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Der Slowene Milivoje Novakovic erzielt nach Vorlage von Podolski das goldene Tor © getty

Hertha hat sein "Endspiel" verloren und verliert den Anschluss auf die Nichtabstiegsplätze. Köln dagegen darf nach oben blicken.

Berlin - Keine Wende für Hertha BSC Berlin: Einen Tag vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls verpasste der Hauptstadt-Klub den Befreiungsschlag in der Bundesliga und rutschte noch tiefer in die Krise.

Der Tabellenletzte unterlag im richtungsweisenden Keller-Duell gegen den 1. FC Köln mit 0:1 (0:0) und wartet damit seit genau drei Monaten sowie elf Ligaspielen auf einen Sieg.

Mit nur vier Punkten aus zwölf Spielen bleiben die Berliner abgeschlagenes Schlusslicht. Das Tor des Tages erzielte Milivoje Novakovic in der 79. Minute nach einer Freistoß-Flanke von Lukas Podolski.

Drei Tage nach dem 3:2-Auswärtserfolg in der Europa League beim SC Heerenveen knüpfte Hertha wieder an die schwachen Auftritte der Vorwochen an und enttäuschte vor allem im Angriff.

Kaum Chancen für Köln

Die lange Zeit harmlosen Kölner, die bis zum Tor so gut wie keine Offensivaktionen zeigten, verschafften sich durch den zweiten Auswärtssieg der Saison mit zwölf Punkten etwas Luft im Tabellenkeller.

Vor 48.623 Zuschauern im Olympiastadion war beiden Teams die Bedeutung der Begegnung anzumerken. Hertha-Kapitän Arne Friedrich hatte das Duell der Krisen-Klubs im Vorfeld sogar als "Endspiel" bezeichnet.

Der Druck schien die beiden offensivschwächsten Mannschaften der Liga aber zu lähmen. Im Spiel "Not gegen Elend" fehlte beiden das notwendige Selbstvertrauen, es reihte sich Fehlpass an Fehlpass.

Raffael vergibt möglichen Führungstreffer

Chancen blieben somit Mangelware. Das Geschehen spielte sich vorwiegend zwischen den Strafräumen ab. Bei den Gästen konnte Nationalspieler Podolski, der wieder im Sturmzentrum neben Kapitän Novakovic spielte, bis zu seinem Freistoß vor dem Führungstreffer kaum Akzente setzen und enttäuschte erneut.

Der Gastgeber tat sich trotz offensiver Aufstellung in der Spieleröffnung schwer. Pech hatte der Klub, als der Brasilianer Raffael in der besten Szene der ersten Halbzeit innerhalb weniger Sekunden zweimal nur den Pfosten traf.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Hertha noch einmal den Druck und brachte die unsicheren Kölner zunehmend in Bedrängnis. Allerdings fehlte wie in den Wochen zuvor der Zug zum Tor.

"Flitzer-Alarm" in Berlin

Die Stürmer Artur Wichniarek und Waleri Domowtschiski, die gegen Heerenveen noch dreimal trafen, hingen oft in der Luft. Für etwas Unterhaltung sorgte ein "Flitzer", der in der 71. Minute das Spielfeld stürmte und von den Ordungskräften eingefangen wurde.

Hertha-Trainer Friedhelm Funkel musste auf den verletzten Pal Dardai verzichten, der am Freitag am Knöchel operiert wurde und für mindestens vier Wochen ausfällt. Mittelfeldspieler Gojko Kacar saß wegen Rückenproblemen zunächst nur auf der Bank.

Bei den Gästen fehlte der gelbgesperrte Routinier Petit. Für den Portugiesen rückte Kevin Pezzoni in die Startelf.

Bei den Hausherren wussten lediglich die agilen Raffael, der jedoch seine fünfte Gelbe Karte sah und im nächsten Spiel beim VfB Stuttgart gesperrt ist, und Lukasz Piszczek zu überzeugen. Bei den schwachen Kölnern erreichte einzig Sebasian Freis Normalform.

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