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Lukas Podolski erzielte in dieser Saison bisher erst einen Treffer © getty

Köln steckt im Abstiegskampf, die Offensive ist die ungefährlichste der Liga. In Berlin steht für Köln viel auf dem Spiel.

Von Christian Stüwe

München - Noch im Sommer waren die Fans in Köln überzeugt: Mit "Prinz Poldi" würde der Aufschwung des FC so sicher einsetzen wie die Karnevalssaison am 11.11.

Für zehn Millionen Euro hatten die Kölner den "verlorenen Sohn" Lukas Podolski vom FC Bayern München zurückgeholt, die Begeisterung und Erwartungen kannte keine Grenzen.

Nun ist beim Nationalstürmer Ernüchterung eingetreten. "Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich enttäuscht", gestand er nach der blamablen Leistung seiner Elf beim 0:1 gegen Hannover.

Schwächster Angriff der Liga

Nach einem Drittel der Saison steht der FC auf Rang 15 und kämpft gegen den Abstieg. Erst zwei Siege wurden eingefahren, zudem ist der Angriff mit sechs erzielten Treffern der ungefährlichste der Liga.

Ausgerechnet in der Offensive liegt also das Hauptproblem. Dabei war vor der Saison des Öfteren vom "Kölner Traumsturm" im Bezug auf Milivoje Novakovic und Podolski gesprochen worden.

In elf Spielen haben beide bisher jeweils erst einen Treffer erzielt, Manasseh Ishiaku wartet noch auf sein erstes Tor.

"Wenn man den schlechtesten Angriff der Liga hat, muss man sich Gedanken machen", schimpfte Podolski in der "Bild". Für die Leistung der Mannschaft gegen Hannover fand er deutliche Worte: "Wir haben Müll gespielt."

Soldo sucht nach der Position für Podolski

Ein nicht passendes Rädchen in der FC-Offensive scheint aber ausgerechnet Podolski selber zu sein. Trainer Zvonimir Soldo hat bisher noch nicht die richtige Position für den Nationalspieler gefunden.

In den letzten Partien musste der 24-Jährige auf den Flügel ausweichen, was ihm nicht behagte.

"Meine Lieblingsposition ist im Zentrum hinter den Spitzen. Jeder weiß, dass ich meine Stärken dort mehr ausspielen kann", erklärte der Stürmer.

"Hätte nicht gedacht, dass es so schwer wird"

Feierten vor der Saison tausende Fans Podolski sogar beim Training, richteten sich nun die ersten Pfiffe gegen das Kölner Idol.

"Ich wusste vor der Saison, dass es schwer wird. Aber das es so schwer wird, hätte ich nicht gedacht", ließ Podolski seinem Frust nun freien Lauf.

Abstiegskampf statt Champions League

In der vergangenen Saison hatte Podolski bis zum elften Spieltag immerhin drei Tore erzielt und kam in der Champions League zum Einsatz.

Nach den drei enttäuschenden Jahren beim FC Bayern sollte seine Karriere im alten Umfeld einen neuen Kick bekommen. Nun steckt Podolski mit seinem Heimatverein im Abstiegskampf.

"So stelle ich mir die Spielweise des 1. FC Köln nicht vor"

Vor allem die Niederlage gegen Hannover, bei der den Kölnern in der ersten Hälfte nicht einmal ein Torschuss gelang, hat bei den Verantwortlichen, den Fans und auch Podolski das Fass zum Überlaufen gebracht.

"So stelle ich mir meine Spielweise und die des 1. FC Köln nicht vor", stellte Podolski klar.

Doch die Probleme der "Geißböcke" nur an der Offensive festzumachen, wäre nicht richtig.

Maniche und Petit sind im zentralen Mittelfeld nur noch ein Schatten früherer Zeiten. Die Bank ist zu schlecht bestückt, um Druck auf die erste Elf auszuüben.

Overath: "Ich bin schockiert"

Die gezeigten Leistungen riefen nun Präsident Wolfgang Overath auf den Plan.

"Ich bin schockiert", schimpfte Overath im "Express". Sowohl von den Spielern, wie auch von Manager Michael Meier und Trainer Soldo fordert der Präsident nun Rechenschaft ein, um die dringend benötigte Kehrtwende einzuleiten.

Am nächsten Sonntag treten die Kölner nämlich zum Kellerderby bei Schlusslicht Hertha BSC Berlin an.

"Wir können in ein, zwei Spielen alles verlieren, was wir uns zuletzt aufgebaut haben", bemerkte Soldo bereits.

Soldo muss Lösungen finden

Sollten die Kölner in Berlin nicht punkten, dürfte der Trainer bedrohlich wackeln, auch wenn Overath betonte, dass Soldo keinesfalls zur Diskussion stehe.

Doch schon Uwe Rapolder scheiterte einst in Köln unter anderem daran, dass er Podolski nicht auf seiner Lieblingsposition einsetzte und einen öffentlich ausgetragenen Konflikt mit dem damaligen Jungstar heraufbeschwor.

Schon am Sonntag wird sich zeigen, ob Soldo Lösungsansätze für die Misere seiner Mannschaft findet.

Sicher ist, dass Lukas Podolski dabei eine Schlüsselrolle zukommen wird.

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