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Wechsel mit Folgen: Abwehr-Chef Sami Hyypiä (l.) muss nach 74 Minuten raus © imago

Mit schlechter Laune an die Spitze: Leverkusen hadert mit dem Remis gegen Schalke. Nach Hyypiäs Ausfall geht nichts mehr.

Von Tobias Schneider

München - Es war die große Chance für Bayer Leverkusen, ein Zeichen zu setzen, die Patzer der Konkurrenz zu nutzen und in der Tabelle davonzuziehen. Daraus wurde aber nichts.

Zwar eroberte die Werks-Elf mit 23 Punkten die Tabellenspitze in der Bundesliga von Werder Bremen (22) zurück, das 2:2 gegen Schalke fühlt sich für Leverkusen aber trotzdem an wie eine Niederlage.

Schließlich führte Bayer bereits mit 2:0 - und hatte die Partie voll unter Kontrolle.

Sportchef Rudi Völler versuchte nach Schlusspfiff erst gar nicht, seine Enttäuschung über die zwei verschenkten Punkte zu kaschieren: "Natürlich ärgern wir uns, das Remis tut richtig weh." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kroos: Erst Traumtor, dann Katzenjammer

Auch Toni Kroos, der per Volley-Kracher das 1:0 markierte, stand die Ernüchterung über das Remis ins Gesicht geschrieben:

"Es überwiegt die Enttäuschung, dass wir so ein Spiel noch aus der Hand geben. Für das Tor kann ich mir nichts kaufen."

Hyypiä-Ausfall wiegt schwer

Fakt ist: Nachdem der angeschlagene Sami Hyypiä in der 74. Minute vom Platz musste, fehlte Leverkusens Hintermannschaft die Ordnung und Sicherheit.

Bis zu seiner Auswechslung agierte der finnische Routinier als brillanter Abwehrchef, löste viele brenzlige Situationen mit stoischer Ruhe.

Nach seiner Auswechslung glich die Bayer-Abwehr eher einem aufgescheuchten Hühnerhaufen als einen Bollwerk. 168868(DIASHOW: Die Bilder vom 11. Spieltag)

Symptomatisch, dass Kevin Kuranyi nach wildem Durcheinander im Bayer-Strafraum den Ball zum 1:2 ins Tor stocherte und Vicente Sanchez beim 2:2 die mangelhafte Zuordnung eiskalt ausnutzte.

Binnen weniger Minuten klingelte es zwei Mal hinter Rene Adler, der in der Saison bis dato nur sechs Mal hatte hinter sich greifen müssen. Doch beim zweiten Gegentreffer sah auch er nicht gut aus.

Lehren aus der Vergangenheit

Dabei hättee Leverkusen gewarnt sein müssen. Denn am vergangenen Spieltag lag Schalke schon gegen Hamburg mit 0:2 zurück - und holte am Ende durch zwei späte Treffer beim 3:3 noch einen Zähler.

Dass sich die "Königsblauen" auch diesmal zurückkämpfen würden, hatte nicht einmal S04-Coach Felix Magath geglaubt:

"Leverkusen ist die bisher beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. Nach dem 0:2 hatte ich wenig Hoffnung, dass wir nochmal so einen Kraftakt wie letzte Woche schaffen und das Ding noch drehen."

Doch die "Knappen" straften ihren Lehrmeister Lügen.

Trostpflaster für Kießling

Zumindest Stefan Kießling hatte ein wenig Grund zur Freude, was aber weniger am Spiel, sondern vielmehr an Bundestrainer Joachim Löw lag.

Dieser sah Kießlings Treffer zum 2:0 live im Stadion und stellte dem Bayer-Stürmer nicht nur ein gutes Zeugnis aus, sondern sagte ihm auch eine Nominierung für die nächsten Länderspiele fest zu:

"Stefan wird dabei sein. Ich will kein Geheimnis mehr draus machen. Ich sehe ihn wirklich gut. Er macht wahnsinnige Wege und hat sich auch bei hohen Bällen enorm verbessert."

Aufbaugegner Frankfurt?

Nach den beiden Unentschieden gegen Dortmund und Schalke benötigt Leverkusen wieder einen Sieg für das Seelenwohl - da kommt die derzeit gebeutelte Frankfurter Eintracht gerade richtig.

Felix Magath dagegen kann auch am kommenden Spieltag sicherlich mit einem Remis leben. Doch wer Magath kennt, weiß, dass es immer sein Anspruch ist, als Sieger den Platz zu verlassen.

Erst recht wenn es gegen den FC Bayern München geht.

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