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Felix Magath gewann mit Bayern und Wolfsburg drei der fünf letzten Meistertitel © getty

Der Schalker Trainer und Manager widerspricht den Veröffentlichungen, der Klub habe deutlich mehr Schulden als bislang angenommen.

München - Trainer und Manager Felix Magath hat Vorwürfen widersprochen, Schalke 04 verstecke in einem vereinsnahen Firmengeflecht weitere Verbindlichkeiten von weit über 100 Millionen Euro.

"Das ist alles dummes Zeug. Da werden alte Kamellen aufbereitet, immer wieder dasselbe. Niemand hat hier etwas versteckt", sagte Magath am Sonntag vor dem Bundesliga-Topspiel gegen den Hamburger SV (So., ab 17 Uhr LIVE).(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er sei erst seit Juni im Amt und könne deshalb noch nicht vollständig informiert sein. Berichte, nach denen Schalke um seine Lizenz bangen müsse, halte er jedoch für aus der Luft gegriffen, sagte er.

Weitere Vereinsverantwortliche waren nicht zu einem Kommentar bereit. Der Klub wollte sich noch vor dem Spiel gegen den HSV offiziell äußern. Der "Welt am Sonntag" erklärte Magath, "in Gänze" habe er das Geflecht der Schalker Tochterunternehmen noch nicht durchblickt:

"Aber man hat das Gefühl, dass eine solch komplizierte Konstruktion dafür da ist, um gewisse Dinge nicht so genau darlegen zu müssen." Er selbst habe so etwas Kompliziertes noch nicht kennengelernt. Er erwarte von Finanzvorstand Peter Peters, dass er "dieses Konstrukt in den Griff bekommt".

Netzwerk nach Karussell-Prinzip

Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, die Schalker Finanzkrise sei weitaus ernster als bislang angenommen.

Nach Angaben der Zeitung funktioniert das Netzwerk-System so, dass sich die einzelnen Unternehmen über ein Verrechnungskonto gegenseitig Darlehen geben oder Forderungen fällig stellen, wie in einem Karussell.

So werde das Geld immer dahin geschoben, wo es gerade gebraucht werde. Kontrolliert würden fast alle Firmen des Netzwerkes von Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Peters.

"WamS" schreibt von 280 Millionen Euro Schulden

Die Zeitung spricht von einer Gesamtschuldensumme in Höhe von etwa 280 Millionen Euro.

Bekannt sind bisher ein Schalker Schuldenstand von 136,5 Millionen Euro und eine Unterdeckung im laufenden Etat von 20 bis 30 Millionen Euro.

Erklärungsfrist bis Ende Oktober

Schalke muss der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Nachlizenzierungsverfahren bis Ende Oktober erklären, ob sich nach Erteilung der Lizenz für die laufende Saison 2009/2010 die finanziellen Rahmenbedingungen verändert haben.

"Ich werde bis auf Weiteres keinen Kommentar abgeben", sagte DFL-Pressechef Christian Pfennig, konfrontiert mit den neuen Vorwürfen, am Sonntag.

Zudem droht Schalke anscheinend Ärger mit der Schechter-Anleihe, über die die Königsblauen ihre Arena finanziert haben. Nach "Welt am Sonntag"-Informationen wird die Prudential Trustee Company Limited in London, welche die 85-Millionen-Anleihe kontrolliert, in den kommenden Tagen beraten, ob diese gekündigt wird.

Verkauf von Kommanditanteilen oder Spielern?

Angeblich hat Schalke 04 auf Konten, über die Gelder aus TV-Einnahmen fließen, zeitweise zuwenig Mittel bereitgestellt. Der Verein bestreitet dies.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, Schalke denke bei der Krisenbewältigung über den Verkauf von weiteren Kommanditanteilen an der Stadionbesitzgesellschaft nach - angeblich bis zu einer Höhe von 20 Millionen Euro.

Zudem solle der Spieleretat von 69 Millionen Euro gesenkt werden. Verkäufe wichtiger Spieler sind denkbar. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, millionenschwerer Fleischfabrikant, erklärte in der "FAZ", er sehe derzeit "null Anlass zur Sorge".

Es gehe darum, "alles zu hinterfragen und den Verein wieder auf gesunde Füße zu stellen".

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