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Wohin geht die Reise? Arne Friedrich steuert mit der Hertha Richtung Abstieg © getty

Auch beim 0:2 in Dortmund ist vom Trainer-Wechsel nichts zu spüren - und Funkel sehnt schon die Winterpause herbei.

Dortmund - Die Bilanz ist alarmierend, die Leistung erschütternd, die Prognose vernichtend:

Hertha BSC Berlin steckt nach dem schlechtesten Saisonstart in bislang 29 Bundesliga-Jahren tief im Tabellenkeller fest. (DATENCENTER 11. Spieltag)

Vier Punkte nach elf Spieltagen, neun Niederlagen und 351 Minuten ohne Torerfolg stehen für den Traditionsklub von der Spree nach dem 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund zu Buche - und niemand kennt den Ausweg aus dem Dilemma.

Trainer Friedhelm Funkel musste lange überlegen, um nach dem Auftritt in Dortmund noch etwas Positives anmerken zu können.

"Es hat sich nicht viel gebessert"

Schließlich waren es jene zwanzig bundesligatauglichen Anfangsminuten, auf die er seine Hoffnung stützte.

"Doch danach habe ich wieder viele Fehler gesehen. Es hat sich noch nicht viel verbessert. Wir werden weiter hart arbeiten", sagte der Nachfolger von Lucien Favre.

Der klagt nun übrigens vor Gericht auf seine seine Wiedereinstellung beim Hauptstadtklub. "Die Kündigungsschutzklage ist bei uns eingegangen", sagte Gerichtssprecher Martin Dreßler der "B.Z.".

Funkel ist derartige Erfolglosigkeit neu

Funkel dagegen wartet auch nach dem vierten Ligaspiel und insgesamt fünften Pflichtspiel auf der Hertha-Bank weiter auf sein erstes Erfolgserlebnis.

"Nur vier Punkte aus elf Spielen - ich habe ja schon viel erlebt in meiner Trainerlaufbahn, aber so etwas ist auch für mich Neuland", ergänzte Funkel, der unter anderem "zu wenig Qualität und Durchschlagskraft in der Offensive" ausmachte.

Und die Hertha-Defensive ist mit 25 Gegentreffern ohnehin die schlechteste der Liga. 168868(die Bilder).

Wenngleich derzeit ein Rückschlag dem nächsten folgt, stellt Funkel fest: "Die Stimmung in der Mannschaft ist nicht so schlecht wie der Tabellenplatz."

Köln als Schicksalsspiel

Dennoch müsse schnellstens ein Sieg her. "Unser Heimspiel gegen den 1. FC Köln müssen wir unbedingt gewinnen."

Bis zur Winterpause wollen die Berliner noch den einen oder anderen Punkt sammeln, "um dann in der Rückrunde anzugreifen".

Als Härtetest für das Duell mit Köln dient der Hertha das Gruppenspiel am kommenden Donnerstag in der Europa League beim niederländischen Vertreter SC Heerenveen, gegen den man bereits das Heimspiel mit 0:1 verlor.

Wenig Glaube an die eigene Stärke

Ein Dreier wäre eine gute Einstimmung auf Köln. Doch so recht fehlt allen Blau-Weißen der Glaube an die Stärke der vergangenen Saison, die sie auf Tabellenplatz vier beendeten.

In Dortmund reichte den Gastgebern eine mäßige Vorstellung zum vierten Saisonsieg.

Nach zehn Punkten aus den letzten vier Spielen - bei nur einem Gegentor - hat sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp nach ihrem Fehlstart wieder an die oberen Tabellenregionen herangearbeitet.

BVB-Wiedergutmachung fürs Pokal-Aus

"Das war kein Augenschmaus, das war ein Kampfspiel", resümierte der BVB-Coach.

Zumindest mit dem Ergebnis betrieben die Schwarz-Gelben Wiedergutmachung für die Pokal-Pleite drei Tage zuvor beim Drittligisten VfL Osnabrück (2:3).

Nuri Sahin (60., Foulelfmeter) und der argentinische Torjäger Lucas Barrios (90.+1) mit seinem fünften Treffer im fünften Pflichtspiel in Folge besiegelten den schwer erarbeiteten Sieg vor 77.000 Zuschauern.

Kehl und Le Tallec fallen länger aus

Allerdings muss der BVB längerfristig auf Sebastian Kehl und Damien Le Tallec verzichten.

Der 29-jährige Kehl hat sich im Schweizer Biel einer Adduktoren-Operation unterzogen und fällt bis Anfang Februar aus. Bei der OP wurde dem 31-maligen Nationalspieler entzündetes Narbengewebe entfernt.

Le Tallec wird ebenfalls drei bis vier Monate fehlen. Der Offensivspieler hatte sich beim Spiel in Osnabrück Bänder und Kapseln in der rechten Schulter gerissen und wird in den nächsten Tagen operiert.

Dede sieht Sternchen

Kurios war auch die Verletzung von Verteidiger Dede: Er prallte in der ersten Halbzeit mit dem Kopf seines Mitspielers Mats Hummels zusammen und musste minutenlang behandelt werden.

Danach kam er zurück aufs Feld, wo er allerdings ziemlich orientierungslos herumirrte. Schiedsrichter Felix Brych schickte ihn schließlich zur Auswechslung vom Platz.

Der Brasilianer wurde sofort ins Krankenhaus mit einerGehirnerschütterung gebracht.

Erst Pfeifkonzert, dann Versöhnung

Doch auch ohne ihren Verteidiger hatten die Dortmunder wenig Probleme, den Heimsieg einzufahren und die Pokalblamage vergessen zu machen.

"Wir wollten den Fans zeigen, dass das im Pokal nur ein Ausrutscher war", sagte Sahin.

Dennoch mussten sich die Borussen in der Halbzeitpause ein gellendes Pfeifkonzert anhören, bevor ihnen die versöhnenden Tore gelangen.

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