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Der HSV wartet in der Bundesliga nun schon seit vier Spielen auf einen Sieg © imago

Auch in Hannover lassen die Hamburger wieder kurz vor Schluss Punkte liegen. Der Schiedsrichter ist daran nur bedingt schuld.

Hannover - Trainer Bruno Labbadia schäumte vor Wut und war sichtlich genervt:

Vom insgesamt enttäuschenden 2:2 (2:1) bei Hannover 96, von den Fragen der Journalisten und von Schiedsrichter Jochen Drees, der das ganze Schlamassel mit seinem Elfmeterpfiff in der 88. Minute erst ausgelöst hatte.

Wieder war Labbadias Team von einem Gegentor auf der Zielgeraden um den bereits sichergeglaubten Lohn gebracht worden.

Erst bei Schalke 04 (3:3), dann gegen Borussia Mönchengladbach (2:3), nun in Hannover. Beim Hamburger SV zeigt der Trend nach unten.

Labbadia: "Unfair behandelt"

"Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass sein Elfmeterpfiff eine Angstentscheidung war. Mir fehlt das Verständnis für den Kram, den er gepfiffen hat", schimpfte Labbadia, der sein Team neben dem Strafstoß auch in einigen Vorteilsauslegungen benachteiligt sah und nach lautstarken Protesten von Drees auf die Tribüne verbannt worden war:

"Für die Art, wie meine Mannschaft immer wieder auftritt, muss ich ihr ein Kompliment machen. Umso mehr ärgert es mich, dass sie nicht belohnt, sondern unfair behandelt wurde."

Stajner schindet Elfer

Den geballten Frust des Coaches hatte neben Drees Hannovers Jiri Stajner zu verantworten. Der Angreifer war nach einem Zweikampf mit Tomas Rincon im Strafraum dankbar zu Fall gekommen und hatte aus elf Metern den Endstand hergestellt.

Selbst 96-Trainer Andreas Bergmann meinte nach dem für die Niedersachen "glücklichen Punktgewinn" und nach Ansicht der Fernsehbilder: "Ich hätte den Elfmeter eher nicht gegeben."

Punktepolster zusammengeschmolzen

Dem HSV half jedoch auch diese Einsicht wenig. Das komfortable Punktepolster, das sich die Hanseaten durch ihren starken Start in die Saison erkämpft hatten, ist nach insgesamt vier Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg vorerst dahin. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Spitzenreiter Bayer Leverkusen scheint mit drei Zählern Vorsprung zwar weiter erreichbar, doch auch der achtplatzierte Rekordmeister Bayern München ist nur noch drei Punkte von den Hamburgern entfernt.

"Von den Punkten her kriselt es ein wenig. Aber es war klar, dass so eine Phase kommt", meinte Marcell Jansen, der sein Team in Führung gebracht hatte (15.) und haderte mit den immer wieder auftretenden Konzentrationsschwächen in der Schlussphase:

"Wir müssen in der letzten Viertelstunde auch mal Bälle halten und Ruhe reinbekommen." So kosteten die späten Gegentreffer in den vergangenen drei Punktspielen schon insgesamt sieben Zähler.

Selbstkritik beim HSV

"Wir haben es leider versäumt, mit dem 3:1 den Sack zuzumachen", meinte Labbadia und schob trotz des Ärgers über den Unparteiischen hinterher: "Daher müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen."

Mittelfeldmotor Ze Roberto ergänzte: "Zurzeit können wir einen knappen Vorsprung einfach nicht über die Zeit retten. Dennoch sollten wir den Kopf jetzt nicht zu sehr hängen lassen. Wir sind weiter oben dabei."

Hannover mit Effizienz zufrieden

Bei den Hannoveranern war man derweil vor allem mit der eigenen Effizienz zufrieden. Didier Ya Konan, der Jansen Führung ausgeglichen hatte (26.), und Stajner, der Hamburgs 2:1 durch Eljero Elia (44.) egalisierte, nutzten die einzigen beiden 96-Chancen konsequent.

"Das war nicht das ganz große Spiel von uns. Aber wir haben Moral bewiesen", sagte Bergmann, dessen Team in den vergangenen drei Partien insgesamt sieben Punkte einfuhr.

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