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Mario Gomez wechselte für 30 Millionen Euro von Stuttgart zum FC Bayern © imago

Es steht so gut wie fest, dass Mario Gomez gegen den VfB Stuttgart von Beginn an ran darf. Rund läuft es deshalb aber noch nicht.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Wie schön hätte es für Mario Gomez sein können?

Mit großen Zielen und Hoffnungen kam er im Sommer vom VfB Stuttgart zum FC Bayern.

Der Start verlief einigermaßen. Doch aktuell schwankt der Stürmer zwischen Frust und Trotz.

Bei seiner Rückkehr ins Ländle (Sa., ab 15 Uhr LIVE) bietet sich ihm eine Chance, einiges gerade zu rücken.

Bayern-Coach Louis van Gaal ließ am Freitag durchblicken, dass der 24-Jährige gute Chancen auf einen Einsatz von Beginn an habe.

Luca Toni tut - gerade auch im Hinblick auf das wichtige Champions League-Duell gegen Girondins Bordeaux am Dienstag - eine Verschnaufpause sicher gut.

"Ein spezielles Spiel"

Und auf die Frage, ob Gomez sich Hoffnungen machen könne, gegen seinen ehemaligen Klub aufzulaufen, antwortete der Niederländer verschmitzt lächelnd: "Wer weiß!"

Auch der standhafte Niederländer vernimmt wohl die leisen Töne aus der Chefetage, die ihm baldige Gomez-Einsätze und einen freundlicheren Umgang mit dem sensiblen Stürmer empfehlen (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Zuvor hatte van Gaal bereits erklärt, dieses Spiel sei für Gomez natürlich "speziell", und er habe Spielern gerade in Partien an alter Wirkungsstätte "oft" eine Chance gegeben.

Ein Einsatz aus sentimentalen Gründen - so weit ist es schon gekommen 57408(Diashow: Lutscher und Entlauber).

"Ich will das nicht als Grund haben", sagt Gomez denn auch beim Pressetalk an der Säbener Straße, "ich will spielen, weil der Trainer von mir überzeugt ist, nicht, weil es gegen meinen alten Verein geht."

Gomez ist bereit

"Ich fühle mich bereit", fügt der Angreifer an, "Ich habe einige Zeit gebraucht, um alles zu verarbeiten." Er sitzt weit zurückgelehnt in seinem Stuhl, sein linkes Bein stützt er angewinkelt am Tisch ab.

Alles, das war zum einen die Umstellung nach dem Vereinswechsel, andererseits das neue Gefühl, den Ansprüchen nicht zu genügen und auf der Bank Platz nehmen zu müssen.

Gomez ist der Meinung, dass er "nicht schlechter" ist als seine zahlreichen Konkurrenten.

Doch in München zählt nur die Meinung von van Gaal - und der hat Gomez seit sieben Spielen nicht mehr in die Startelf beordert.

Beim Rekordmeister ist Gomez nur einer unter vielen und wohl auch nicht gerade das, was man als Wunschspieler des Trainers bezeichnet.

Durchwachsene Bilanz

"Ich bin nicht zum FC Bayern gekommen, um auf der Ersatzbank zu sitzen", hatte Gomez aber mal gesagt.

Seine Bilanz ist ziemlich durchwachsen: Drei Tore bei den drei Einsätzen im DFB-Pokal; drei Tore bei zehn Einsätzen in der Bundesliga, dort spielte er aber nur viermal durch; und null Tore bei drei Einsätzen in der Champions League.

"Ich bin nicht zufrieden, und im Moment haben die Leute sicher nicht viel Spaß am Spieler Gomez. Auch das Vertrauen der Fans muss ich mir zurückholen", merkt Gomez in der "Bild" an.

Der VfB vermisst ihn

Und das ausgerechnet Stuttgart, wo sie ihn vermissen. Dort passte er ins System, dort spielten sie so, dass seine Stärken zum Tragen kamen.

Dort zahlte er auch das Vertrauen zurück - mit 57 Treffern bei 82 Einsätzen in den vergangenen drei Bundesliga-Spielzeiten.

In der C-Jugend mit dem FV Bad Saulgau hat er bei einem Hallenturnier mal gegen den VfB getroffen, ansonsten noch nie.

Jetzt ist er dazu verdammt, der alten Liebe wehzutun und die Krise der Schwaben noch zu verschärfen.

Stuttgart hat fünf Pflichtspiele in Folge verloren, die Mannschaft scheint jegliche Durchschlagskraft verloren zu haben. Die Chance für Gomez?

"Freundschaften ausblenden"

"Ich muss alle Freundschaften ausblenden. Und ich hoffe, dass ich gleich zehn Tore schieße!", sagt er scherzhaft.

Gomez rechnet mit einem "gemischten Empfang". "Einige werden sich erinnern, was ich für den VfB geleistet habe, andere werden mir meinen Wechsel zum FC Bayern nie verzeihen."

Jubeln will er aber nicht, falls er tatsächlich trifft. "Ich freue mich innerlich, um niemanden zu provozieren", verspricht er.

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