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Aaron Hunt (l.) feierte 2004 sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen © getty

Die Bremer feiern nach einer "rabenschwarzen Halbzeit" ihre Moral und den doppelten Torschützen. Michael Oenning ist bedient.

Nürnberg - Als das Ende der beeindruckenden Serie von Werder Bremen schon besiegelt schien, schlug Aaron Hunt doch noch zu.

Mit seinem Treffer zum 2:2 (0:2) beim 1. FC Nürnberg in der Nachspielzeit rettete der 23-Jährige, der sich am Ende über einen Doppelpack freuen durfte, die Bremer vor der ersten Pflichtspiel-Niederlage seit knapp drei Monaten und ermöglichte den Norddeutschen den Sprung auf Platz zwei. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Während beim Club die Enttäuschung nach dem Last-Minute-Ausgleich laut Trainer Michael Oenning "riesengroß" war, überwog bei Werder die Freude über das Remis - zumal das Team von Trainer Thomas Schaaf nunmehr seit 17 Pflichtspielen ohne Niederlage ist.

"Mit dem Punkt können wir zufrieden sein", meinte Schaaf und bedankte sich bei seinem zweifachen Torschützen: "Aaron Hunt hat uns gerettet und sich weiter in den Vordergrund spielen können."

Allofs: "Hunt macht Spaß"

Auch Werders Sportdirektor Klaus Allofs lobte den offensiven Mittelfeldmann nach dessen Saisontoren Nummer vier und fünf: "Er macht sehr viel Spaß. Er hat Mumm und geht vorne rein."

Bei Bundestrainer Joachim Löw steht Hunt deshalb bereits im Notizblock. Eine Einladung für die Länderspiele am 14.11. gegen Chile und am 18. 11. gegen die Elfenbeinküste ist wahrscheinlich.

Mit dem Thema Nationalmannschaft wollte sich Hunt aber nicht allzu sehr auseinandersetzen. "Wenn es so wäre, freue ich mich. Ich versuche einfach, weiter meine Leistung zu bringen", meinte er gelassen.

"Rabenschwarze erste Halbzeit"

Ohnehin hielt sich die Euphorie bei Hunt trotz seiner Tore (71. /90.) in Grenzen. "Der Punkt war aufgrund der ersten Halbzeit glücklich. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, die Laufwege haben nicht gestimmt", sagte er.

Schaaf sprach sogar von einer "rabenschwarzen ersten Halbzeit. Wir haben all das, wofür wir in den letzten Wochen standen, vermissen lassen." Auch die bisher souveräne Werder-Abwehr wackelte einige Male bedenklich.

Die Bremer hatten sogar Glück, dass die aufopferungsvoll kämpfenden und aggressiven Nürnberger vor 42.258 Zuschauern durch Treffer von Christian Eigler nach einem kapitalen Missverständnis zwischen Per Mertesacker und Tim Wiese (3.) und Albert Bunjaku (33. ) nur 2:0 führten.

Vor allem Marek Mintal hatte einige Male das 3:0 auf dem Fuß. Dann wäre die erste Bremer Niederlage seit dem 8. August (2:3 gegen Frankfurt) wohl perfekt gewesen.

Bremen zeigt Moral

So konnte Allofs entspannt anmerken, "dass es schön war, dass die Mannschaft nach einer total verpennten ersten Halbzeit zurückgekommen ist. Wir haben viel Einsatz und Willen gezeigt, auch wenn es kein gutes Spiel von uns war."

Selbst die Tatsache, dass in Torjäger Claudio Pizarro, Hugo Almeida, Marcelo Moreno und Torsten Oehrl fast der gesamte Sturm ausfiel, brachte Werder nicht vom Weg ab. In Hunt, Marko Marin oder Mesut Özil kann Bremen immer noch genügend Offensivstärke aufbieten.

Während Werder das 2:2 als Punktgewinn ansah, war es für die durchwachsen in die Saison gestarteten Nürnberger eine gefühlte Niederlage.

Nürnberg hadert

"Es ist ärgerlich, dass wir trotz der zwei Stürmertore nicht gewonnen haben", kommentierte Oenning das Remis: "Vielleicht können wir nach drei, vier Tagen das Positive nach vorne schieben. Jetzt ist es schwer, sich über den Punkt zu freuen."

Allerdings machte dem Trainer die Leistung des Aufsteigers durchaus Mut:

"Wir haben viel Engagement gezeigt, aber auch Spielkultur. Wenn wir da weitermachen, werden wir auch unsere Punkte machen." Dem pflichtete auch Schaaf bei: "Nürnberg hat alles eingesetzt und ist sicher traurig. Aber wenn sie diese Leistung weiter bringen, werden sie noch viele Punkte holen."

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