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Oliver Kahn stand von 1994 bis 2008 bei den Bayern im Kasten © imago

Lahms Angriff auf den eigenen Klub sorgt für erhitzte Gemüter. Nur Oliver Kahn sieht die Sache etwas anders. Die Stimmen.

München - Nach Philipp Lahms scharfer Kritik an der Bayern-Klubführung und Luca Tonis unrühmlichem Abgang überschlagen sich die Reaktionen im Umfeld förmlich. 171441(Die Bilder)

Dabei ist der Grund-Tenor eindeutig: Lahm hat den Bogen überspannt, Verein und Mitspieler heftig vor den Kopf gestoßen.

Das erzürnte die Bayern-Bosse um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge so sehr, dass der Verein Lahm "mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern München noch nicht gegeben hat".

Auch Tonis spontane Reißaus-Aktion blieb nicht unbestraft. "Lucas Verhalten ist nicht gut für die Mannschaft und auch nicht für ihn selbst", schätzte Trainer Louis van Gaal ein, der im Moment selbst mit viel Sand im Bayern-Getriebe zu kämpfen hat.

Sport1.de hat die Reaktionen zu Lahm und Toni zusammengefasst:

Karl-Heinz Rummenigge:

"Philipp hat gegen klar gegen beide Absprachen verstoßen. Wir sind enttäuscht, weil er als stellvertretender Kapitän hier eigentlich eine besondere Verantwortung für die Mannschaft und den Klub trägt. Er wird deshalb mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern München noch nicht gegeben hat. Die Höhe geben wir nie bekannt. Das ist bei uns Usus. Philipp Lahm hat sich damit einen Bärendienst erwiesen. Eine Entschuldigung kam von ihm noch nicht, aber vielleicht geht er ja noch in sich. Bedauert hat er es bereits. Auch Lucas Verhalten ist nicht okay. Er hat allerdings die Größe gehabt, sich beim Klub und den Mitspielern zu entschuldigen."

Uli Hoeneß:

"Ich sehe in Lahms Aussagen die Handschrift von Roman Grill (Lahms Berater, d.Red). Der würde gerne bei uns arbeiten, nachdem man ihn in Hamburg nicht genommen hat. Der meint sowieso, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Auch für ihn wird es keine gute nächste Woche. Der will uns ja irgendwann auch wieder mal einen Spieler verkaufen."

Franz Beckenbauer (Präsident FC Bayern:

"Philipp Lahm muss sich auch an die eigene Nase fassen, denn er kommt auch nicht an seine gewohnte Leistung heran."

Daniel van Buyten:

"Wir müssen jetzt für den FC Bayern zusammenhalten, nur so werden wir wieder nach oben kommen. Wenn jeder seinen eigenen Weg geht, wird es schwierig sein."

Oliver Kahn in der "Bild":

"Es ist gut, wenn ein Spieler Verantwortung übernimmt und auch einmal aneckt. Das ist ein wichtiger Prozess. Das setzt auch wieder Energien frei."

Mark van Bommel:

"Das ist nicht gut, wenn ein Spieler früher geht. Er ist natürlich enttäuscht, aber er muss bei der Mannschaft bleiben. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen und wir spielen zusammen unentschieden. Ich gehe davon aus, dass mit ihm geredet wird. Ich werde das auch tun, das ist völlig normal."

Felix Magath (Trainer Schalke):

"Philipp Lahm ist zu einem Führungsspieler gereift. Daher denkt er jetzt wohl, dass er sich auch mal zu Themen äußern kann. Wenn Lahm schon versucht hat, intern etwas zu erreichen, dann müsste man das Interview lockerer sehen. Wenn die Vereinsführung aber von dem Interview vollkommen überrascht wurde, dann ist das nicht in Ordnung. Philipp Lahm hat dem FC Bayern, sprich auch den Verantwortlichen, sehr viel zu verdanken. Insofern ist es sehr kritisch zu sehen, dass ein Spieler sich über die Spielweise, verschiedene Positionen und die Transferpolitik äußert."

Udo Lattek (DSF-Experte):

"Philipp Lahm geht mit seiner Kritik zu weit. Und wenn es hart auf hart kommt, dann kriegt er auch mal eins auf die Backe. Das geht einfach nicht, das kann man den Kameraden gegenüber nicht machen. Es kann jetzt durchaus sein, dass er durch diese Äußerung vollkommen von der Mannschaft separiert ist. Konsequent wäre es gewesen, Lahm gegen Schalke gar nicht spielen zu lassen, um eine ganz klare Linie zu ziehen und zu zeigen, dass seine Aktion zuviel war. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge dagegen sträuben, wenn ein Spieler kommt und sagt, ich habe gewisse Bedenken, können wir darüber reden. "

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