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Josef Schnusenberg (l.) ist seit 2007 Präsident von Schalke 04 © imago

Schnusenberg und Peters erklären, dass Schalke nie in Gefahr einer Insolvenz war. Bordon hält einen Neuer-Verkauf für möglich.

Gelsenkirchen/Essen - Der Schalker Vorstand blickt den Vorermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung gelassen entgegen.

Präsident Josef Schnusenberg und Finanzvorstand Peter Peters erklärten gegenüber der "WAZ":

"Wir sind nicht überschuldet und waren nie in Gefahr, Insolvenz anzumelden."

Schnusenberg und Peters bestätigten zwar, dass der Verein zum Jahresende 2008 ein Defizit von 55,9 Millionen Euro aufwies, das nicht durch Eigenkapital abgedeckt war.

Doch dabei handele es sich lediglich um ein bilanztechnisches Defizit.

"Wahre Werte nicht berücksichtigt"

"Bei diesen Zahlen sind die wahren Werte des Vereins nicht berücksichtigt", meinte Schnusenberg.

Allein der Wert der Catering-Gesellschaft, der Rechteverwertung und der Holding belaufe sich laut Gutachten auf 80 Millionen Euro.

Bordon hätte Verständnis für Neuer-Verkauf

Angesichts der Schalker Finanzkrise hat sich auch Marcelo Bordon zu Wort gemeldet. Der Abwehrchef hätte Verständnis für einen Verkauf von Torhüter Manuel Neuer.

"Für die Fans wäre es sehr schlimm. Aber man muss sehen, was für den Verein wichtig ist: Das Finanzielle spielt auch eine Rolle", sagte Bordon im Interview mit der "Sport Bild".

"Vielleicht wäre es deswegen besser für Schalke, wenn Manu geht - weil man für ihn richtig viel Geld bekommen kann."

Magath will Keeper halten

Zuletzt hatte Rekordmeister Bayern München großes Interesse an einer Verpflichtung des U-21-Europameisters gezeigt.

Trainer Felix Magath hatte zuletzt aber immer wieder erklärt, dass es keine Absicht gebe, Neuer abzugeben.

Schalke ist derzeit mit mindestens 136,5 Millionen Euro verschuldet.

Hohe Verbindlichkeiten

Zudem sollen die Königsblauen in einem Geflecht von Tochterunternehmen mehr als 100 Millionen Euro zusätzliche Verbindlichkeiten verstecken.

Außerdem soll der laufende Etat eine Unterdeckung von 20 bis 30 Millionen Euro aufweisen. Daher muss der Klub das Nachlizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) durchlaufen.

Für ein wenig Hoffnung sorgt die bevorstehende Beteiligung der Städtische Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) mit einem Volumen von 25,5 Millionen Euro an der Stadiongesellschaft.

Der Rat der Stadt Gelsenkirchen will darüber in seiner Sitzung am Donnerstag entscheiden.

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