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Der Mann blutet, auch der damalige HSV-Boss Bernd Hoffmann ist fassungslos: "Solche Dinge gehen gar nicht im Fußball."
Der Vertrag von Bernd Hoffmann als Vorstandschef läuft noch bis 31. Dezember 2011 © getty

Gewagter Schritt: Mit einem Finanzierungsmodell, das bereits aus Brasilien bekannt ist, will der HSV zum Angriff blasen.

Hamburg - Mit einem neuen Finanzierungsmodell bei der Verpflichtung weiterer Topstars will der Hamburger SV den Angriff auf die Spitze der Bundesliga forcieren und sich in den Top 20 Europas etablieren.

Gemäß des angedachten Modells mit dem Arbeitstitel "Anstoß hoch drei" sollen drei regionale Investoren in einen Fonds einzahlen, aus dem zweckgebunden Ablösesummen für künftige Transfers aufgebracht werden.

Als Gegenleistung erhielten die Geldgeber Anteile an den neuverpflichteten Profis und könnten bei einem Weiterverkauf des Spielers an dem möglichen Mehrerlös partizipieren.

Die alleinige Entscheidungsgewalt über Käufe und Verkäufe würde allerdings weiter in den Händen des Vereins liegen.

Riskantes Unterfangen

Das finanzielle Engagement wäre für die Sponsoren somit durchaus risikoreich.

Im Falle eines ablösefreien Wechsels des Spielers bliebe nicht nur eine Rendite aus, auch das Kapital wäre verloren.

Einzig ein Werbewert könnte erzielt werden. HSV-Boss Bernd Hoffmann, der mit potenziellen Interessenten bereits in Kontakt stehen soll, ist dennoch von dem Modell überzeugt.

"Option für die Zukunft"

"Das ist auf jeden Fall eine Option für die Zukunft, die wir uns offen halten, wenn sich eine konkrete Chance bietet", sagte der Vorstandsvorsitzende dem "Hamburger Abendblatt":

"Wir haben dieses Konzept entwickelt, das aus unserer Sicht nur in einer Stadt wie Hamburg umsetzbar ist - bezogen auf die wirtschaftliche Kraft, aber auch auf die Vernetzung zwischen HSV und der Stadt."

Zu weiteren Ausführungen waren die Hamburger am Mittwoch nicht bereit.

Gängige Praxis in Südamerika

In Südamerika ist das Vorhaben der Hanseaten in ähnlicher Form schon gängige Praxis.

Der HSV erlebte dies bei den Verpflichtungen von Spielmacher Thiago Neves und Innenverteidiger Alex Silva aus nächster Nähe.

So erwarben die Hamburger an den beiden Brasilianern zwar die kompletten Transferrechte und können künftig selbst über deren möglichen Weiterverkauf bestimmen, allerdings würden die Ablösen nur zum Teil in die HSV-Kassen fließen.

Aufteilung der Transfer-Erlöse

So bekämen die Hamburger bei Alex Silva 50 und bei Thiago Neves 80 Prozent der erzielten Summe.

Die verbleibenden Beträge gingen zurück nach Brasilien.

Nur unter diesen Voraussetzungen waren die Transfers der beiden Olympia-Bronzemedaillengewinner überhaupt möglich.

Die Spieler wären sonst wohl nicht zu finanzieren gewesen.

Neuzugänge durch Abgänge finanziert

Überhaupt konnten die Hamburger ihre Transferoffensive erst durch die Verkäufe der Mittelfeldstars Rafael van der Vaart (zu Real Madrid) und Vincent Kompany (zu Manchester City) starten.

Die beiden Transfers brachten dem HSV insgesamt knapp 25 Millionen Euro ein und lieferte den nötigen Handlungsspielraum für die Verpflichtungen der beiden Brasilianer, jener von Mladen Petric und der von Nationalspieler Marcell Jansen.

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