vergrößernverkleinern
Hamit Altintop wechselte 2007 vom FC Schalke zum FC Bayern © imago

Jose Sosa ist schon weg, und der Kader des FC Bayern soll weiter schrumpfen. Möglich, dass sich auch Altintop neu orientiert.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der Türke ist stolz. Und ein Kämpfer.

Doch beim FC Bayern hat Hamit Altintop seinen Stammplatz verloren.

Als der Rekordmeister am Mittwoch seinen Aufwärtstrend im Pokal-Achtelfinale bei der Eintracht fortsetzte, hockte er wieder auf der Bank.

Es brodelt in ihm, weil er nicht verstehen kann, warum Trainer Louis van Gaal ihm nicht dauerhaft Vertrauen schenkt.

Jose Sosa ergriff bereits die Flucht. Er wechselt mit sofortiger Wirkung zurück in die argentinische Heimat zu Estudiantes de la Plata und reiht sich damit in die Riege der Bayern-Transferflops ein 57408(Diashow: Lutscher und Entlauber).

"Mit meinen Fähigkeiten kann ich der Mannschaft auf jeden Fall helfen", erklärt Altintop auf Nachfrage von Sport1.de.

Der 26-Jährige fleht geradezu: "Ich möchte spielen, ob das nun hinten rechts ist oder irgendwo anders. Notfalls kann ich auch vor der Abwehr oder hinter den Spitzen spielen."

Zuletzt hinten rechts

In Bordeaux, beim 1:2 in der Champions League gegen Girondins, hatte ihn van Gaal als Rechtsverteidiger aufgeboten.

Altintop erledigte die Aufgaben auf der für ihn ungewohnten Position gewissenhaft, aber nicht überragend. Beim 1:2 traf ihn eine Teilschuld.

"Ich glaube, das war okay. Ich war viel mit Defensivarbeit beschäftigt", blickt er zurück.

Er weiß auch: "Klar habe ich nicht so gespielt, wie es sich der Trainer und auch ich vorgestellt haben, aber so schlecht war das auch nicht."

Zuvor hatte er sich ebenfalls beschwert: "Ich weiß nicht, warum van Gaal mich nicht spielen lässt und das macht mich sauer. Ich trainiere hart. Eigentlich müsste ich jede Woche spielen."

Der Frust wächst

Umso frustrierter war er deshalb, als er am Samstag und Mittwoch gegen Frankfurt wieder nicht von Beginn an aufgestellt wurde.

Langsam wird auch ihm bewusst: Die Perspektiven in München sind für ihn derzeit nicht die besten.

Im Mittelfeld blockieren Franck Ribery, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller die für ihn in Frage kommenden Positionen im Mittelfeld.

Die Rolle des rechten Verteidigers ist nur ein Kompromiss, außerdem beansprucht diese Position Philipp Lahm.

Altintops Vertrag läuft am Ende der Saison aus, und die Gerüchte um einen Wechsel in der Winterpause verdichten sich zusehends.

Die Heimat ruft

In seiner Heimat besitzt der Türke Heldenstatus. Er hat mittlerweile 53 Länderspiele auf dem Konto und ist als Spielgestalter in der Zentrale die feste Größe in der Nationalmannschaft.

Dort bekommt er Verantwortung. Ganz im Gegensatz zur Situation in München.

Vor kurzem soll Altintop die Bayern-Bosse um eine Freigabe für einen Wechsel zu Galatasaray Istanbul gebeten haben. Kontakt soll bereits lange bestehen.

Auch Fenerbahce soll Interesse haben. Der von Christoph Daum trainierte Verein ist offenbar dazu bereit, eine Ablöse zu zahlen und den Spieler mit einem Gehalt von 3,5 Millionen Euro zu ködern.

Kaum denkbar, dass sich Manager Uli Hoeneß und Sportdirektor Christian Nerlinger, die ihren Kader noch ausdünnen wollen, nicht mit den Türken reden würden.

Denn einen Hinweis auf eine Verlängerung in München gab es von Klubseite aktuell auch nicht mehr.

"Klar wäre es schön, wenn ich meine Karriere beim besten deutschen Klub fortführen könnte", hat der schnelle, schussstarke, zuweilen hektische Rechtsfüßer gesagt, "aber es kann auch in eine andere Richtung gehen."

Gebremster Optimismus

Nach der schwierigen vergangenen Saison, als ihn ein Mittelfußbruch enorm zurückwarf, war er eigentlich optimistisch gewesen, wegen van Gaals "Erfahrung, die nicht zu ersetzen ist".

Doch der sagt vor dem Spiel in Stuttgart nur: "Zu viele Änderungen sind nicht gut." Und Altintops Frust steigt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel