vergrößernverkleinern
Jürgen Klopp trainerte vor dem BVB sieben Jahre lang den FSV Mainz © imago

Dortmund hat mit zwei deftigen Pleiten eine harte Bauchlandung hingelegt. Trainer Klopp fordert Geduld und eine Steigerung gegen Hertha.

Von Jessica Pulter

München - Den Dortmunder Fans ist vor Saisonbeginn mächtig Appetit auf die neue Saison gemacht worden.

Neue, junge Spieler, die erste Teilnahme am internationalen Geschäft seit dem UI-Cup 2005 und Trainer Jürgen Klopp als neuer Hoffnungsträger und Liebling der Massen.

Doch die Euphorie im Westfalenland hat in der vergangenen Woche schwer gelitten.

Enttäuschender Auftritt

Der BVB enttäuschte am Sonntag bei der herben 1:4-Abfuhr gegen Hoffenheim in Mannheim am Sonntag in jeder Hinsicht: Kein geordneter Spielaufbau, nachlässiges Zweikampfverhalten und viele Fehler im Abwehrverbund.

Da blieben auch die zaghaften Angriffsbemühungen von Stürmer Nelson Valdez fruchtlos.

Saisonstart relativiert sich

Bei der 0:2-Niederlage gegen Udinese Calcio sah es drei Tage zuvor nicht viel besser aus. Dortmund hat sich mit einem Schlag fast alle Hoffnungen auf einen längeren Verbleib im UEFA-Cup zerstört.

Der Optimismus, den der ansehnliche Saisonstart nahelegte, ist früher als gedacht Ernüchterung gewichen.

Vor Jahresfrist hatte man nach dem fünften Spieltag noch den vierten Platz inne, einen Punkt mehr auf dem Konto und drei Gegentore weniger.

Rückfall in alte Muster

Mit einem neuen Trainer will ein Klub neuen Schwung in die Mannschaft bringen.

Beim BVB war das durchaus sinnvoll, denn seit dem Meistertitel 2002 ging es in der Liga nur noch bergab.

Doch Klopp ist offiziell noch keine 100 Tage (84) im Amt und der mitgebrachte Elan scheint schon verflogen, der Schwung aufgebraucht - die Mannschaft fällt in alte Muster zurück.

Rotation im BVB-Team

Mit 62 Gegentoren waren die Dortmunder in der vergangenen Saison die Schießbude der Liga, noch weit vor den drei Absteigern aus Nürnberg, Duisburg und Rostock.

Der BVB reagierte, kaufte ein, stellte um und sortierte aus. Heraus kam der "Kinderriegel" mit Mats Hummels und Neven Subotic in der Innenverteidigung, der zu Saisonbeginn durchaus für sehr positive Schlagzeilen sorgte.

Kein Ersatz für Frei

Zugute halten muss man den Dortmundern, dass sie derzeit arg mit Verletzungsproblemen zu kämpfen haben.

Insbesondere einen Ausfall von Stürmer Nummer eins Alexander Frei kann das Angriffsspiel der Westfalen nicht verkraften. Zumal Tamas Hajnal als Spielgestalter noch nicht die Leistung gebracht hat, die sich die Dortmunder von ihm erhoffen durften.

Doch solche Probleme haben auch andere Teams, die allerdings damit besser umzugehen wissen - siehe Werder Bremen beim 5:2 beim FC Bayern.

Zurück mit Biss

Trainer Klopp verlangt mehr Zeit, um sein Team aus der schwierigen Lage herauszumanövrieren.

"Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht wissen, wie es für uns weitergeht. Nun ist Geduld gefragt, aber Geduld gepaart mit Ergebnissen", erklärte der Coach, der von seiner Mannschaft nun eine Reaktion im DFB-Pokal gegen Hertha BSC (Mi., ab 18.30 Uhr LIVE) erwartet.

"Wir müssen uns einfach wieder in eine gute Verfassung zurückbeißen."

"Schnelle Wiedergutmachung"

Auch Florian Kringe schlägt auf der BVB-Homepage in die gleiche Kerbe.

"Das ist das Schöne am Fußball: Wir haben die Möglichkeit, schnell Wiedergutmachung zu betreiben", meinte der Mittelfeldspieler.

"So ein Spiel wie gegen Hoffenheim darf uns aber nicht noch einmal passieren."

Steckt Dortmund in der Krise? Diskutieren Sie mit!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel