Im Vergleich zur Finanzmisere in Gelsenkirchen sind die Trainerfrage beim VfB und die Diskussion um van Gaal in München unbedeutend.

Stimmen die Zahlen, mit denen die "Welt am Sonntag" das Ausmaß der Schalker Finanzdefizite beziffert, dann sind sämtliche Sorgen der übrigen Bundesligisten verglichen damit Peanuts.

Demnach stehen die Königsblauen angeblich mit mindestens 100 Millionen Euro in der Kreide.

Was ist da schon eine Negativserie von sechs Niederlagen in den jüngsten sieben Pflichtspielen, wie sie Markus Babbel mit dem VfB Stuttgart derzeit erlebt?

Dennoch kann einem der angehende Fußball-Lehrer Leid tun, denn sämtliche Maßnahmen, die er ergreift, bleiben ohne das gewünschte Ergebnis.

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"Momentan ist das Schicksal nicht auf unserer Seite", behauptet Torhüter Jens Lehmann, für den sich derzeit sogar das Zusammenspiel mit Balljungen verkompliziert.

Das Siegtor von Hannover 96 fiel zwar zugegebenermaßen aus knapper Abseitsposition, doch wurde den Niedersachsen auch ein mögliches zweites Tor zu Unrecht zurückgepfiffen.

Wenn man nicht mehr weiter weiß, werden eben oft höhere Mächte bemüht. Als solche hat sich - darauf hat er explizit hingewiesen - Bayern-Trainer Louis van Gaal keineswegs bezeichnet. Er habe nicht behauptet, wie Gott zu sein, wie die "Sport Bild" verbreitete.

Van Gaals Personalmaßnahmen für das Frankfurt-Spiel belegten, dass er von göttlicher Unfehlbarkeit in der Tat ein gutes Stück entfernt ist. Mit Bastian Schweinsteiger als Spielmacher und Anatolyi Tymoshchuk im rechten Mittelfeld lag er unzweifelhaft daneben.

Mit dem Eintausch von Arjen Robben und Mario Gomez sowie der umstrittenen Einwechslung von Martin Demichelis, die es Daniel van Buyten ermöglichte, mit Erfolg zum wiederholten Mal den Aushilfsstürmer zu geben, bewies van Gaal allerdings die Fähigkeit zur wirksamen Korrektur.

Die muss Babbel erst noch nachweisen. Läuft es dumm, könnte er beim Pokalspiel in Fürth oder - wie passend - gegen seinen langjährigen Arbeitgeber Bayern München letztmals die Chance dazu erhalten.

In Gelsenkirchen wären die Beteiligten wohl froh, wenn sie sich nur um derartige Einzelschicksale sorgen müssten.

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