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Luca Toni absolvierte in dieser Saison zehn Pflichtspiele für den FCB © imago

Der Bayern-Angreifer offenbart, wie es ihm wirklich geht mit Trainer Louis van Gaal. Arjen Robben ist erneut angeschlagen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Luca Toni grinste kurz, dann drückte er am Donnerstagabend die Sportpistole ab. Es war der Startschuss des Münchner Sechstagerennen.

Über Fußball und vor allem "seinen" FC Bayern wollte der Italiener nicht sprechen. Per favore.

Und außerdem: Der Torjäger hatte jüngst schon deutlich genug seine Meinung zum Thema gesagt. Zuerst mit seiner Flucht aus dem Stadion in der Halbzeit des Schalke-Spiels und jetzt auf seiner Homepage.

Der 32-Jährige entschuldigt sich zwar für seinen Aussetzer, richtet sein "Scusi" aber nur an die Teamkameraden, Verein und die Fans. Kein Wörtchen von Trainer Louis van Gaal.

"Vier lange Monate voller Entbehrungen"

Toni schreibt: "Ich möchte die Entschuldigung (?) für mein impulsives falsches Verhalten am vergangenen Samstag bekräftigen, das zuvor noch nie in meiner professionellen Karriere an den Tag getreten ist, bedingt jedoch durch die Zermürbung von vier langen Monaten voller Entbehrungen und Unverständnis mit dem aktuellen Trainer."

Im dunklen Jackett und elegant violetten Schal hat sich Toni beim Sechstage-Rennen präsentiert.

Und der FCB-Angreifer ließ reichlich sein charmantes Lächeln aufblitzen. Ganz anders als beim Training der Roten am Donnerstag.

Anspannung im Training

Ziemlich angespannt hörte er da den Anweisungen von van Gaal zu. Auch sein Einsatz im Trainingsspielchen war schon einmal größer.

Das Thema Männerfreundschaft dürfte zwischen Luca Toni und dem strengen Coach aus den Niederlanden ohnehin durch sein.

Und das nicht erst seit der Episode vom Samstag. Bereits zuvor rumorte es heftig zwischen den beiden, da van Gaal den Stürmer nach dessen Verletzung lange Zeit nicht einmal auf die Bayern-Bank nahm. Welch Ohrfeige für den stolzen Weltmeister.

Van Gaal gab ihm nur Tribünenplatz

Dabei beteuerte Toni immer wieder: "Ich bin fit". Doch van Gaal ließ den Bundesliga-Torschützenkönig von 2008 unbeirrt aus dem Kader, stattdessen musste Toni in zwei Partien mit der Drittliga-Mannschaft Spielpraxis sammeln.

Van Gaal blieb bei seiner Linie. Er entscheide, wann ein Spieler einsatzfähig ist. Punkt.

Erst gegen Freiburg durfte Toni Mitte Oktober in der Bundesliga wieder für den Rekordmeister rackern.

Beckenbauer: Tonis Einsatz stimmt

Getroffen hat Toni seitdem nicht in der Liga, lediglich ein Treffer im DFB-Pokal gelang ihm.

Am Donnerstag langte der Stürmer dann auch beim 2:0 (0:0)-Testspiel-Sieg gegen die niederländische U-21-Auswahl zum Endstand hin (erstes Tor durch Hamit Altintop).

Immerhin halten ihm die Bayern-Granden wie Franz Beckenbauer zugute, dass der Italiener mit unheimlich viel Leidenschaft seinem Job vorm Tor nachgeht. Aufgegeben hat sich Toni keinesfalls, die offene Kritik an van Gaal ("Unverständnis") dürfte ihm jedoch schaden.

Dabei sehnen sich die Bayern um nichts anders als Ruhe und Konzentration vorm Leverkusen-Spiel (22. November).

Unruhe wächst

Doch der Streit zwischen Philipp Lahm und Uli Hoeneß schwelt trotz des öffentlichen Friedenschlusses weiter. Der FCB-Manager moserte in der "Zeit":

"Lahm liegt zu 90 Prozent falsch, und jetzt sage ich Ihnen, wer dahintersteckt: Roman Grill, sein Berater, der ja auch mal hier gearbeitet hat, will seinen Mandanten positionieren - als Kapitän, als Führungsfigur."

Die Krise der auf Platz acht in der Bundesliga zurückgefallenen Bayern spitzt sich auch sportlich zu. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Robben verletzt

Zu allem Überdruss klagt nun Flügelflitzer Arjen Robben erneut über Knieprobleme.

Er wird daher der niederländischen Nationalmannschaft in den Länderspielen in Italien am Samstag und gegen Paraguay am Mittwoch fehlen. Das gab Bondscoach Bert van Marwijk am Donnerstag in Noordwijk bekannt.

Robben, der sich am 2. Oktober einem Eingriff am rechten Knie unterzogen hatte, reiste bereits aus dem Oranje-Quartier ab. Wie lange Robben pausieren muss, ist aktuell noch unklar.

Baumjohann wird kein "Löwe"

Weniger Kopfzerbrechen bereitet den Bayern dagegen die Situation von Ersatzspieler Alexander Baumjohann.

1860 München wollte den Mittelfeldmann, der beim Lokalrivalen nicht zum Zug kommt, laut "Bild" ausleihen.

Doch Sportdirektor Miki Stevic handelte sich eine Absage ein. "Ich habe bei seinem Berater Jürgen Milewski angefragt. Aber sie haben leider andere Pläne."

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