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Miroslav Klose gewann 2008 mit dem FC Bayern das Double © getty

Kloses Zwillingssöhne haben sich mit dem Virus infiziert. Die Bayern testen am Freitag gegen die U 21 der Niederlande.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Beim Testspiel des FC Bayern am Freitag gegen die U 21 der Niederlande ist Miroslav Klose nicht einmal Zuschauer.

Der Stürmer steht mit seiner gesamten Familie wegen der Schweinegrippe bis auf weiteres unter Quarantäne.

Nachdem sich seine beiden Söhne Luan und Noah mit dem Virus infiziert hatten, war der Angreifer am Dienstag auch nicht ins Trainingslager der Nationalmannschaft nach Bonn gereist.

Klose ist selbst nicht infiziert, kann aber wegen der Isolierung zunächst nicht an Trainingseinheiten teilnehmen.

Seine für Sonntag vorgesehene Anreise zur DFB-Auswahl für das Spiel gegen die Elfenbeinküste am nächsten Mittwoch (20.15 Uhr LIVE) in Gelsenkirchen ist nach Angaben von Bayern München noch nicht gesichert.

Schlechte Erinnerungen

Die Bayern erinnern sich derweil nur sehr ungern an das letzte Testspiel in einer Länderspiel-Pause: Die Münchner blamierten sich Mitte Oktober im strömenden Regen mit 0:1 gegen Jahn Regensburg.

Dabei war gegen den Drittligisten ein Erfolgserlebnis eingeplant.

Spielpraxis okay. Doch wenn die Münchner am Freitag (14 Uhr) gegen die niederländische U-21-Nationalmannschaft antreten, wünscht sich das Team auch einen Sieg.

Ein Sieg als Nervennahrung nach der Unruhe der vergangenen Wochen.

Probelauf für die zweite Reihe

Doch vor allem soll die Partie dazu dienen, den Profis Einsatzzeiten zu geben, die aktuell nur selten spielen.

"Wenn die Spieler motiviert sind und ihr Niveau verbessern wollen, kann es eine gute Woche werden", meinte van Gaal.

Im Moment trainieren die Münchner mit einer kleinen Besetzung, darunter Luca Toni und Hamit Altintop, die übrigen Spieler sind zu den Nationalmannschaften abgestellt.

Zum Testspiel wird daher die Mannschaft mit Talenten aus dem Drittliga-Team verstärkt.

FCB-Bosse mit Plan in der Hinterhand

Indessen haben sich die Bayern auch inhaltlich mit der Kritik von Philipp Lahm auseinandergesetzt.

Laut "kicker" teilten die Bayern-Bosse dem Nationalspieler in dem zweistündigen Gespräch am Montag mit, dass sich der Klub im Sommer durchaus um einen Rechtsverteidiger bemüht habe.

Allerdings sei es nicht möglich gewesen, Jose Bosingwa vom FC Chelsea loszueisen. Mit dem Schalker Rafinha waren die Münchner indes auf dem Weg der Einigung, doch Louis van Gaal wollte den Brasilianer letztlich nicht.

4-3-3 ist nicht unumstößlich

Zudem wehrten sich die Bayern gegen Lahms Kritik, dass mit dem Einkauf von Arjen Robben der Klub automatisch vom 4-4-2 zum 4-3-3-System gewechselt sei.

Stattdessen sei geplant gewesen, weiter im 4-4-2 zu spielen ? mit Robben auf der rechten Seite und Franck Ribery links.

Uli Hoeneß sagte dazu in der "Welt": "Es war besprochen, dass wir mit Robben trotzdem vornehmlich aber nicht ausschließlich 4-4-2 spielen."

Und fügte an: "Es wäre ja geradezu Wahnsinn, Robben zu kaufen, ohne zu berücksichtigen, dass wir vier Stürmer haben und damit drei Stürmer ein Problem, wenn wir 4-3-3 spielen."

Hoeneß greift Barca an

Zudem ging Hoeneß gegenüber der "Zeit" auf die Frage nach einer Spielphilosophie beim FC Bayern ein. Dabei attackierte er auch Klubs, die über Jahre hinweg eine solche Leitlinie entwickelt haben.

"400 Millionen Euro Schulden: super Philosophie", grantelte er beispielsweise in Richtung FC Barcelona.

Matthäus: "Van Gaal hatte keine Antwort"

Bisher hat Trainer Louis van Gaal allerdings noch immer nicht das richtige System für die Bayern gefunden.

Und nach Lahms Kritik und Tonis Flucht aus der Arena ist die Unruhe in der Mannschaft nun auch öffentlich bestens dokumentiert.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geht den Niederländer deshalb in der "Sport-Bild" hart an:

"Louis van Gaal hat es noch nicht geschafft, die zwischenmenschlichen Probleme zu lösen. Auch auf die Frage, wie die Talfahrt zu stoppen sei, hatte er keine Antwort."

"FC Bayern ist nicht Alkmaar"

Und Matthäus schickt noch eine weitere Spitze gegen van Gaal ab: "Der FC Bayern ist nicht Alkmaar. Dort ist er vergangene Saison holländischer Meister geworden."

Die Heimpartie gegen Bayer Leverkusen verdrängt derweil beim FCB schon jetzt alle anderen Diskussionspunkte.

Bei einem Sieg des starken Tabellenführers würde Leverkusen bereits auf neun Punkte in der Tabelle davonziehen.

Nicht nur Manager Uli Hoeneß setzt nun den Trainer unter Druck.

"Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen einen Befreiungsschlag erringen", erklärte Karl-Heinz Rummenigge. Das Spiel gegen Bayer hat daher laut Bayern-Vorstandschef "eine unglaubliche Bedeutung".

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