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Milivoje Novakovic (l.) und Lukas Podolski haben jeweils ein Saisontor © getty

Nach der Leistung gegen Hannover findet Lukas Podolski klare Worte. Rückkehrer Robert Enke hat keinen Kontakt zu Joachim Löw.

Köln - Ideenlos, leblos, harmlos: Nach dem 0:1 (0:1) gegen Angstgegner Hannover 96, der vierten Heimpleite der Saison und der bislang schlechtesten Leistung, hatte die geplagte Fangemeinde des 1. FC Köln endgültig genug.

Die treuesten der Treuen unter den 45.000 Zuschauern pfiffen sich aus Verärgerung die Seele aus dem Leib, als die Versager um Klub-Ikone Lukas Podolski und Stürmerstar Milivoje Novakovic vor der Südtribüne in Richtung Zuschauer applaudierten. 168868(DIASHOW: Bilder des Spieltags)

"Ich kann die Fans verstehen, dass sie gepfiffen haben", sagte Prinz Poldi mit fester Stimme.

Dann legte er mit scharfem Tonfall eine niederschmetternde Analyse nach: "Wir waren schwach, sehr schwach. Wir haben das Spiel verdient verloren. Das war nichts. Das war ein Gegner auf Augenhöhe und dieser Gegner auf Augenhöhe hat uns beherrscht." Das saß.

Kein Torschuss vor der Pause

0:10 Torschüsse in der ersten Halbzeit standen laut Statistik zu Buche, unter dem Strich wurde Hannovers Nationaltorhüter Robert Enke bei seinem Comeback 63 Tage nach seinem letzten Einsatz in 90 Minuten zweimal mit Distanzschüssen von Youssef Mohamad und Maniche geprüft.

So spielt ein Absteiger, und am kommenden Sonntag tritt man beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht Hertha BSC Berlin an. "Wir kamen nie in die Zweikämpfe und sind nicht als Team aufgetreten. So können wir nicht nach Berlin fahren, da bleiben wir lieber zu Hause", sagte Podolski in einem Anflug von Sarkasmus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Soldo bleibt ruhig

FC-Trainer Zvonimir Soldo, stets ein wortkarger und ruhiger Mensch, platzte zwar auch diesmal nicht der Kragen. Aber es arbeitete in dem Kroaten.

"Mit so einer Leistung kann man kein Spiel gewinnen. Engagement und Leidenschaft haben gefehlt. Dass die Zuschauer unzufrieden sind, ist normal. Sie haben ja schon ein paar Niederlagen hier erlebt, aber da war wenigstens die Einstellung okay", sagte Soldo.

Soldo ist nachdenklich

Die Einstellung und Sorglosigkeit gibt dem Trainer-Novizen und Disziplin-Freund zu denken. "Vielleicht haben schon einige gedacht, dass wir aus dieser Situation heraus sind. Aber wir müssen noch viel arbeiten, um da rauszukommen", sagte der ehemalige Stuttgarter Bundesliga-Profi.

Seinen 42. Geburtstag am Montag wird der Coach auf dem Trainingsplatz und mit der Aufarbeitung des Erlebten verbringen wird. Mit neun Punkten ist man mitten im Abstiegskampf.

Meier sieht Druck

Eigentlich hatte man in Köln nach dem schweren Auftaktprogramm mit Gegnern wie Bayern München, Schalke 04, Hamburger SV oder VfB Stuttgart und zum Teil guten Leistungen nun den Endspurt aus dem Tabellenkeller erwartet.

Manager Michael Meier sieht nun "mit dem nächten Gegner gewaltigen Druck auf uns zukommen. Und der nächste Heimgegner ist auch nicht von Pappe", sagte der 59-Jährige mit Blick auf 1899 Hoffenheim und fügte an: "Mit dem Druck kann die Mannschaft vielleicht besser umgehen."

96 schafft Basis

Vom Druck hat man sich in Hannover mit dem neuen Trainer Andreas Bergmann längst befreit.

Nach dem zweiten Sieg in der Fremde hat das schlechteste Auswärtsteam des vergangenen Jahres mit nunmehr 15 Punkten eine solide Basis - und wieder den Nationalkeeper zwischen den Pfosten, der wegen eines Virus-Infekts sechs Spiele hatte aussetzen müssen.

"Es war ganz okay, aber es fehlt noch ein bisschen was. Es gibt andere Spiele, in denen man berühmt geschossen wird. Aber ich brauche nicht fünf oder sechs spektakuläre Paraden, um mich über einen 1:0-Sieg zu freuen", meinte der 32-Jährige.

Wann meldet sich Löw?

Seinen Platz als Nummer 1 hatte Enke in den wichtigen WM-Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan, in Russland und gegen Finnland nicht verteidigen können.

"Es gab noch keinen Kontakt zu Löw. Köpke (DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke/Anm. d. Red.) hat gesagt, dass er sich bald melden wird", sagte Enke und fügte mit Blick auf die Länderspiele im November gegen Chile und die Elfenbeinküste an: "Die Spiele sind vergeben. Wer nominiert wird (Für die WM/Anm. d. Red.), muss der Bundestrainer entscheiden."

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