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Die Szene, die die Polizei beschäftigt: Tim Wieses Fuß trifft Ivica Olic © imago

Tim Wieses Brutalo-Foul gegen Ivica Olic hat die Staatsanwälte auf den Plan gerufen. Noch ist das Verfahren nicht ausgestanden.

Von Martin Hoffmann

München - Franz Beckenbauer bezeichnete die Aktion als "Mordversuch", das "Opfer" kam aber mit einer Prellung davon.

Doch die Folgen von Tim Wieses "Kung-Fu-Tritt" gegen den Hals von HSV-Stürmer Ivica Olic waren weitreichender, wie sich nun herausstellte.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags gegen den Bremer Keeper eingeleitet, wie die "Sport Bild" berichtet.

Der 26-Jährige wurde nach dem brutalen Foul beim Nord-Derby am 32. Spieltag der vergangenen Saison angezeigt und von der Polizei vernommen.

"Wahrscheinlich meinte er Knast"

Wiese erfuhr nach der Sommerpause auf dem Postweg über das Verfahren informiert und aufs Revier der Bremer Polizei bestellt.

"Rund 30 Minuten hat die Anhörung gedauert", bestätigte Wiese: "Derjenige, der mich angezeigt hat, forderte, ich solle die gerechte Strafe bekommen. Wahrscheinlich meinte er Knast."

Auch Olic wurde von der Polizei zur Angelegenheit befragt. In der HSV-Kabine wollten die Beamten wissen, ob er ein Trauma davongetragen hätte - was Olic verneinte.

Olic lehnte Ermittlungen ab

Der Kroate sollte auch erklären, ob er weitere Ermittlungen gegen Wiese begrüßen würde.

Olics Antwort war eindeutig: "Nein. Zumal die Geschichte für mich längst abgehakt und keine Absicht war."

Wiese habe sich kurz nach dem Vorfall per SMS entschuldigt, wie Olic schilderte: "Und ich verstehe nicht, dass man wegen so einer Sache Tim Wiese anzeigt."

"Sollen lieber Verbrecher verfolgen"

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren dann am 4. September ein, womit die Sache aber noch nicht erledigt ist.

Innerhalb eines Monats kann der Kläger noch Beschwerde einlegen und so unter Umständen eine Wiederaufnahme erreichen.

Wiese, der nach dem Tritt teils Morddrohungen erhielt, versteht die Welt nicht mehr: "Sicher war die Szene schlimm. Aber man sollte lieber Verbrecher verfolgen, anstatt so einer Anzeige nachzugehen."

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