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TIm Borowski erzielte für Werder sein zweites Saisontor © getty

Werder Bremen lässt sich durch Sestaks Blitz-Gegentor nicht schocken und dreht das Spiel. Am Ende gewinnt Bremen verdient.

Bochum - Rückschlag weggesteckt, Spiel gedreht, Serie gewahrt: Werder Bremen ist weiter nicht zu stoppen und hat seine Titel-Ambitionen in der Bundesliga eindrucksvoll untermauert.

Trotz des schnellen Gegentores von Stanislav Sestak nach 39 Sekunden besiegte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf Kellerkind VfL Bochum 4:1 (2:1).

Werder verbesserte sich damit nach dem 15. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage auf den dritten Tabellenplatz.

"Wir haben das Selbstvertrauen, so ein Spiel zu drehen. Wir müssen nicht tiefstapeln. Wir gehören zu den sieben, acht Mannschaften, die ganz oben mitspielen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs.

Ein Punkt Rückstand

Der Rückstand auf das Spitzenduo Bayer Leverkusen und Hamburger SV beträgt nur noch einen Zähler.

Die bisher einzige Pleite Werders datiert vom ersten Spieltag beim 2:3 gegen Eintracht Frankfurt.

Schnellstes Saisontor

Das schnellste Saisontor durch Sestak schüttelten die Bremer locker ab. Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw drehten die Gäste durch Aaron Hunt (9.) und Nationalspieler Marko Marin (32. ), der sein erstes Tor für Bremen erzielte, den Spieß um.

Der eingewechselte Tim Borowski setzte noch einen drauf (76.), Nationalspieler Mesut Özil sorgte für den Endstand (90.+1).

Bochum jetzt Vorletzter

Bochums Interimstrainer Frank Heinemann kommentierte nach dem Spiel: "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles gegeben - da ist ein 1:4 schwer zu erklären. Mit der Leistung bin ich zufrieden, über das Ergebnis aber schwer enttäuscht."

Für Heinemann könnte es das fünfte und auch letzte Pflichtspiel als Verantwortlicher an der Seitenlinie gewesen sein.

Die Westfalen holten unter seiner Regie in der Liga aus vier Begegnungen vier Punkte und rutschten mit acht Zählern auf den vorletzten Platz ab.

"Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber wir werden sie fällen. Dienstag oder Mittwoch vor dem Training werden wir Klarheit haben", sagte das für die Finanzen zuständige VfL-Vorstandsmitglied Ansgar Schwenken.

Bald neuer Trainer

Dabei deutet sich an, dass ein neuer Trainer vorgestellt und Heinemann nicht auf den Chefsessel rücken wird.

"Wir sind natürlich traurig. Aber wenn wir weiter so einen Einsatz zeigen, dann werden wir auch die notwendigen Punkte holen", meinte VfL-Schlussmann Philipp Heerwagen.

Sestaks Blitztor

Jogi Löw hatte sich das richtige Spiel ausgesucht. Denn kaum hatten alle 25.703 Zuschauer Platz genommen, lag der Ball durch Sestak im Tor.

Der Slowake machte so einen möglichen Klub-Rekord für Bremens Keeper Tim Wiese zunichte.

Der Nationaltorhüter war zum Anpfiff 619 Minuten ohne Gegentor, die Vereinsbestmarke hält damit weiter Oliver Reck (641).

Schaaf: "Wünsche mir mehr Souveränität"

Werders Coach Thomas Schaaf ärgerte sich trotz des deutlichen Siegs über das frühe Gegentor.

Und er merkte kritisch an: "Als Trainer wünscht man sich etwas mehr Ruhe und Souveränität im Spiel, das hat leider nicht so funktioniert. Vieles was wir sehen wollten, hat die Mannschaft nicht gezeigt."

Schaaf erklärte weiter: "Es spricht aber für das Team, dass es nach dem Rückstand zurückkommt und ihr Spiel durchbringt. Wir haben viele Dinge zugelassen, die dem VfL, der begeistert und mutig nach vorn gespielt hat, immer wieder Möglichkeiten bescherte."

Doch am Ende stehe eben, dass Werder "drei sehr wichtige Punkte" eingefahren habe.

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