vergrößernverkleinern
Robert Enke wechselte 2004 vom FC Barcelona nach Hannover © getty

Nach überstandener Krankheit gibt der 96-Keeper ein gutes Comeback. Der Kampf um die deutsche Nummer 1 ist erst mal egal.

Köln - Als die Zeit der Ungewissheit und des Leidens ein Ende hatte, hätte Robert Enke die ganze Welt umarmen können.

Minutenlang hielt der Nationaltorhüter Small-Talk mit den Fans, und auch den wartenden Journalisten blieb er keine Antwort schuldig.

63 Tage Ungewissheit, 63 Tage des Leidens, des Rätselns und des Bangens waren vorbei.

Und so war das 1:0 (1:0) von Hannover 96 beim 1. FC Köln für den 32-Jährigen mehr als ein normales Spiel. 168868(DIASHOW: Bilder des Spieltags)

"Es war eine verdammt lange Zeit"

"Das war eine verdammt lange Zeit, fast ein Viertel der Saison. Aber es war von der ersten Sekunde an wieder ein gutes Gefühl", sagte Enke, der wegen einer rätselhaften Viruserkrankung neun Bundesliga-Spiele verpasste.

Auch im Kampf um den Stammplatz in der Nationalelf war er ausgerechnet zu dem Zeitpunkt ausgefallen war, als Bundestorwart-Trainer Andreas Köpke ihm das Vertrauen ausgesprochen hatte.

Deshalb taten der Sieg und das "zu Null" beim Comeback ihm besonders gut. Und dass ihm die harmlosen Kölner kaum Gelegenheit boten, sich auszuzeichen, störte ihn nicht.

Balitsch plädiert für Enke

"Es gibt andere Spiele, in denen man berühmt geschossen wird", meinte Enke. "Aber ich brauche nicht fünf oder sechs spektakuläre Paraden, um mich über einen 1:0-Sieg zu freuen."

Die Rückkehr sei nicht einfach gewesen, weil "ich nicht einmal ein Testspiel hatte, um Spielpraxis zu gewinnen. Aber die Mannschaft hat hervorragend gespielt und es mir einfach gemacht."

Als Zugabe hielt Hanno Balitsch nach der Partie noch ein flammendes Plädoyer für seinen Keeper.

"In meinen Augen ist er die Nummer eins in Deutschland", meinte der Mittelfeldspieler.

Und er ergänzte mit Blick auf den als Ersatz sehr solide haltenden U-21-Europameister Florian Fromlowitz: "Ich habe mich auch mit Flo hinter mir nicht unsicher gespielt. Aber ein Robert Enke strahlt einfach noch ein bisschen mehr aus. Auch auf die Gegenspieler."

"Es fehlt noch ein bisschen was"

Dass der achtmalige Nationalspieler noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein vermag, ist klar. "Es fehlt noch ein bisschen was", meinte er.

"Das braucht auch noch ein bisschen Zeit. Aber es war schon ganz okay."

Nach dem nächsten Spiel gegen den Hamburger SV habe er dann "zwei Wochen Zeit, wieder in Form zu kommen", meinte Enke.

Der Keeper verriet damit indirekt, dass er noch nicht mit einer Nominierung für die Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste rechnet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Kampf um die Nummer 1 zurück

"Die Spiele sind ja vergeben", sagte er nach der Zusage von Bundestrainer Joachim Löw an Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen), je eines der beiden Spiele zu absolvieren.

Enke weiter: "Wer letztlich nominiert wird, muss der Bundestrainer entscheiden."

Den dritten Platz im Kader dürfte wohl die aktuelle Nummer 1 Rene Adler (Bayer Leverkusen) erhalten.

Im Kampf um den Platz im WM-Tor hat sich Enke nach 63 Tagen des Leidens aber wieder zurückgemeldet.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel