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Jens Lehmann wechselte 2008 von Arsenal London zum VfB Stuttgart © imago

Der Knoten will beim Team von Markus Babbel einfach nicht platzen. Gegen Gladbach rettet Lehmann Stuttgart vor einer Pleite.

Mönchengladbach - Der VfB Stuttgart tritt auf der Stelle, und nur ein fast 40-Jähriger verhindert ein tieferes Abrutschen in den Abstiegssumpf (DATENCENTER: Der 12. Spieltag).

"Wir haben nicht verloren, weil Jens uns im Spiel gehalten hat", meinte Sportdirektor Horst Heldt und brachte die Stimmung der Schwaben nach dem 0:0 bei Borussia Mönchengladbach auf den Punkt.

Jens, das ist Jens Lehmann, der am kommenden Dienstag seinen runden Geburtstag feiern wird.

"Er ist heute in fantastischer Form gewesen", sagte auch VfB-Trainer Markus Babbel und meinte vor allem die 50. Minute 171441(Die Bilder).

Stuttgarter Hintermannschaft mit Problemen

In der parierte der ehemalige Nationaltorhüter, der seine Leistung selbst als "solide und konstant" bezeichnete, erst einen Kopfball von Rob Friend aus drei Metern.

Danach wehrte er auch den Nachschuss von Marco Reus aus kürzester Distanz ab.

Es waren die beiden letzten von insgesamt einem halben Dutzend guter Gladbacher Chancen, die die ohne den verletzten Nationalspieler Serdar Tasci (Fußverletzung) neu formierte Stuttgarter Hintermannschaft zuließ.

In der Offensive zu harmlos

"Das liegt aber nicht nur an der Abwehr", meinte Heldt, der nach dem neunten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg zugleich die "fehlende Torgefahr" keineswegs nur der Offensivabteilung ankreiden wollte, die ohne Cacau und Ciprian Marica auskommen musste.

Ein Kopfball von Niedermeier kurz vor der Pause und ein Pfostenschuss von Zdravko Kuzmanovic (73.) waren die einzigen gefährlichen Aktionen.

"Man hat gemerkt, dass die Jungs heute die geistige Frische nicht hatten", konstatierte Babbel und erklärte das mit den vielen Spielen, die sein Team zuletzt absolvieren musste.

Babbel lobt den Kampfgeist

"Wenn man alle drei Tage spielt und die Erfolgserlebnisse ausbleiben, ist es ganz normal, dass die Leistung dann mal nicht ganz top ist", sagte Babbel, der zumindest den Kampfgeist lobte.

Für Heldt war das Unentschieden "auf der einen Seite zu wenig":

"Aber wenn man das Spiel nüchtern betrachtet, muss man sagen, dass wir noch froh sein können, einen Punkt mitgenommen zu haben."

Hoffen auf die Verletzten

Heldt und Babbel hoffen jetzt darauf, dass sich in der Länderspielpause einige Verletzte wie Cacau, Marica oder Christian Träsch wieder zurückmelden.

Nicht ganz glücklich mit der Punkteteilung war auch Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, der sich mit dem zweiten Sieg in Folge gerne ein bisschen mehr Luft zum Tabellenkeller verschafft hätte.

"Wir haben ein gutes Heimspiel gemacht und an die Leistung aus Hamburg angeküpft", sagte der Ex-Profi, der einst mit Stuttgart Deutscher Meister war.

Zufriedener Frontzeck

"Wir hatten sechs oder sieben einhundertprozentige Möglichkeiten. Ein Sieg wäre daher nicht unverdient gewesen", sagte Frontzeck:

"Aber wenn das nicht klappt, muss man wenigstens zu Null spielen, und das haben wir geschafft."

"Und mit der Art und Weise, wie wir in den letzten Wochen gespielt haben, können wir zufrieden sein."

Marin-Nachfolger überzeugt

Gegen Angstgegner Stuttgart, gegen den es in den letzten zwölf Heimspielen nur einen Sieg gab, hatte vor allem der erst 20-jährige Reus für einigen Wirbel gesorgt, aber auch drei sehr gute Chancen ausgelassen.

"Da darf auch mal einer reingehen", meinte der vom Zweitligist Ahlen gekommene Nachfolger von Dribbelkönig Marko Marin selbstkritisch:

"Wenn man die Tore nicht macht, gewinnt man nicht. Und wenn man nicht gewinnt, darf man auch nicht zufrieden sein."

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