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Manuel Neuer bestritt bislang 99 Bundesliga-Spiele für Schalke 04 © imago

Uli Hoeneß kündigt den Kauf eines neuen Keepers im Sommer an. Der Schalker sei ein Kandidat. Tymoshchuk will er nicht hergeben.

Von Martin Hoffmann

München - Eines betonte Uli Hoeneß am Sonntag fortlaufend: Dass er "total zufrieden" sei mit Torhüter Jörg Butt.

Aber in der Sendung "Sky 90" hat der Bayern-Manager zugleich quasi-offiziell gemacht, dass Butts Zeit als Nummer eins am Ende der Saison abläuft - ungeachtet des sich andeutenden Mega-Deals mit Audi, der dem Verein mehr als 200 Millionen Euro bescheren soll.

Für die neue Spielzeit sucht der Rekordmeister einen neuen Top-Keeper. Und Hoeneß macht keinen Hehl daraus, dass er weiterhin Manuel Neuer im Blick hat.

"Wir werden ab dem 1. Juli versuchen, einen sehr guten Torwart zu verpflichten", ließ Hoeneß wissen. Und ergänzte auf Nachfrage: "Da spielt der Name Manuel Neuer auch eine Rolle." 125897(DIASHOW: Die Torhüter-Kandidaten bei den Bayern)

"Nicht in der Winterpause"

Ob es mit Neuer klappe, hänge aber "auch davon ab, wann Schalke Gesprächsbereitschaft signalisiert".

Vom Neukauf eines Keepers im Winter will Hoeneß aber nichts wissen.

Sein Klub habe in der laufenden Saison Vertrauen zu Butt und rechne auch nicht damit, dass Wunschkandidat Neuer in dieser Saison noch die Freigabe erhalte.

"Ich bin ganz sicher, dass das nicht in der Winterpause passieren wird", so Hoeneß.

Görlitz auf dem Sprung

Hoeneß dementierte auch, dass es bei Bayern im Winter einen prominenten Weggang geben würde.

Mit seiner Aussage, dass der Kader im Winter kleiner werden würde, habe er Ergänzungskräfte wie Andreas Görlitz, Christian Lell oder Alexander Baumjohann im Blick gehabt.

Görlitz, der erst zu Saisonbeginn aus Karlsruhe zurückgekommen war, ist laut eigener Aussage auch schon unmittelbar auf dem Sprung.

"Es ist mit dem Verein abgesprochen, dass ich im Winter gehen kann, und ich möchte jetzt auch gehen, denn ich will spielen", sagte er dem "kicker".

Kein Tymoshchuk-Verkauf

Die Spekulation, dass der bislang glücklose Anatoliy Tymoshchuk ein Verkaufskandidat wäre, wies Hoeneß entschieden zurück.

"Wir werden Anatoliy Tymoshchuk im Winter nicht abgeben", stellte er klar: "Das steht gar nicht zur Debatte."

Hoeneß bekräftigte auch seine Zielvorgabe, dass die Bayern bis Weihnachten die Tabellenspitze erobern sollten.

"Ich bin der Meinung, mit dem Kader, den wir jetzt haben, muss man irgendwann mal Tabellenführer sein, sonst haben wir den Spielern zu viel bezahlt. Man kann nicht immer nur sagen: 'Ja ja, irgendwann vielleicht.'"

Es sei ihm darum gegangen, der Mannschaft ein Ziel vor Augen zu halten: "Man muss ja mal etwas überpointiert in den Ring werfen."

Einblicke ins Seelenleben

Abseits der Kommentare zum Tagesgeschehen gewährte Hoeneß bei seinem Auftritt aber auch ein paar Einblicke in sein Seelenleben.

Wenige Wochen vor seinem Abtritt als Manager ließ er seine schwersten Stunden in dem Job Revue passieren - und schilderte, wie nahe ihm vor allem die Trainerentlassungen, die er vollzogen hat, gingen.

"Wenn ich an die Beurlaubung von Otto Rehhagel denke, da habe ich jetzt noch Gänsehaut", erinnerte er sich.

Auch die Kündigung von Jürgen Klinsmann habe ihm "schlaflose Nächte" bereitet: "Was glauben Sie denn?"

Extreme Entscheidungen

Trainerentlassungen würden in den Medien immer schnell gefordert, wie hart es wäre, sie zu vollziehen, daran dächten viele nicht.

"Sie müssen wissen, da stehen Familien hinter, da stecken Co-Trainer hinter, die Kinder müssen aus der Schule weg. Du musst da Entscheidungen treffen, die sind extrem."

Auch wenn ein Trainer wisse, worauf er sich in dem Geschäft einlasse und viel Geld verdiene, sei er immer noch ein Mensch:

"Und wenn er kein Arschloch ist, dann geht ihm das nahe, wenn er seine Arbeit nicht mehr weitermachen darf."

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