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3:0 bei 1860 und 25,5 Millionen von GWE: Ein gelungener Mittwoch für Felix Magath © imago

Sportlich bleibt Schalke mit dem Sieg bei 1860 im Pokal-Rennen. Auch finanziell haben die "Knappen" nun einen wichtigen Schritt gemacht.

München - Schalke 04 hat einen entscheidenden Schritt aus seiner Finanzkrise gemacht, muss aber weiter Sanktionen durch die Deutsche Fußball Liga fürchten.

Wie der Verein am Donnerstag bestätigte, erhalten die Königsblauen für den Verkauf weiterer Anteile am Stadion 25,5 Millionen Euro frisches Geld vom städtischen Energiedienstleister GEW.

"Der FC Schalke 04 hat heute eine Vereinbarung mit einem Volumenvon 25,5 Millionen Euro geschlossen, die einen wichtigen Baustein für die Neuordnung der Vereinsfinanzen darstelle", erklärte der Verein am Donnerstag.

"Vertragspartner sind neben dem FC Schalke 04 e.V. und der FC Schalke 04-Stadion-Beteiligungsgesellschaft mbH Co. Immobilienverwaltungs KG dieGesellschaft für Energie und Wirtschaft mbH aus Gelsenkirchen sowie ein bedeutendes nationales Kreditinstitut", hieß es weiter.

Rückkaufoption und zusätzliches Darlehen

Die Vereinbarung besteht demnach aus zwei wesentlichen Bestandteilen:

"Der Verein verkauft Kommanditkapital an der Arena an seine Vertragspartner für einen Preis von bis zu 15 Millionen Euro. Nach Ablauf von zehn Jahren hat der FC Schalke 04 die Möglichkeit, diese Anteile zurück zu erwerben.

Und weiter: "Zudem gewähren die Vertragspartner der Arenagesellschaft Darlehen in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Dadurch wird die Arenagesellschaft in die Lage versetzt, vom Verein gewährte Darlehen in gleicher Höhe wieder an den FC Schalke 04 zurück zu führen. Diese Vereinbarung ist von allen Vorständen und Geschäftsführern unterschrieben und steht nur noch unter Gremienvorbehalt.

"Laufende Saison ist durchfinanziert"

Damit können die Schalker bei der Abgabe der Unterlagen für das Nachlizenzierungsverfahren bei der DFL am 31. Oktober zumindest nachweisen, vorerst weiter zahlungsfähig zu bleiben.

"Damit ist die laufende Saison 2009/10 durchfinanziert", sagte Finanzvorstand Peter Peters: "Der FC Schalke 04 hält zugleich alle Verpflichtungen aus dem Lizenzvertrag mit dem Ligaverband ein. Ein weiterer Verkauf von Rechten, Anteilen oder Spielern ist aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht notwendig."

Magath: Keine Notverkäufe

Trainer und Manager Felix Magath hatte zuvor angekündigt, dass Notverkäufe nicht zur Debatte stünden.

"Wir mussten im August keine Spieler verkaufen und wir müssen auch im Januar keine Spieler verkaufen", hatte Trainer Felix Magath nach Schalkes 3:0-Sieg im DFB-Pokal bei 1860 München erklärt.

Punktabzug droht weiterhin

Ein Entzug der Lizenz droht nach der neuen Finanzspritze nicht, allerdings könnten die Schalker dafür bestraft werden, im Frühjahr falsche Planzahlen eingereicht zu haben.

Im Prüfverfahren muss die DFL nun ermitteln, ob Schalke selbst verschuldet in die finanzielle Misere geraten ist. In diesem Fall drohen Punktabzüge. (Schalke will Stadionanteile verkaufen - Neuer tabu)

Gesamtverbindlichkeiten zukünftig reduziert

Schalke habe zum 31.12.2008 Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 137 Millionen Euro gehabt, die Arenagesellschaft zum gleichen Zeitpunkt Gesamtverbindlichkeiten von insgesamt 113 Millionen Euro, erklärte der Klub.

"Durch den Verkauf der Kommanditanteile werden die Gesamtverbindlichkeiten des 'Konzerns FC Schalke 04' zukünftig um die Verbindlichkeiten der Arenagesellschaft reduziert, da der Anteil des Vereins auf unter 50 Prozent sinken wird. Die Arenagesellschaft ist damit in der Schalker Konzernbilanz nicht mehr zu konsolidieren."

Tönnies: "Ein wichtiger Schritt"

"Wir wollen den Verein in dreierlei Hinsicht neu ordnen: im sportlichen Bereich, hinsichtlich unserer Strukturen sowie unsere Finanzen betreffend", sagte Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies.

"Die nun getroffene Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt, die wirtschaftlichen Strukturen des Klubs langfristig wieder auf eine gute Basis zu stellen.?.

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