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Luca Toni (l.) und Philipp Lahm beim Training "am Tag danach" © getty

Luca Toni und Phillip Lahm werden vom FC Bayern für ihre Verfehlungen mit Geldstrafen belegt. Lahms soll sogar eine Rekordstrafe erhalten.

Von Sebastian Binder und Thorsten Mesch

München - Philipp Lahm und Luca Toni werden vom FC Bayern München mit "empfindlichen" Geldstrafen belegt. Toni wird für seine "Flucht" aus der Allianz Arena während des Spiels gegen Schalke bestraft.

Lahm wird das "SZ"-Interview, in dem er die Transferpolitik der Bayern massiv kritisiert, zum Verhängnis.

Beide Spieler wurden vor dem sonntäglichen Training der Bayern von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Louis van Gaal zum Rapport gebeten.

Aussprache vor der Mannschaft

Auch mit der gesamten Mannschaft soll es zu einer Aussprache gekommen sein.

In einer Stellungnahme des Vereins wird das vorzeitige Verlassen Tonis als "unakzeptable Disziplinlosigkeit" bezeichnet, für die der Italiener zahlen muss. Toni hat sich mittlerweile bei Mannschaft und Verein für seine Aktion entschuldigt.

Enttäuscht von Lahm

Weitaus härter trifft es Verteidiger Lahm. Der Nationalspieler habe mit seinem Interview "in eklatanter und unverzeihlicher Art und Weise gegen interne Regeln verstoßen".

Besonders empört waren die Bayern-Verantwortlichen, dass Lahm sein Interview nicht autorisieren lassen und in der Öffentlichkeit Kritik gegenüber Klub, Trainer und Mitspielern geäußert habe.

"Wir sind enttäuscht, weil er als stellvertretender Kapitän hier eigentlich eine besondere Verantwortung für die Mannschaft und den Klub trägt", erklärte Rummenigge.

"Philipp Lahm wird deshalb mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern München noch nicht gegeben hat."

"Das ist nicht gut"

Zu den Aussagen Lahms wollte sich zunächst kein Spieler des FC Bayern konkreter äußern, zu "Flüchtling Toni" war die Meinung dagegen eindeutig.

Das Verhalten des Italieners stieß bei den Kollegen und den Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters auf Unverständnis.

"Das ist nicht gut für die Mannschaft und auch nicht für Luca Toni", sagte Trainer Louis van Gaal und fügte an: "Darüber werde ich mit ihm noch sprechen."

Auch Manager Uli Hoeneß kündigte für die kommende Woche ein Gespräch mit dem 32 Jahre alten Torjäger an: "Das war nicht in Ordnung, wir haben das registriert."

Torschütze Daniel van Buyten sagte: "Wir müssen jetzt für den FC Bayern zusammenhalten, nur so werden wir wieder nach oben kommen. Wenn jeder seinen eigenen Weg geht, wird es schwierig sein."

Van Bommel angefressen

Auch Kapitän Mark van Bommel zeigte sich ob des "Alleingangs" des Italieners angefressen 171441(Die Bilder).

"Das ist nicht gut, wenn ein Spieler früher geht. Er ist natürlich enttäuscht, aber er muss bei der Mannschaft bleiben. Wir gewinnen zusammen, wie verlieren zusammen und wir spielen zusammen unentschieden", sagte der Niederländer.

"Ich gehe davon aus, dass mit ihm geredet wird. Ich werde das auch tun, das ist völlig normal."

Kuranyi hat Verständnis

Nur einer zeigte am Samstag etwas Verständnis für Toni: Kevin Kuranyi.

"Natürlich ist man sauer, wenn man zur Pause ausgewechselt wird. Man muss ihn auch verstehen", sagte der Schalker Stürmer, dem im Oktober 2008 eine ähnliche Aktion seine Karriere in der Nationalmannschaft gekostet hat.

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