Der ehemalige Nationalstürmer ist als Bundesligatrainer ein Greenhorn. Nachvollziehbar ist seine Verpflichtung durch den VfL dennoch.

Gute fünf Wochen hat sich der VfL Bochum mit der Findung eines Nachfolgers für den am 6. Spieltag entlassenen Marcel Koller Zeit gelassen.

Das haben andere Vereine zwar schon zügiger hinbekommen, aber die Dauer des Übergangs ist nachvollziehbar.

Denn mit Frank "Funny" Heinemann wussten die Bochumer ihre Mannschaft in guten Händen. Das VfL-Urgestein brachte die nötige Identifikation und den Willen mit, dem Klub zu helfen.

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Seine Berufung zum Interimscoach kittete zudem das zuvor zunehmend angegriffene Verhältnis zum eigenen Anhang.

Außerdem hatte er nicht zuletzt aufgrund seiner Vereinstreue eine Chance als Chefcoach verdient.

Doch in den fünf Spielen unter Heinemanns Ägide ist die Einsicht gereift, dass dieser der Mannschaft, die er auf Platz 17 übernahm und dort auch wieder übergibt, nicht die nötigen Impulse geben kann, um den Klassenerhalt zu bewerkstelligen.

Mit der Verpflichtung von Heiko Herrlich geht der VfL nun ein kalkuliertes Risiko ein. Zum einen ist der ehemalige Nationalspieler als Trainer ein Bundesliga-Greenhorn ohne jede Erfahrung.

Doch welche Effekte eine unverbrauchte Sicht der Dinge mit sich bringen kann, zeigt das Beispiel von Thomas Tuchel in Mainz.

Dass der VfL Herrlich zutraut, dauerhaft mit der Mannschaft Erfolg zu haben, dokumentiert die Vertragsdauer.

Schließlich ist es früh genug in der Saison, um das Team in ruhiges Fahrwasser zu führen, zumal der VfL punktgleich mit dem Tabellenvierzehnten steht.

Einen Feuerwehrmann mit geringer Halbwertszeit wollten sich die Westfalen daher folgerichtig nicht ins Boot holen.

Das können sie im Frühjahr immer noch, falls das Experiment Herrlich scheitert.

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