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Martin Demichelis (r.) wechselte 2003 von River Plate zum FC Bayern © imago

Vor dem Spiel in Stuttgart kritisiert Demichelis den Coach hart. Doch Louis van Gaal vertraut weiter van Buyten und Badstuber.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der Kader des FC Bayern hat so seine Tücken.

Bei der Ansammlung von Stars war es klar, dass den Stars auf der Bank irgendwann der Kragen platzt.

Vor dem Spiel beim VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) äußert nun Verteidiger Martin Demichelis seinen Unmut.

Er kritisiert Trainer Louis van Gaal hart.

"Ich bin nicht der einzige, der lange ausfiel. Aber ich muss um meinen Platz kämpfen. Das kann ich nicht verstehen. Es macht mich wütend und sauer", sagte der argentinische Nationalspieler der "Bild".

Demichelis nur dritte Wahl

Demichelis hat nach langer Verletzungspause erst am vergangenen Samstag gegen Eintracht Frankfurt (2:1) sein Liga-Comeback gegeben, ist im Abwehrzentrum hinter Daniel van Buyten und Holger Badstuber aber nur dritte Wahl.

"Ich bin fit. Ich bringe alles mit, um dieser Mannschaft zu helfen, und das will ich endlich wieder zeigen. Ich hätte mir gewünscht, dieselbe Rückendeckung wie andere Rückkehrer zu bekommen", ergänzte der 28-Jährige.

Zumindest am Dienstag in der Champions League gegen Girondins Bordeaux dürfte Demichelis von Beginn an auflaufen - van Buyten ist gegen den französischen Meister rotgesperrt.

Keine Veränderungen in der Innenverteidigung

Van Gaal ging darauf am Freitag beim Pressegespräch kaum darauf ein, stellte aber klar. "Ich kann momentan nicht viel ändern."

Gekleidet mit Anzug und roter Krawatte äußerte sich der Niederländer bei einem Cappuccino mit extra Zucker zum aktuellen Geschehen. Sport1.de saß mit am Tisch.

Bayern-Trainer Louis van Gaal über?

die aktuelle Form:

"Wir haben Selbstvertrauen. Das 4:0 in Frankfurt war eine der besten Vorstellungen des FC Bayern, seit ich Trainer bin. Dennoch weiß ich, dass die Qualitätsunterschiede in der Bundesliga nicht so groß sind und wir auch jederzeit wieder verlieren können."

den kommenden Gegner VfB Stuttgart:

"Wir haben in den Niederlanden ein Sprichwort: Eine Katze auf engem Raum macht komische Sprünge. Der VfB hat im Gegensatz zu Eintracht Frankfurt mehr individuelle Klasse. Ich habe das Spiel im Pokal gegen Fürth gesehen, sie hatten viele Chancen, die nur nicht verwertet."

Kollege Markus Babbel:

"Ich bin sehr froh, dass sich der Vorstand nicht dazu entschlossen hat, ihn zu entlassen. Ein Trainerwechsel garantiert nicht unbedingt den Erfolg. Ich sehe Babbel ebenso als "Prozesstrainer". Er braucht einfach Zeit und Vertrauen."

die Innenverteidigung:

"Holger Badstuber und Daniel van Buyten machen das sehr gut. Da kann ich nicht viel ändern. Martin Demichelis war verletzt und muss sich wieder herankämpfen. Wenn es - wie beim Spiel gegen Frankfurt - die Umstände erlauben, werde ich wieder das machen, was ich kann und ihn in der zweiten Halbzeit bringen."

Mario Gomez:

"Das Spiel gegen Stuttgart ist ein sehr spezielles Spiel für ihn. Ich gebe jedem Spieler immer Chancen, sich zu beweisen. Ich weiß, dass er topmotiviert ist. Die Möglichkeit, dass er am Samstag von Beginn an spielt, ist durchaus gegeben. Wer weiß, wer weiß?"

Weitere Abgänge in der Winterpause:

"Wenn jemand auf mich zukommt, bin ich gesprächsbereit und stimme mich mit dem Vorstand ab. Aber ob ich die Erlaubnis für einen Transfer gebe, hängt auch von den Positionen ab. Manche sind doppelt und dreifach besetzt."

Arjen Robben:

"Sein Zustand hat sich nicht verschlechtert. Es war ohnehin Wahnsinn, dass er drei Wochen nach seiner Verletzung schon wieder spielen konnte. Wir müssen vorsichtig mit ihm umgehen. Er wird gegen Stuttgart nicht spielen, damit er am Dienstag fit ist für das wichtige Champions-League-Spiel gegen Girondins Bordeaux."

den Weggang von Jose Sosa:

"Es ist besser für ihn. Ich habe mit ihm in der Vorbereitung gesprochen. Er wollte kämpfen und sich hier durchsetzen. 57408(Diashow: Lutscher und Entlauber) Doch es hat letztlich nicht gereicht, um regelmäßig zu spielen. Und zwei, drei Jahre auf der Bank zu sitzen, wäre schlecht für seine Entwicklung. Deshalb habe ich dem Transfer zugestimmt."

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