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Ze Roberto bestritt 84 Länderspiele für Brasiliens Nationalmannschaft © getty

Der HSV wird von einer Serie von Verletzungen heimgesucht. Doch auch der Ausfall von Ze Roberto kann die Hanseaten nicht schocken.

Von Thorsten Mesch

München - Nach den nicht abreißen wollenden Verletzten-Meldungen kann Bruno Labbadia in diesen Tagen wieder etwas aufatmen.

"Wir haben gut gearbeitet. Es ist schon ungewohnt, dass wir tatsächlich mal ein bisschen Zeit haben", sagt der Trainer des Hamburger SV in Bezug auf die Länderspielpause.

Bis zum Montagnachmittag haben die Spieler, die nicht bei ihren Nationalmannschaften sind, trainingsfrei, dann beginnt die Vorbereitung auf das Spiel gegen Bochum.

Gegen den VfL fehlen wird Ze Roberto. Der hatte sich am vergangenen Sonntag beim 2:2 in Hannover einen Bänderanriss im rechten Sprunggelenk zugezogen.

In München wird sich der Brasilianer bis kommenden Mittwoch (dann soll der Gips abkommen) weiter behandeln lassen und im Kreis der Familie etwas vom Stress der letzten Wochen erholen können.

Seeler hadert: "Schwerer Verlust"

"Sobald wir das Okay von den Ärzten haben, wird Ze Roberto wieder ins Training einsteigen. Solange muss er sich so fit halten" meint Labbadia über seinen Mittelfeld-Routinier.

"Das ist natürlich bitter jetzt für uns und ein schwerer Verlust", sagt HSV-Legende Uwe Seeler zu Sport1.de.

Wer Ze Robertos Position im Mittelfeld ausfüllen wird, lässt Labbadia noch offen.

"Wir müssen schauen, wer wie von den Länderspielen wiederkommt. Eher können wir noch keine Entscheidung fällen. Wir haben ja noch etwas Zeit", bleibt der Coach gelassen.

Lange Verletztenliste

Robert Tesche und Mickael Tavares gehören zu den Spielern, die sich Hoffnungen machen, den Brasilianer zu ersetzen.

"Ich will spielen, und als Team können wir auch diesen Ausfall kompensieren. Das haben wir in der Vergangenheit gezeigt", meint Tesche.

Bitter: Vor Ze Robertos Verletzung hatte der HSV schon auf Paolo Guerrero, Mladen Petric, Alex Silva, Collin Benjamin, Bastian Reinhardt und Romeo Castelen verzichten müssen und steht dennoch in der Liga auf Platz drei.

Tesche als Ze-Ersatz

"Es ist eine Situation, die wir in den letzten Wochen immer wieder hatten", sagt Labbadia.

Und weiter: "Für uns heißt es nun, noch enger zusammenzurücken. Den Mut, Anspruch und die Einstellung, Spiele zu gewinnen, werden wir nicht abgeben."

Von Tesche als möglichem Ze-Ersatz will der Coach zunächst noch mehr Präsenz sehen. "Damit Robert in der Startelf gegen Bochum dabei sein wird, "muss er noch dominanter auf dem Feld werden", gibt der Trainer dem ehemaligen Bielefelder als Hausaufgabe mit.

Aogo fordert Reaktion

Auch Tomas Rincon, Guy Demel und Dennis Aogo könnten neben Kapitän David Jarolim vor der Abwehr spielen.

"Ich stehe zur Verfügung", sagt Aogo, der von sich und seinen Teamkollegen eine "Trotzreaktion" fordert.

"Jammern nützt jetzt nichts, es geht weiter, und das müssen sie irgendwie kompensieren, auch wenn es schwer ist", weiß auch Seeler: "Es geht alles, jetzt kann man nur nach vorne schauen und angreifen."

Jarolim spricht trotzdem von Titeln

Jarolim sagt: "Ich habe überhaupt keine Angst. Für mich spricht weiterhin nichts dagegen, dass wir am Ende einen Titel holen können."

Und Seeler ist "zuversichtlich, wie die Saison bisher gelaufen ist. Die machen sehr gut mit, das wird schon."

Dass es beim HSV trotz der Verletztenmisere vorwärts geht, zeigt auch das Beispiel Alex Silva.

Der Brasilianer, der lange durch seinen in der Vorbereitung zugezogenen Kreuzbandriss außer Gefecht war, trainierte in dieser Woche zwar hauptsächlich noch im athletischen und koordinativen Bereich. Aber schon kommende Woche soll der Verteidiger wieder mit dem Ball arbeiten.

Benjamin verlängert Vertrag

"Man muss abwarten, wie schnell seine weitere Entwicklung voranschreitet", sagt Labbadia.

Ein positives Zeichen kommt auch von Collin Benjamin.

Der dienstälteste HSV-Profi, der sich im September beim Länderspiel das Kreuzband gerissen hatte, wird in den nächsten Tagen seinen Vertrag beim HSV um ein Jahr verlängern.

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