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Im Jubel vereint: Schalke feiert den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2 © imago

Schalke feiert das furiose Remis gegen den HSV wie einen Sieg, auch Magath findet lobende Worte. Frank Rost macht sich lustig.

Von Tobias Schneider

Gelsenkirchen - Auf Schalke sind Fußball-Feste in der jüngeren Vergangenheit rar geworden.

Das fulminante 3:3 gegen den HSV stellte aber alles in den Schatten - ein dramatisches, ein mitreißendes Spiel, das weder einen Verlierer noch einen Sieger verdient gehabt hätte.

Die Fans im ausverkauften Rund quittierten die Leistung mit stehenden Ovationen, eine selten gewordene Geste bei den alles andere als verwöhnten S04-Fans. (DATENCENTER: 10. Spieltag)

"Für die Fans ein Riesenspiel"

Während Schalke das Remis wie einen Sieger feierte, saß der Stachel der Enttäuschung beim HSV natürlich tief - schließlich netzte Kevin Kuranyi erst in der Nachspielzeit zum 3:3 ein.

"Für die Fans war es ein Riesenspiel, für uns eine Enttäuschung", sagte Piotr Trochowski nach dem Schlusspfiff. 166305(DIASHOW: Die Bilder vom 10. Spieltag)

Labbadia hadert mit Remis

Damit traf es der Nationalspieler auf den Punkt, denn: Der HSV führte 2:0, markierte nach der Roten Karten gegen David Rozehnal in Unterzahl das 3:2.

Erschwerend kam hinzu, dass der verletzungsgeplagte HSV nur eine Notelf auf den Platz schicken konnte und obendrein noch das Europa-League-Spiel in Glasgow stecken hatte.

"Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Die Mannschaft hat Moral bewiesen. Sie war müde und ist trotzdem unglaubliche Wege gegangen, auch in Unterzahl", meinte HSV-Trainer Bruno Labbadia.

HSV verpasst Tabellenspitze

Der Sprung an die Tabellenspitze hat der HSV (22 Punkte) damit verpasst, Bayer Leverkusen behauptete aufgrund der besseren Tordifferenz den Platz an der Sonne.

Auch die "Königsblauen" tummeln sich weiter in der Spitzengruppe, sackten aber durch den Bremer Sieg um einen Platz auf Rang vier ab.

Ein Umstand, mit dem sich wohl viele Schalke-Fans abfinden können.

Lob von Magath

Schalke-Coach Felix Magath, der im Vorfeld der Partie neue Gerüchte ob der Schalker Finanzmisere ins Reich der Legenden verwies, war sichtlich stolz auf seine Mannschaft, die sich nie hängen ließ und sich auch nach dem 0:2 bravourös zurück ins Spiel kämpfte:

"So stelle ich mir das von der Leidenschaft, von den Emotionen, von der Stimmung her vor", sagte Magath:

"Mit viel Kampf haben wir das Unentschieden noch erreicht. Wir haben aber gesehen, dass es bei uns hier und da noch fehlt. Ich hadere mit den Gegentoren. Das waren zu einfache Fehler", mäkelte Perfektionist Magath.

Seitenhieb von Rost

Im Gegensatz zu den Schalke-Fans war bei Frank Rost von Partystimmung keine Spur, der Ex-Schalke-Keeper konnte sich einen Seitenhieb auf seine alte Kollegen nicht verkneifen.

"Schalke feiert ein Unentschieden gegen zehn Mann. Sie haben immer noch eine teure und qualitativ hochwertige Mannschaft. Die Ansprüche auf Schalke sind offenbar arg gesunken", moserte Rost.

Den Schalke-Fans wird es nach dieser Fußball-Gala allerdings wohl egal sein.

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