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Miese Laune: VfB-Coach Markus Babbel (l.) meckert den Schiedsrichter-Assistenten an © getty

Der VfB verlässt wieder als Verlierer den Platz. Manager Heldt wischt eine Trainerdiskussion weg und attackiert die Schiris.

Von Tobias Schneider

Hannover - Markus Babbel schlug die Hände vors Gesicht, schüttelte mit dem Kopf und schlich wie ein geprügelter Hund in die Kabine:

Der VfB-Coach konnte nicht fassen, was sich in den 90 Minuten zuvor bei der 0:1-Niederlage in Hannover zugetragen hatte. 166305(DIASHOW: Die Bilder vom 10. Spieltag)

"Das war eine bittere Niederlage, da meine Mannschaft eine gute Leistung gezeigt hat." Ganz abwegig war diese Sichtweise nicht. Dennoch standen die Stuttgarter abermals mit leeren Händen da - wie schon so oft in dieser Saison.

Mit acht Punkten steckt der VfB tief im Tabellenkeller fest, nur aufgrund der besseren Tordifferenz steht die Babbel-Elf noch über dem "magischen Strich". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keine Durchschlagskraft

Von der Offensivstärke, die den VfB noch in der vergangenen Saison auszeichnete, ist nicht viel geblieben. Cacau verletzt, Pavel Pogrebnyak außer Form - und der junge Julian Schieber steht in der Sturmzentrale auf verlorenem Posten.

Hinzu kommt die eklatante Formschwäche von Alexander Hleb, der nach einer erneut desolaten Vorstellung vorzeitig zum Duschen musste.

Balljunge ärgert Lehmann

Selbst die Balljungen haben offenbar den Respekt vor den Stuttgartern verloren.

Zum Leidwesen von Jens Lehmann, der in Hannover die Kugel einforderte. Doch der Balljunge schaufelte den Ball einfach über dessen Kopf hinweg.

"Jetzt gehe ich nach Hause und muss meine Kinder erziehen, damit wenigstens die korrekt werden", verabschiedete sich Lehmann mit schlechter Laune nach Spielende in den Mannschaftsbus des VfB.

Tor aus Abseitsposition

Keine Frage: Unglücklich war die Niederlage des VfB allemal. Dem Tor der offensiv weitgehend harmlosen Gastgeber ging eine Abseitsstellung, dazu traf der VfB zwei Mal nur Aluminium.

Babbel nahm es mit einer Portion Fatalismus. "Dass das Gegentor in Abseitsposition gefallen ist, passt in unsere Situation."

Heldt kritisiert Schiri-Ansetzung

Auch Manager Horst Heldt haderte mit Glücksgöttin Fortuna - und dem DFB.

"Bei so einem brisanten Spiel schickt der DFB drei Amateure, das ist enttäuschend. Die Schiedsrichter lagen in vielen Situationen daneben, bei vielen Kleinigkeiten", wetterte der VfB-Manager gegen die Schiedsrichter-Ansetzung.

Schiedsrichter Guido Winkmann, mit bislang 13 Einsätzen in Deutschlands höchster Spielklasse, und seine Assistenten hatten die leichte Abseitsstellung von Ya Konan beim 1:0 übersehen.

Marica und Pinto zurückgepfiffen

Heldt wähnte seine Mannschaft auch deshalb benachteiligt, weil die Unparteiischen einen Treffer von Stuttgarts Ciprian Marica zum vermeintlichen 1:1 wegen Abseits nicht anerkannt hatten - das allerdings zurecht.

Dass Hannovers Sergio Pinto nach einem Steilpass freistehend zum 2:0 einnetzte und zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgepfiffen wurde, überging Stuttgarts Manager.

"Die Balljungen spielen auf Zeit, die Gegner fallen hin und man denkt, sie seien schwer verletzt. Kurz darauf kommen sie dann aber topfit wieder zurück ins Spiel. Wenn der Schiedsrichter so etwas toleriert, kann man nichts machen", meckerte auch Lehmann.

Pokalspiel in Fürth

Das Nervenkostüm beim VfB wird merklich dünner, der Druck auf Babbel stetig größer.

Noch stärkt Heldt seinem Coach den Rücken. Doch im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Greuther Fürth ist er zum Siegen verdammt.

"Es gibt keine Trainerdiskussion. Markus Babbel wird auch am Dienstag im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth auf unserer Bank sitzen", sagte Heldt.

Der Publikumsliebling sticht

Während beim VfB der Katzenjammer groß ist, lacht sich Hannover ins Fäustchen. Ein gute Chance, ein Tor - gnadenlose Effizienz.

Und dabei fehlt den Niedersachen nahezu die komplette Sturmabteilung. Selbst der angeschlagene Jiri Stajner sprang wegen der akuten Personalnot in die Bresche.

Die Kohlen holte aber Didier Ya Konan aus dem Feuer, der wegen seiner Leidenschaft und Kampfkraft bei den 96-Fans hoch im Kurs steht.

"Wir sind sehr froh, dass wir in unserer Situation drei Punkte eingefahren haben", bekannte Trainer Andreas Bergmann. "Jetzt hoffe ich, dass wir so weitermachen und sich die Lage bei uns entspannt."

Durch den Sieg katapultierte sich Hannover auf Rang elf, der Aufwärtstrend unter Bergmann setzt sich fort.

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