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Marcell Jansen kam 2008 vom FC Bayern zum Hamburger SV © imago

Der HSV hadert nach dem Remis gegen Hannover mit sich selbst und dem Schiedsrichter. Marcell Jansen gibt zu, dass es kriselt.

Hannover - Ungeschickt, unaufmerksam, fahrlässig:

Der Hamburger SV hat durch das 2:2 (1:2) im Nordderby bei Hannover 96 durch das späte Gegentor von Jiri Stajner erneut wertvolle Punkte auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen verloren und ist nunmehr seit vier Spielen ohne Erfolgserlebnis.

"Von den Punkten her kriselt es ein wenig. Wir müssen in der letzten Viertelstunde auch mal Bälle halten und Ruhe rein bekommen. Aber das ist offenbar leichter gesagt als getan", sagte Nationalspieler und Torschütze Marcell Jansen.

Der Rückstand des HSV auf Bayer wuchs auf drei Punkte an.

"Eine Angstentscheidung"

Der Tscheche Stajner verdarb den Hanseaten mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 88. Minute noch den Tag.

Trainer Bruno Labbadia wurde von Schiedsrichter Jochen Drees (Mainz) auf die Tribüne geschickt, weil er sich über die Bewertung der Aktion des eingewechselten Tomas Rincon an Stajner als Foulspiel aufregte.

"Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass sein Elfmeterpfiff eine Angstentscheidung war. Umso ärgerlicher war, dass wir nicht belohnt, sondern unfair behandelt wurden", sagte Labbadia.

Und weiter: "Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter da in der zweiten Halbzeit gemacht hat."

Zu viele Last-Minute-Gegentore

Damit hat der HSV in den letzten drei Spielen bei Schalke 04 (3:3), gegen Borussia Mönchengladbach (2:3) und in Hannover durch Gegentore in den letzten Minuten sieben Punkte liegenlassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor 49.000 Zuschauern in Hannovers erstmals in dieser Saison ausverkaufter WM-Arena hatte Jansen die Gäste vier Tage nach seinem 24. Geburtstag in Führung gebracht und sein erstes Saisontor erzielt (15.).

Durch den vierten Bundesligatreffer von Didier Ya Konan (26.) gelang Hannover der Ausgleich, bevor Eljero Elia noch vor der Pause Hamburgs 2:1 markierte (44.).

Der Niederländer hatte das Tor von Jansen vorbereitet.

Jansen gibt Schiri Recht

"Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen. Trotz guter Chancen haben wir nicht den Sack zugemacht", sagte Labbadia.

Jansen meinte zudem nach Ansicht der Zeitlupe der Elfmeterszene: "Man muss dem Schiedsrichter Recht geben. Der Arm geht raus."

Hannovers Coach Andreas Bergmann, dessen Team nun drei Spiele ohne Niederlage ist, hatte offenbar gar nicht mehr an den Punktgewinn geglaubt: "Es war kurios. Gerade in den letzten 20 Minuten war es ein Auf und Ab, ein Hin und Her. Das hatte Pokalcharakter. Dass wir noch den Ausgleich geschafft haben, war ein bisschen glücklich. Auch ich hätte den Elfmeter eher nicht gegeben."

Die Niedersachsen stehen nach dem Punktgewinn auf Rang zehn.

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