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Markus Babbel spielte unter anderem für Liverpool und Stuttgart © getty

Im DSF-Doppelpass spricht der Stuttgart-Coach Markus Babbel über seine schwere Zeit beim VfB und seine ungebrochene Kämpfer-Mentalität.

München - Der VfB Stuttgart steckt tief in der Krise und kassierte gegen Hannover die vierte Niederlage im fünften Spiel.

In der vergangenen Saison standen zum selben Zeitpunkt bereits doppelt so viele Punkte auf dem Konto. Der Stuhl von Teamchef Markus Babbel wackelt bedenklich. Trotzdem glaubt er an die Wende.

Auch Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen ist nicht zufrieden. Zwar steht sein Team im sicheren Tabellen-Mittelfeld, doch gegen Bayern verloren die Frankfurter noch in den Schlussminuten mit 1:2.

Im DSF-Doppelpass bezieht Markus Babbel Stellung zur prekären Situation beim VfB. Bruchhagen spricht über die Frankfurter Ziele und die umstrittene 50+1-Regel.

Markus Babbel:

? über die Unterstützung des Vereins:

"Natürlich ist es für mich erfreulich, dass ich nach wie vor die Rückendeckung vom Verein habe.

Aber eines ist auch klar: Es müssen möglichst schnell Resultate her, sonst wird es für mich natürlich auch schwierig. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird irgendwann die Reißleine gezogen."

über die Kritik der Medien:

"Es ist völlig normal, dass man kritisiert wird, wenn die Resultate nicht da sind. Aber nichtsdestotrotz war ich immer ein Kämpfer und werde auch in dieser Situation kämpfen.

Wenn ich nicht vorangehe, wer soll dann vorangehen? Wir sind jetzt einfach mit einem Erfolgserlebnis dran, das habe ich im Gespür."

über die Leistungen seiner Mannschaft:

"Jeder, der die letzten drei Spiele gesehen hat, sieht, dass die Mannschaft absolut in Takt ist. Der Mannschaft fehlt einfach das Quäntchen Glück.

Wir sind feldüberlegen, wir haben mehr Ballanteile, wir gewinnen mehr Zweikämpfe. Aber in den spielentscheidenden Situationen machen wir zu viele Fehler. Im Endeffekt zählt dann das Resultat."

über die nächsten Aufgaben:

"Wir haben jetzt am Dienstag ein schweres Pokalspiel, in dem wir gewinnen müssen, darüber hinaus kommt dann Bayern München. Da kann man vieles in die richtige Richtung lenken.

Ich bin nach wie vor absolut überzeugt von der Mannschaft, weil sie mir keinen Anlass zum Zweifel gibt. Aber es fehlen die Tore, und das ist eben normal das Salz in der Suppe."

Heribert Bruchhagen:

über die Niederlage der Eintracht gegen den FC Bayern:

"Der Sieg der Bayern war verdient, aber die Art und Weise wie er zustande gekommen ist, war natürlich äußerst glücklich. Wir waren nah dran, für eine Überraschung zu sorgen, nicht nur für ein Unentschieden.

Es gab eine Schlüsselsituation in diesem Spiel, die uns auch möglich gemacht hätte, 2:0 in Führung zu gehen, kurz vor dem Ausgleich. Am Ende ist es bitter."

über Eintrachts Erwartungshaltung vorm Spiel gegen Bayern:

"Wir haben uns schon etwas ausgerechnet. Wir waren uns darüber im klaren, dass die Bayern nicht in einer Top-Verfassung sind, dass sie durch die Niederlage in Bordeaux auch nervös sind.

Wir legen nun den Schwerpunkt auf das Pokalspiel am Mittwoch (Anm.d.R.: Gegner ist erneut der FC Bayern), und ich glaube, dass dieses Spiel einen anderen Verlauf nehmen wird."

über die Bundesliga-Berichterstattung in den Medien:

"Die Berichterstattung läuft in eine völlig falsche Richtung: Es geht nur noch um diese van Gaals, Udo Latteks und Uli Hoeneß. Es geht nur noch um die Gesichter und die daraus resultierenden Geschichten und Stories. Das ist der falsche Weg."

über die Abstimmung zur 50+1-Regel im November:

"Ich bin mir sicher, dass es eine klare Mehrheit dagegen gibt. Aber wenn wir es nicht verhindern können, müssen wir darauf eingestellt sein, dass sich diese Auswüchse, wie sie sich in England darstellen, nicht entwickeln dürfen.

Wir glauben, dass wir mit unserer bisherigen Struktur, wie wir sie in der Bundesliga haben, genau richtig fahren. Die Entscheidungsgewalt muss bei den Traditionsvereinen in der Vereinsstruktur sein."

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