Udo Lattek lobt in seiner Sport1.de-Kolumne den neuen Biss des Bayern-Stürmers. Lob gibt's für das VfB-Festhalten an Babbel.

Hallo Fußball-Freunde,

auch das muss mal gesagt werden: Ich finde es toll, dass Markus Babbel beim VfB Stuttgart diese Unterstützung hat - und ich finde sie auch gerechtfertigt.

Babbel macht auf mich einen sehr vernünftigen Eindruck; er jammert nicht rum, sondern er analysiert genau. Babbel weiß aber auch: Wenn der VfB weiter verliert, dass er dann weg ist.

Was problematisch ist: Ich habe das Gefühl, dass viele VfB-Spieler das letzte Jahr etwas überschätzt haben - und auch sich selbst.

Und damit arbeiten sie nicht mehr so gut und intensiv. Sie gehen mit einer gewissen Leichtigkeit und nicht der richtigen Ernsthaftigkeit heran.

Zuletzt immerhin war das anders. Die Stuttgarter waren aggressiver und haben die Bayern gefordert. Damit scheinen die dann riesige Probleme zu haben:

Wenn nämlich ein Gegner da ist, der keine Angst hat, sondern mitspielt. Der in die Zweikämpfe reingeht und sie läuferisch fordert.

Da haben die Bayern im Hinterkopf wahrscheinlich auch schon das Spiel gegen Bordeaux gehabt und wollten kein Verletzungsrisko eingehen. Das Ganze nur am Fehlen von Ribery und Robben festzumachen, halte ich für falsch.

Bei Louis van Gaal gibt es wohl auch keine freundlichen Akte. Er würde Mario Gomez nie aufstellen, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass er im Moment in einer guten Verfassung sein könnte.

Er hat gehofft, dass Gomez in Stuttgart, in seiner alten Heimat, eine Leistungsexplosion hat. Das hat er mit dem richtigen Kalkül entschieden.

Und Gomez hat richtig geantwortet, indem er gesagt hat: "Ich will nicht aufgestellt werden, weil ich hier früher mal gespielt habe, sondern meine Leistung soll zählen - der Trainer soll nach Leistung aufstellen."

Das ist der richtige Weg, den Gomez gehen muss. Er hat mittlerweile festgestellt, dass nur durch Leistung ein Platz in der Mannschaft zu erreichen ist - und das wird er auch schaffen.

Nicht von ungefähr kommt der Leverkusener Höhenflug dank Trainer Jupp Heynckes: Jupp legt unheimlich viel Wert auf Disziplin, auf guten Umgang mit den Spielern.

Dass hat er jedoch auch erst gelernt. Er hat sich da unglaublich verbessert, ist ein ganz großer Trainer geworden.

Seine Spezialität ist es mit Sicherheit, Standardsituationen bis zum Geht-nicht-mehr einzuüben. Der Erfolg gibt ihm recht, die Mannschaft macht dadurch unglaublich viele Tore.

Euer Udo Lattek

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel