vergrößernverkleinern
Uli Hoeneß sieht seine Bayern auf dem besten Weg zur Herbstmeisterschaft © imago

Im Südgipfel beim VfB verpassen die Bayern zur Tabellenspitze aufzuschließen. Manager Hoeneß strotzt dennoch vor Selbstvertrauen.

Aus Stuttgart berichtet Matthias Becker

Stuttgart - Eigentlich war es einer dieser Momente, in denen der FC Bayern am liebsten zuschlägt.

In der 88. Minute flimmerte in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena gerade die Kunde vom 3:2-Führungstreffer Borussia Mönchengladbachs beim Hamburger SV über die Anzeigetafel, als Philipp Lahm von der rechten Seite eine Flanke in den Strafraum des VfB drosch.

In der Mitte versenkte Luca Toni den Ball im Tor. 1:0 Bayern, den Rückstand auf die geschlossen patzende Spitze der Liga mit einem Streich auf maximal zwei Punkte verkürzt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch die Selbstverständlichkeit mit der die Bayern solche Chancen gemeinhin nutzen ist noch nicht wieder da. Tonis Treffer wurde - zurecht - wegen einer Abseitsposition aberkannt, ein lausiges Gekicke im 85. Südgipfel zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München endete 0:0. 168868(DIASHOW: Die Bilder vom 11. Spieltag)

Hoeneß optimistisch

Trotzdem sieht Bayern-Manager Uli Hoeneß sein Team auf dem Weg zur Spitze voll im Soll. "Ich denke, dass wir vor Weihnachten auf Platz eins stehen werden", sagte Hoeneß.

Im Interview spricht er zudem über die Leistung von Mario Gomez an alter Wirkungsstätte und die schwere Champions-League-Aufgabe gegen Girondins Bordeaux.

Frage: Ist das 0:0 nach dem Spielverlauf das richtige Resultat?

Uli Hoeneß: Über weite Strecken hatte das Spiel keinen Sieger verdient, weil von beiden Seiten einfach zu wenige Torchancen herausgespielt wurden. Trotzdem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass die Partie genauso hätte laufen können wie das Pokalspiel in Frankfurt, wenn wir das erste Tor machen. Stuttgart hat aufopferungsvoll gekämpft, aber kein Selbstvertrauen gehabt.

Frage: Ist das Unentschieden angesichts der Resultate der übrigen Spitzenmannschaften nicht besonders ärgerlich?

Hoeneß: Wir haben natürlich auch die anderen Ergebnisse gesehen und wussten, welche Riesenchance da war. Am Ende muss man aber zufrieden sein.

Frage: Wie haben Sie Luca Tonis Abseitstor gesehen?

Hoeneß: Ich dachte im ersten Moment, es wäre kein Abseits gewesen. Die Zeitlupe hat aber dann gezeigt, dass er knapp im Abseits stand. Es wäre natürlich ein Hammer gewesen, wenn wir in der 88. Minute den Siegtreffer gemacht hätten. Da wäre der Kampf um die Tabellenspitze sehr viel früher interessant geworden als ich gedacht habe.

Frage: Zuletzt stehen drei Siege und ein Unentschieden zu Buche. Kann man das schon als Serie betrachten?

Hoeneß: Ich bin ja keiner, der ständig nach den Verletzten ruft. Aber der FC Bayern ohne Ribery und Robben ist nicht ganz derselbe Verein wie mit den beiden. Dafür halten wir uns gut ohne die zwei. Wenn die wieder dabei sind, dann werden wir sicherlich relativ schnell in der Bundesliga weiter oben stehen.

Frage: Wann rechnen Sie denn damit, in den Kampf um die Tabellenspitze eingreifen zu können?

Hoeneß: Ich denke, dass wir vor Weihnachten auf Platz eins stehen werden.

Frage: Würden Sie darauf wetten?

Hoeneß: Nein.

Frage: Wie beurteilen Sie die Leistung von Mario Gomez, der zum ersten Mal seit langem wieder von Beginn an ran durfte?

Hoeneß: Eine Stunde lang hat er hervorragend gespielt, hat die Bälle vorne gut gehalten und sehr laufstark gewirkt. Dann ist er ein bisschen müde geworden, aber das ist normal, wenn man lange nicht gespielt hat. Aber aus meiner Sicht hat er recht gut gespielt.

Frage: Gegen Bordeaux am Dienstag reicht ein Unentschieden aber nicht, oder?

Hoeneß: Das Spiel müssen wir gewinnen. Wenn wir nicht gewinnen, wird es extrem schwierig, weiterzukommen. Da wir in der Champions League große Ziele haben, müssen wir gewinnen. Da gibt es kein Wenn und Aber und deshalb sind wir auch etwas nervös.

Frage: Hat es Ihnen Sorge bereitet, wie schwer sich die Mannschaft in Stuttgart in den ersten 60 Minuten getan hat?

Hoeneß: Na ja, wir haben ja auch gegen einen Gegner gespielt, der mit dem Rücken zur Wand steht. Wir dürfen nicht so überheblich sein, zu sagen: ,In Stuttgart musst du locker gewinnen.' Früher wären wir mit einem Unentschieden glücklich nach Hause gefahren. Nur weil die Stuttgarter im Moment keinen Lauf haben, können wir jetzt nicht davon ausgehen hier zu gewinnen. Normalerweise ist ein Unentschieden in Stuttgart so schlecht nicht.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel