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Aristide Bancé wechselte 2008 von Kickers Offenbach zu Mainz 05 © getty

Nach dem Remis gegen Mainz macht sich bei Armin Veh und dem VfL Ernüchterung breit. Der Aufsteiger strotzt vor Selbstvertrauen.

Wolfsburg - Trainer Armin Veh enttäuscht, Torjäger Grafite entsetzt, das Publikum verärgert - dem VfL Wolfsburg schwimmen bei der angepeilten Titelverteidigung langsam, aber sicher die Felle davon.

"Wenn wir ganz oben mitspielen wollen, müssen wir eine Mannschaft wie Mainz zu Hause schlagen", sagte der Coach des deutschen Meisters nach dem 3:3 (2:2)-Unentschieden gegen den Aufsteiger.

Statt die Punktverluste der Tabellennachbarn zu nutzen, ließen die Niedersachsen nicht zum ersten Mal fast fahrlässig zwei Punkte liegen und kamen damit selbst bei den Treuesten der treuen Fans nicht durch.(DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Der Frust bei den 28.309 Zuschauern war groß. Was in der in solchen Situationen üblichen Forderung gipfelte: "Wir wollen euch kämpfen sehen!"

Martins erst cool, dann nachlässig

Längst vergessen war zu diesem Zeitpunkt die durchaus ansehnliche erste halbe Stunde.

Die Norddeutschen führten schnell durch den Nigerianer Obafemi Martins (7., 20.) und Torjäger Grafite, just von einem verordneten Heimaturlaub in Brasilien zurückgekehrt, wurde nicht vermisst.

Doch das Gesicht des Südamerikaners wurde auf der VIP-Tribüne länger und länger, als Martins zwei weitere Großchancen ausließ und damit die Vorentscheidung verpasste.

Defensive wieder schwach

"Trotz der zwei Tore war es auch nicht mein bestes Spiel", sagte Martins selbstkritisch.

Doch auch die VfL-Defensive hatte an dem nicht eingeplanten Remis ihren Anteil. Insbesondere der Ausgleichstreffer durch 05-Kapitän Tim Hoogland fünf Minuten vor dem Abpfiff war für Veh ein Aufreger:

"Ein Gegentor in Überzahl, das darf überhaupt nicht passieren."

Mainzer Kombinationsfußball

Passierte aber, auch weil die Gäste sich von dem frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen ließen und ins Spiel zurückfanden.

Zusätzlich profitierten sie davon, dass die Platzherren sie über weite Strecken bei ihrem ansehnlichen Kombinationsfußball gewähren ließen.

Hoogland: "Wir hatten immer das Gefühl, ebenbürtig zu sein."

Vermittelt wurde den Mainzern dieses gesunde Selbstbewusstsein auch durch die taktischen Vorgaben ihres jungen Trainers Thomas Tuchel.

Tuchels Mut belohnt

Der Coach-Novize wechselte bei einem 2:2-Halbzeitstand mit Andre Schürrle eine zusätzliche Offensivkraft ein und wurde am Ende dafür belohnt, schon vor dem Seitenwechsel hatten Amri (35.) und Ivanschitz (41.) per Freistoß getroffen.

"Die Mannschaft kann sehr stolz auf sich sein. Sie hat mit breiter Brust gespielt und viel Mut bewiesen", lobte Tuchel sein Team.

Mainz ist weiterhin punktgleich mit Meister Wolfsburg und hat auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt bereits eine beachtliche Wegstrecke zurückgelegt.

VfL am Dienstag gegen Istanbul

Auch die Wolfsburger könnten bereits am Dienstag (ab 20.15 Uhr LIVE) in der Champions League bei Besiktas Istanbul mit einem Sieg einen wichtigen Schritt Richtung Achtelfinale machen.

Dies aber nur mit größerem Einsatzwillen und mehr Konzentration, wie Veh schon einmal prophylaktisch anmahnte:

"In Istanbul dürfen wir nicht viel zulassen, wenn wir eine Chance haben wollen."

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