In seiner Sport1.de-Kolumne äußert sich Huub Stevens zu den Vorfällen um Lahm und Toni und zum Schalker Talent Matip.

Hallo Fußball-Freunde,

Am Wochenende hat Philipp Lahm mit seinem Interview für Aufsehen gesorgt. So etwas kann man sich als Trainer und Verein nicht bieten lassen, sonst ist das Ende in Sicht.

In einem solchen Fall muss ein Verein Maßnahmen ergreifen, anders geht das gar nicht.

So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit, das muss er intern besprechen. Selbst wenn man Kapitän ist oder ein Vorbild sein will, muss man solche Dinge mit den Verantwortlichen intern regeln.

Es ist schwierig zu beurteilen, warum Lahm das gemacht hat. Ich weiß nicht, was dahinter steckt.

Was die Bestrafung angeht, ist der Verein gefragt. Als Trainer kann man nicht viel tun. Als Trainer möchte man immer die beste Mannschaft aufstellen.

Natürlich könnte man so einen Spieler rausschmeißen, aber das würde die ganze Mannschaft benachteiligen. Das möchte man als Trainer natürlich nicht. Die beste Mannschaft soll immer spielen.

Der Verein muss in so einem Fall ein Zeichen setzen. Deshalb ist die Geldstrafe, die die Verantwortlichen des FC Bayern verhängt haben, das richtige Mittel.

Auch Luca Toni hat beim 1:1 gegen Schalke für Aufregung gesorgt. Natürlich darf er nach seiner Auswechslung zur Halbzeit enttäuscht und sauer sein.

Aber dass er dann nach Hause fährt und die Mannschaft im Stich lässt ? so etwas darf man sich natürlich nicht erlauben.

Ein Spieler will mit den anderen Jungs seine Leistung bringen. Wenn man dann rausgenommen wird, kann das schon sehr enttäuschend sein. In so einem Falle gilt es dann, Größe zu zeigen und die anderen Jungs zu unterstützen.

Das hat er nicht getan.

Wenn ich aber die Verfehlungen von Lahm und Toni im Vergleich sehe, finde ich Tonis weniger schlimm. Er hat emotional reagiert, in bestimmten Situationen kann so etwas passieren.

Aber sich wie Lahm auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit zu äußern, finde ich einfach nicht gut.

Ich glaube übrigens nach wie vor, dass die Bayern trotz der Niederlage gegen Girondins Bordeaux und dem Unentschieden gegen Schalke noch die Kurve kriegen.

Ich kenne Louis van Gaal und ich weiß, dass es für die Spieler schwierig ist, diesen Weg zu akzeptieren.

Aber ich denke, dass es der richtige Weg ist. Die Verantwortlichen von Bayern München haben sich nicht umsonst für van Gaal entschieden.

Schalke-Trainer Felix Magath hat mit dem 18-jährigen Joel Matip am Samstag schon wieder einen jungen Spieler präsentiert, den vorher keiner auf der Rechnung hatte.

Wenn man die Ergebnisse und die Einwechslungen sieht, macht Magath im Moment alles richtig. Aber in so einem Fall wie mit Matip gehört natürlich auch ein Quäntchen Glück dazu.

Und man muss auch sehen, warum er das mit den jungen Spielern macht. Felix hat bestimmte Qualitäten nicht in der Mannschaft, weil Schalke die Mittel fehlen.

Felix sieht dann die jungen Spieler rumlaufen und gibt ihnen die Chance, was natürlich toll ist.

Aber es ist nicht Felix Magath, der den Spieler nach vorne gebracht hat. Das haben andere getan, die lange Jahre mit dem jungen Spielern zusammen gearbeitet haben.

Was mit meinem Ex-Klub Hertha BSC passiert, ist sehr schade. Nach dem kleinen Aufschwung in der Europa League hat es nun in der Bundesliga im Krisenduell mit dem 1. FC Köln die nächste unglückliche Niederlage gesetzt.

Ich wünsche Friedhelm Funkel, dass er viel Unterstützung bekommt. Die braucht er nun dringend. Mit vier Punkten nach zwölf Spielen wird es ganz, ganz schwer.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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