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Geschäftsführer Peter Peters (l.) und Aufsichstratsvorsitzender Clemens Tönnies © imago

Sportlich steht Schalke vor dem Hit gegen den HSV gut da. Doch die finanzielle Lage der Königsblauen spitzt sich anscheinend zu.

München - Vor dem Spitzenspiel gegen den Hamburger SV (So., ab 17 Uhr LIVE) ist der FC Schalke 04 wieder in die Schlagzeilen geraten.

Die Finanzkrise bei den Königsblauen ist angeblich weitaus dramatischer als befüchtet.

Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" scheint sich neben den bekannten Verbindlichkeiten von 137 Millionen Euro sowie einer Unterdeckung im laufenden Etat zwischen 20 und 30 Millionen Euro eine weitere exorbitante Summe an Verbindlichkeiten in den diversen Tochter-Gesellschaften zu verstecken.

Nach Informationen der Zeitung beläuft sich das Minus auf eine weitere Summe von mindestens 100 Millionen Euro.

Dubioses Netzwerk-System

Weder Trainer und Manager Felix Magath noch Geschäftsführer Peter Peters oder der Aufsichstratsvorsitzende Clemens Tönnies waren am Samstagabend für eine Stellungnahme zu erreichen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schalke muss der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Nachlizenzierungsverfahren bis Ende Oktober erklären, ob sich nach Erteilung der Lizenz für die laufende Saison 2009/2010 die finanziellen Rahmenbedingungen verändert haben.

Nach Angaben der Zeitung funktioniert das Netzwerk-System so, dass sich die einzelnen Unternehmen über ein Verrechnungskonto gegenseitig Darlehen geben oder Forderungen fällig stellen, wie in einem Karussell.

Kontrolliert würden fast alle Firmen des Netzwerkes von Peter Peters.

Weiterer Schuldenberg

Die Holding-KG des FC Schalke hat als Töchter etwa eine Rechteverwertungs GmbH, die Parkstadion KG oder eine Catering KG.

Außerdem ist Schalke zu 78 Prozent beteiligt an der Arena KG, die allein Schulden von 115 Millionen Euro ausweist.

"Ziel dieses Systems ist es, das Bargeld immer an die Stelle zu bringen, wo es gerade gebraucht wurde", zitiert die "Welt am Sonntag" einen Insider.

Am Ende sollte Schalke mit dem nötigen Geld versorgt werden, um die Lizenz von der DFL zu erhalten.

Doch das System geht nach Angaben des Blattes schon länger nicht mehr auf.

Probleme mit der Schechter-Anleihe

Dazu gibt es anscheinend Probleme mit der Schechter-Anleihe.

Schalke hat 2003 eine Summe von 85 Millionen Euro bei dem Finanz-Investor mit Sitz in London aufgenommen.

Der droht nun damit, den Vertrag zu kündigen und die Summe auf fällig zu stellen, weil der Bundesligist seinen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäß nachkommt.

Schechter sagte der "WamS", er habe "seinen Klienten" darauf hingewiesen, dass es Probleme mit der Abwicklung der Anleihe geben könnte.

Der Klient ist die Prudential Trustee Company Limited in London, die die Anleihe kontrolliert. Schalke bestreitet das.

Erhebliche Sanktionen drohen

Für die DFL ist weniger die Schulden-Höhe ausschlaggebend.

Die Liga prüft, ob Schalke überschuldet ist und ob die Liquidität ausreicht, um diese Saison bis zum Ende finanziell liquide zu sein.

Bei Verstößen drohen erhebliche Sanktionen. Diese reichen von Geldstrafen über Punktabzüge bis zum Lizenzentzug.

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