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Hoffenheimer Jubel - das Team hat bereits zehn Saisontore erzielt © imago

1899 feiert Platz zwei, der BVB muss sich nach einer schwierigen Woche eingestehen, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt.

Von Jessica Pulter

München - Während 1899 Hoffenheim weiter auf der Erfolgswelle schwimmt, hätte die Woche von Borussia Dortmund gar nicht schlimmer enden können.

Erst verliert der BVB vor eigenem Publikum mit 0:2 gegen Udinese Calcio im UEFA-Cup, dann gibt es nur drei Tage später auch die erste Bundesliga-Niederlage in dieser Saison.

Die 1:4 (0:2)-Pleite bei 1899 offenbarte zudem ein weiteres Problem der Westfalen.

Sie sind noch lange nicht da, wo die Fans sie nach der Verpflichtung von Trainer Jürgen Klopp und dem guten Saisonstart gesehen haben - unter den Top-Teams der Liga.

Der Aufsteiger mausert sich derweil mit seinem sechsten Heimspiel ohne Niederlage in Serie zum Favoritenschreck der Liga.

Klopp fordert Zeit

"Wie Hoffenheim gegen uns gespielt hat, so sieht System-Fußball aus", musste Trainer Klopp nach der Klatsche zugeben.

"Aber sie brauchten auch Zeit, das zu verinnerlichen. Und wir müssen uns auch diese Zeit geben."

BVB wir vorgeführt

Es lief alles schief, was nur schief laufen konnte", gab auch Florian Kringe zu.

"Wir haben uns regelrecht vorführen lassen. Hoffenheim hatte über die kompletten 90 Minuten das Spiel in der Hand.?

Sechs Positionen verändert

Klopp hatte sein Team nach dem UEFA-Cup-Spiel auf sechs Positionen umgestellt, selbst Kapitän Sebastian Kehl musste zuerst von der Bank aus zusehen.

Doch die Hoffenheimer erwischten die Dortmunder im ausverkauften Mannheimer-Stadion eiskalt.

Vedad Ibisevic erzielte bereits nach fünf Minuten das erste Tor, Sejad Salihovic erhöhte per Freistoß zum 2:0 (25.).

"Der Gegner war uns überlegen"

"Es hat sich dann ein Spiel entwickelt, in dem uns der Gegner wirklich überlegen war. Vor allem in der Zweikampfführung", versuchte Klopp eine Erklärung für das katastrophale Auftreten seiner Mannschaft zu finden.

"Wir haben einfach ein Spiel gezeigt, dass man verlieren musste."

Ibisevic mit sechstem Saisontreffer

Hoffenheim ließ auch nach der Halbzeit nicht nach, sodass die Dortmunder überhaupt nicht ins Spiel fanden, und folgerichtig erhöhte 1899 durch Ibisevic' sechsten Saisontreffer (47.) und Carlos Edurado (67.) zum zwischenzeitlichen 4:0.

Der Treffer von Felipe Santana in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskorrektur.

1899 nun Tabellenzweiter

Der Sieg katapultiert die Hoffenheimer bis auf Platz zwei in der Liga, doch Trainer Ralf Rangnick will erst nach dem zehnten Spieltag eine Tendenz für sein Team ausmachen.

"Die Tabelle hat nach diesem Spieltag zwar auch einen gewissen Charme, wenn man sieht, wer alles hinter uns ist", so der Coach, der mit seiner Mannschaft seit April Zuhause ungeschlagen ist.

"Für die Mannschaft ist es schön zu sehen, was sie erreichen und bewirken kann, wenn sie so spielt wie gegen Dortmund, und das sollte uns auch in den nächsten Spielen Rückenwind geben."

"Spaß am Spiel"

Einen Grund für die souveräne Spielweise auch gegen von der Papierform her stärker einzuschätzende Gegner gab der Trainer aber dann doch noch.

"Die Mannschaft ist unheimlich gerne zusammen, hat Spaß am Spiel und das kommt dann auch rüber", erklärte Rangnick.

Der nächste Gegner nach dem DFB-Pokal - Werder Bremen - sollte gewarnt sein.

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