der Negativserie, doch eigentlich hinkt Borussia Mönchengladbach den eigenen Ansprüchen weiter hinterher.

Seit dem 28. August ist die Borussia in der Liga sieglos, mit acht Punkten nach zehn Spielen steckt der fünfmalige Deutsche Meister weiter in der Krise und im Tabellenkeller fest.

Das 0:0 in einem erschreckend schwachen rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln brachte zwar den ersten Punkt nach fünf Liga-Niederlagen in Folge, doch die Worte der Gladbacher Verantwortlichen klangen schon ein bisschen nach Zweckoptimismus.

Wann wird der Bock umgestoßen?

"Die Mannschaft versucht alles und spielt sehr diszipliniert. Es ist wichtig, die Nerven zu behalten und den Kopf hochzuhalten. Dann wird der Bock auch umgestoßen", sagte Frontzeck nach 90 niveauarmen Minuten.

Es sei ein zäher Prozess, doch nur eine Frage der Zeit, wann man wieder dreifach punkten werde, fügte der Gladbacher Trainer an.

Passive "Geißböcke"

Gegen sehr destruktive Kölner war die Borussia zwar die etwas bessere zweier schwachen Mannschaften.

Doch Torgefahr entwickelten die Gladbacher gegen den Erzrivalen lediglich nach Standardsituationen. Das Spiel der Gastgeber wirkte vor 54.057 Besuchern häufig kopf- und ideenlos.

"Uns fehlt das Glück"

Eberl ist dennoch von einem schnellen Erfolgserlebnis überzeugt: "Unser Fleiß wird irgendwann belohnt. Uns fehlt nur das Glück, das andere Mannschaften haben. Es ist wichtig, dass wir wieder mal einen Punkt geholt haben."

Allerdings erzwang die Borussia auch lange das angesprochene Glück nicht.

Erst in den letzten 25 Minuten bauten die Gladbacher etwas Druck auf. Der fleißige Thorben Marx hatte daher schon eine etwas andere Sicht der Dinge. "Der eine Punkt war nicht unser Ziel. Das ist zu wenig", sagte er.

Schweres Restprogramm

Auch ein Blick auf das Restprogramm (Zum Spielplan) bis zur Winterpause lässt nicht unbedingt daran glauben, dass die Borussia schnell aus der kritischen Situation herauskommt.

Mit dem Hamburger SV, Rekordmeister Bayern München und Bayer Leverkusen warten noch dicke Brocken.

Podolski kritisiert defensive Einstellung

Die Kölner stehen zwar durch den Punktgewinn weiterhin einen Zähler vor dem rheinischen Rivalen, doch restlos zufrieden waren auch sie nach der dritten Begegnung ohne Niederlage und Gegentor nicht.

Der schwache Lukas Podolski, der lediglich die beste Kölner Chance von Manasseh Ishiaku (45.) eingeleitet hatte, bemängelte die defensive Ausrichtung.

"Mit dem Punkt können wir zufrieden sein, mit der Spielweise aber nicht. Wenn wir ein bisschen besser aufgetreten wären und mehr nach vorne gemacht hätten, wäre sicher mehr drin gewesen", sagte der Nationalspieler und fügte an:

"Wir haben in der zweiten Halbzeit kaum Möglichkeiten gehabt und uns kaum bewegt."

Meier vermisst viel

Auch FC-Trainer Zvonimir Soldo beklagte die zu "passive Spielweise" seines Teams im zweiten Durchgang, während Manager Michael Meier dem möglichen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten nachtrauerte:

"Wir hatten die Riesenchance, eine gut zusammengestellte, aber verunsicherte Gladbacher Mannschaft hier zu schlagen. In der zweiten Halbzeit habe ich aber vieles von dem vermisst, was wir hätten einbringen müssen, um uns einen Gegner aus unseren Tabellenregionen vom Leib zu halten."

Positiv für beide Vereine war unterdessen, dass es rund um die Begegnung nicht zu den befürchteten Ausschreitungen kam. Bis zum Anpfiff gab es lediglich drei Festnahmen und auch nach Spielschluss blieb es laut Polizeiangaben "ruhig".

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