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Elkin Sotos (2.v.l.) Tor ebnete den Weg zum fünften FSV-Heimsieg in Folge © imago

Nach dem fünften Heimsieg ist in Mainz eitel Sonnenschein. Die Nürnberger Führung nimmt sich den Schiedsrichter zur Brust.

Mainz - Der Mainzer Erfolgscoach Thomas Tuchel streichelte seinem Siegtorschützen Elkin Soto zärtlich über den rasierten Schädel und Präsident Harald Strutz fühlte sich "wie im siebten Himmel".

Beim 1. FC Nürnberg ließ Sportdirektor Martin Bader nach dem nicht anerkannten Tor von Peer Kluge wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung kurz vor Schluss den ganzen Frust an Schiedsrichter Michael Kempter aus.

Nach dem 1:0 (1:0) zwischen dem FSV und dem Club gingen die Gefühle im Lager der beiden Aufsteiger weit auseinander.

Vor Bayern? "Scheißegal!"

Bei den Mainzern stimmte Strutz nach dem fünften Heimsieg in Folge und dem Sprung auf Platz sechs der Bundesliga mit stolz geschwellter Brust ein Loblied auf die eigene Mannschaft an.

"Es macht einfach Spaß, diesem Team zuzuschauen. Das haben wir uns alles selbst aufgebaut", sagte Strutz und fügte hinzu: "Es ist mir zwar scheißegal, dass wir in der Tabelle vor Bayern München stehen, aber vielleicht nimmt mal langsam jemand wahr, dass es noch andere Vereine außer den Bayern gibt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch Tuchel richtete nach dem Arbeitssieg ein "dickes Kompliment" an die eigenen Spieler. "Sie haben alles reingeworfen", sagte der Trainer-Novize, blickte trotz des Mainzer Startrekords aber eher nach unten: "Wir leben nicht in einer Seifenblase. Wir haben den Abstand zu den unteren Tabellenregionen vergrößert."

Soto genießt

Matchwinner Soto genoss unterdessen "das Glücksgefühl für mich und die Mannschaft". Der Kolumbianer, dessen Einsatz wegen einer Reizung der Patellasehne fraglich war, traf mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze (38.) und freute sich über seinen ersten Saisontreffer:

"Es ist schön, auf der Anzeigentafel mal als Schütze aufzutauchen."

Sotos Tor war der Lohn für eine couragierte erste Halbzeit. Doch nach dem Seitenwechsel mussten die Rheinhessen vor 20.300 Zuschauern im Bruchwegstadion zittern.

Nürnberger Unmut

Zudem erkannte Referee Kempter (Sauldorf) in der 88. Minute einen regulären Treffer von Kluge wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Mittelfeldspielers nicht an und sorgte für reichlich Unmut bei den Nürnbergern.

"Das ist ja nicht das erste Mal in den letzten Wochen, dass wir um ein überlebenswichtiges Tor gebracht worden sind. Das geht permanent so. Die Unparteiischen sollten sich mal überlegen, was sie damit anrichten", sagte Bader und redete sich in Rage:

"Es gilt immer noch die Regel, dass im Zweifel für den Angreifer entschieden werden soll."

Lange Pause für Diekmeier?

So bleiben die Nürnberger auch nach dem 12. Spieltag ohne Auswärtssieg auf dem Relegationsplatz. Zudem müssen die Franken möglicherweise längere Zeit auf Dennis Diekmeier verzichten.

Der Rechtsverteidiger musste nach einem Zusammenprall mit FSV-Stürmer Aristide Bance mit einer Gehirnerschütterung und Verdacht auf Jochbeinbruch ausgewechselt werden.

Wermutstropfen bei "geilem Sieg"

Auch bei Mainz gab es einen Wermutstropfen. Linksverteidiger Zsolt Löw sah die fünfte Gelbe Karte und wird dem FSV in zwei Wochen bei Borussia Dortmund gesperrt fehlen. Doch das war den Mainzern im Augenblick des Triumphes egal.

"Das war ein geiler Sieg", meinte FSV-Keeper Heinz Müller: "Wenn wir am Ende der Saison auch dort oben stehen sollten, können wir ein Fass aufmachen."

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