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Marcus Berg erzielte in der Bundesliga bisher drei Treffer für den Hamburger SV © getty

Marcus Berg spricht im Sport1.de-Interview vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach über die Erwartungshaltung beim HSV.

Von Daniel Rathjen

München/Hamburg - Marcus Berg sollte beim Hamburger SV langsam an das Team und die Bundesliga herangeführt werden.

"Man muss Marcus nicht an der Ablöse, sondern an seinem Alter messen", hatte Trainer Bruno Labbadia bei der Vorstellung des 10-Millionen-Neuzugangs vom FC Groningen gesagt. "Er ist ein Talent, das großes Potenzial hat."

Doch nach den langwierigen Verletzungen der Kollegen Mladen Petric und Paolo Guerrero ist Berg der einzige gesunde Torjäger, der Labbadia noch zur Verfügung steht.

Berg kommt immer besser in Form

Doch der 23-Jährige scheint dem zusätzlichen Druck gewachsen und erzielte zuletzt bei Celtic Glasgow das Tor des Tages und traf auch gegen Schalke 04 doppelt.

Der Torschützenkönig der U-21-EM findet sich in der Bundesliga immer besser zurecht und will auch gegen Borussia Mönchengladbach (Sa., ab 15 Uhr LIVE) wieder treffen.

"Zunächst fehlte mir in Sachen Fitness und Spritzigkeit etwas, aber ich habe mit dem hohen Tempo in der Bundesliga keine Probleme", erklärt Berg im Sport1.de-Interview.

Zudem äußert sich der Schwede auch über seine aktuelle Situation, die Erwartungshaltung beim HSV und dazu, wie er mit der anfänglichen Kritik zurechtkam.

Sport1.de: Herr Berg, hinter Ihnen liegt eine Superwoche mit drei Toren in zwei Spielen. Sind Sie erleichtert?

Marcus Berg: Zunächst denke ich, dass es eine sehr gute Woche für uns war. Natürlich hätten wir auf Schalke gerne gewonnen und hatten ja auch die Möglichkeit dazu. Doch insgesamt können wir mit den Spielen und der aktuellen Situation schon zufrieden sein. Dass ich in Glasgow und auf Schalke getroffen habe, freut mich ebenso.

Sport1.de: Ihr Trainer Bruno Labbadia hat die Treffer "typische Berg-Tore" genannt. Was ist für Sie ein typisches "Berg-Tor"?

Berg: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Die beiden Treffer auf Schalke waren super vorbereitet. Vielleicht meint der Trainer, dass ein Stürmer dann an der richtigen Stelle stehen muss, um die Vorlagen zu verwerten. Das ist natürlich auch mein Ziel. Denn als Stürmer möchte man Tore erzielen, das ist klar.

Sport1.de: Wie haben Sie die Kritik aufgefasst, die nach Ihren ersten Auftritten aufkam?

Berg: Ich versuche grundsätzlich mich nicht von solchen Dingen irritieren zu lassen. Als Fußballprofi hast du immer einen gewissen Druck, denn man möchte erfolgreich sein. Ich versuche im Training immer besser zu werden und fühle mich auch immer besser. Ich weiß aber auch, dass ich noch Luft nach oben habe.

Sport1.de: Wo lagen die größten Schwierigkeiten bei der Umstellung von der niederländischen Liga auf die Bundesliga?

Berg: Zunächst fehlte mir in Sachen Fitness und Spritzigkeit zu Beginn etwas, da ich ja in der Vorbereitung zur Mannschaft gestoßen bin. Das habe ich mir Stück für Stück erarbeitet. Dass das Tempo in der Bundesliga sehr hoch ist, ist kein Geheimnis. Doch damit habe ich keine Probleme.

Sport1.de: Es heißt, Sie müssten sich erst irgendwo richtig wohlfühlen, damit Sie treffen. Ist das so?

Berg: Ich weiß nicht, ob das unnormal ist. Wenn man sich wohlfühlt, kann man auch gute Leistungen abrufen. Und ich fühle mich beim HSV sehr wohl. Die Bedingungen und die Strukturen im gesamten Verein sind sehr professionell.

Sport1.de: Haben es sensible Spieler generell schwerer als Stürmer, weil sie viel überlegen?

Berg: Das weiß ich nicht, ich würde mich selber auch nicht als sensiblen Spieler bezeichnen. Man sollte grundsätzlich als Stürmer vor dem Tor nicht allzu lange überlegen, denn dann kann die Chance schon wieder vorbei sein.

Sport1.de: Wie ordnen Sie Ihren aktuellen Leistungsstand ein?

Berg: Ich fühle mich körperlich gut und fit. Ich versuche mich aber immer weiter zu steigern. Ich werde mich sicher nicht ausruhen, sondern weiterhin hart arbeiten.

Sport1.de: Ist die Mannschaft nach den verletzungsbedingten Rückschlägen noch näher zusammengerückt, ist gar eine Art "Jetzt-erst-recht"-Mentalität eingekehrt?

Berg: Ja, das kann man schon so sagen. Die Ausfälle sind schon bitter, aber wir können es nicht ändern. Unser Ziel ist, jede Partie als Endspiel zu betrachten. Dann können wir weiterhin so stark spielen. Dass es innerhalb des Teams stimmt, hat auch die Partie auf Schalke gezeigt, in der wir lange Zeit in Unterzahl spielen mussten.

Sport1.de: Die Erwartungshaltung beim Hamburger SV ist groß. Empfinden Sie das als Druck?

Berg: Ich bin ja erst seit dieser Serie in Hamburg, doch ich glaube, dass in Hamburg immer eine Erwartungshaltung da ist. Und der Druck gehört dazu. Man muss nur versuchen auf dem Platz die nötige Lockerheit zu haben und nicht zu verkrampfen.

Sport1.de: Was kann der HSV tatsächlich erreichen?

Berg: Es mag doof klingen, aber das werden wir sehen. Wir wollen weiterhin oben mitspielen, dafür wollen wir unbedingt die drei Punkte gegen Mönchengladbach am Samstag. Wichtig ist ohnehin, dass wir konstant gute Leistungen zeigen.

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