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Mark van Bommel wechselte 2006 von Barca zum FC Bayern © getty

Der FC Bayern steht vorm Spiel gegen Schalke gewaltig unter Druck. Bei Sport1.de gibt sich Mark van Bommel dennoch optimistisch.

Vom FC Bayern berichtet Matthias Becker

München - Im ersten Moment hat Mark van Bommel leichte Probleme, sich zu erinnern, was er mit dem unverhofften freien Donnerstag gemacht hat.

Bayern-Trainer Louis van Gaal hatte seinem Kapitän und dem Rest des Kaders vom verhängnisvollen Heimauftritt gegen Girondins Bordeaux einen Tag ohne Arbeit gegönnt. Sie sollten vor dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (Sa., ab 15 Uhr LIVE) den Kopf freibekommen.

Nach der Champions-League-Pleite gegen die Franzosen mochte diese Maßnahme komisch anmuten, bei van Bommel fand sie aber Anklang.

"Wir haben sieben Spiele in 21 Tagen. Da war der Donnerstag die einzige Möglichkeit, mal nicht trainieren oder spielen zu müssen", sagte der Niederländer, dem dann doch noch einfiel, wie er seine Freizeit gestaltet hatte:

"Ich habe die Kinder für die Schule fertig gemacht und war mit dem Hund spazieren."

"Situation nicht vergleichbar"

Ob der Kapitän des Rekordmeisters dabei tatsächlich abschalten und den Fokus auf Schalke richten konnte, ist aber zumindest fraglich.

Denn: Der Druck ist wieder einmal immens bei den Münchnern, die wie schon in der vergangenen Saison ihren Zielen deutlich hinterherhinken. Im April war es eine Heimniederlage gegen Schalke, die schließlich der Auslöser zur Trennung von Trainer Jürgen Klinsmann war.

"Das kann man nicht vergleichen, wir sind in einer anderen Situation, die Saison ist noch nicht so weit fortgeschritten", lehnt van Bommel auf Nachfrage von Sport1.de Vergleiche zur Stimmung vor dem letzten Spiel gegen die Schalker allerdings ab.

Dass der Druck auf den Coach ausgerechnet jetzt zunehme, sei reiner Zufall.

Gegenwind für van Gaal

Alles andere als Zufall ist es aber, dass van Gaal immer mehr Gegenwind bekommt. Vor allem die auf Ballkontrolle ausgerichtete Spielphilosophie wird dem Trainer angekreidet.

Zu viel quer und zurück, kein Risiko und Spektakel im Spiel nach vorne, die Mannschaft wirke gehemmt, so die Vorwürfe aus Reihen der Experten und der Fans.

Van Bommel weiß um die Mechanismen in München, wo der Erfolg selbstverständlich und der Misserfolg nicht tolerierbar ist.

Aber: "Es ist nicht nur Druck auf dem Trainer, sondern auf dem ganzen Verein und auf den Spielern." Diese könnten aber damit umgehen. "Es sieht vielleicht so aus als wären wir gehemmt, so ist es aber nicht."

Van Bommel: "Weihnachten sind wir oben"

Was manche in Partien wie gegen Bordeaux von van Bommel vermisst haben, holt der nun verbal vor dem Spiel gegen Schalke nach - er versucht, voranzugehen.

"Klar ist das jetzt ein gefährlicher Moment. Aber wir müssen positiv in das Spiel gehen und von Anfang an Gas geben. Dann werden die Fans uns unterstützen", sagte er.

Trotz aller Unwegbarkeiten schwenkt er auf die Linie von Manager Uli Hoeneß ein. "Ich habe auch das Gefühl, dass wir vor Weihnachten in der Tabelle oben stehen werden."

Risiko derzeit nicht möglich

Mia-san-Mia oder Pfeifen im Walde? Die Probleme der Bayern werden sich jedenfalls bis zum Samstagnachmittag kaum in Luft auflösen. Dessen ist sich der Kapitän bewusst, versucht aber mit Humor darüber hinwegzugehen.

Er sei sehr wohl der Meinung, dass die Mannschaft auch gegen Bordeaux schnellen Fußball gezeigt habe - "aber eben nicht nach vorne".

Man sei im Moment zum risikoreichen Pass nicht in der Lage, fügte er ernst hinzu.

Robben kämpft um Anschluss

Diesen überraschenden Pass erhoffen sich aber nicht nur die Fans, sondern sicherlich auch der FCB-Vorstand. Die Last der Erwartung liegt dabei auf Arjen Robben.

Der war einer von vier Profis, die auch am eigentlich freien Donnerstag trainierten.

Der Niederländer wollte seine Defizite nach der langen Verletzungspause aufholen, für 90 Minuten Tempofußball wird es bei ihm aber auch gegen Schalke kaum reichen.

"Einfach nur gewinnen"

Wenn es nach Landsmann van Bommel geht, ist das auch gar nicht nötig. Der sucht die Lösung für die Bayern-Probleme nämlich eher in der Vergangenheit.

"Die Leute wollen offensiven und spektakulären Fußball sehen. Aber Bayern hat früher oft dreckige Siege eingefahren. Da waren die Fans und der Verein auch zufrieden. Das Wichtigste ist es einfach nur zu gewinnen."

Alles reine Kopfsache eben.

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