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Mark van Bommel spielt seit der Saison 06/07 für den FC Bayern München © getty

Vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale bei der Eintracht lässt Mark van Bommel die Kritik von Franz Beckenbauer an sich abtropfen.

Vom FC Bayern berichtet Martin van de Flierdt

München - Nein, Mark van Bommel ist derzeit nicht auf Krawall gebürstet.

Nach dem 2:1-Zittersieg in der Liga gegen Eintracht Frankfurt hatte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer die Mannschaft ordentlich in den Senkel gestellt. (DATENCENTER: 10. Spieltag)

Aktuell müsse man als Sympathisant des Rekordmeisters "mit dem Primitiven zufrieden sein".Ein klarer Affront gegen das Team.

Doch van Bommel nimmt Beckenbauer diesen Satz nicht übel.

"Er bekommt es eben nicht genau mit"

"Der Kaiser muss beim Fernsehen natürlich etwas kommentieren", antwortete der Bayern-Kapitän auf Anfrage von Sport1.de.

"Er sieht das aus der Sicht eines Fans. Er bekommt eben nicht ganz genau mit, was wir verabredet haben, wie wir spielen wollen und müssen."

Von daher sei die Aussage Beckenbauers "keine Kritik". "Alles, was der Kaiser sagt, nehmen wir mit", meint van Bommel vielmehr versöhnlich. 166305(DIASHOW: Die Bilder vom 10. Spieltag)

"Damit tun wir uns nur Gutes."

Widerspruch in Sachen Leistungsstärke

Allerdings hat der 32-Jährige durchaus eine andere Sichtweise des Niveaus, auf dem sich seine Mannschaft derzeit bewegt:

"Ich glaube nicht, dass wir schlechten Fußball spielen, auch wenn es noch nicht der Fußball ist, den wir am Ende bieten wollen."

Zwar stimmten die Ergebnisse derzeit nicht. Doch die ausgegebenen Ziele seien für den FC Bayern nach wie vor in Reichweite.

Das "Mia san mia" ist immer da

Die Befürchtung von Uli Hoeneß, das selbstbewusste Selbstverständnis des "Mia san mia" sei der aktuellen Bayern-Mannschaft abhanden gekommen, teilt van Bommel daher auch nicht.

"Das ist nicht weg und ist nie weg gewesen", behauptet er. "Das Gefühl habe ich, seit ich vor vier Jahren hergekommen bin. Es ist immer da. Es liegt nur in der Schublade."

Das "Mia san mia" nur anhand von Ergebnissen fassen zu wollen, greife ohnehin zu kurz.

An mangelnder Ausstrahlung liegt's nicht

"Da stecken mehrere Faktoren drin, mehrere Facetten des Fußballspiels", erklärt der Niederländer.

Dass die Konkurrenz den Münchnern vermehrt und zuletzt in Person von Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen die Ehrfurcht verweigert, habe nichts mit einem Mangel an dem besagten Selbstverständnis zu tun.

"Ich glaube nicht, dass es uns an Ausstrahlung fehlt", findet van Bommel. Man müsse sich ja nicht immer erst eine Gelbe Karte abholen, um auf dem Platz Präsenz zu demonstrieren.

Fairste Mannschaft der Liga

Verwarnungen haben die Münchner in der Ägide Louis van Gaals nämlich erstaunlich selten erhalten.

Nur sieben an der Zahl, lediglich eine davon sah der zwischenzeitlich verletzte van Bommel - der Rekordmeister grüßt in der Fairplay-Tabelle nach zehn Spieltagen von Platz eins.

Ein Zeichen für fehlende Aggressivität? Mitnichten, wie van Bommel erklärt:

"Das kommt, weil wir mehr Ballbesitz haben. Da kann man nicht foulen. Es sei denn", schiebt er scherzhaft hinterher, "man foult den eigenen Mitspieler."

Das hat der Niederländer auch im anstehenden Pokal-Achtelfinale beim jüngsten Liga-Gegner Eintracht Frankfurt (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) nicht vor.

Denn im Moment, siehe oben, ist er einfach nicht auf Krawall gebürstet.

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