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Mark van Bommel erzielte für Bayern bislang in 90 Bundesligaspielen zehn Tore © imago

Bayern-Kapitän Mark van Bommel hält eine Trennung vom Trainer noch 2009 für möglich. Altintop rät Neuer zum Wechsel.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

München - Mark van Bommel weilt bei der niederländischen Nationalmannschaft, die am Mittwochabend in Heerenveen zum Test gegen Paraguay antritt.

Doch seine Gedanken kreisen auch im heimischen Umfeld um die Situation beim FC Bayern.

"Ich sehe einen Fortschritt", sagte er auf der Homepage der niederländischen Nationalmannschaft.

"Wir spielen jetzt eigentlich wie es die niederländische Nationalmannschaft auch tut. Nur erreichen wir mit der Elftal ab und zu eine Topform, die wir bei Bayern noch nicht haben. Wir sind noch nicht so weit."

"Verliert Bayern, geht die Welt zugrunde"

Alles werde an den Resultaten gemessen, und die seien "noch nicht so wie man es erwarten mag".

"Wir schießen einfach zu wenig Tore", beklagt der FCB-Kapitän.

"Wenn Bayern unentschieden spielt, ist es eine Katastrophe. Verliert Bayern, geht beinahe die Welt zugrunde."

Der kommende Heimauftritt gegen Tabellenführer Leverkusen, weiß van Bommel, wird die weitere Saison des Rekordmeisters daher wesentlich beeinflussen:

"Wenn wir gewinnen, wovon ich ausgehe, dann haben wir nur noch drei Punkte Rückstand auf Platz eins. Alles steht und fällt mit diesem Ergebnis."

Bei Bayern ist alles möglich

Bleibt die Punktausbeute allerdings auch in den nächsten Wochen überschaubar, hält van Bommel eine vorzeitige Trennung von Trainer Louis van Gaal nicht für ausgeschlossen.

"Das kann sein. Bei diesem Verein ist das möglich. Bei Bayern bekommst du einfach keine Zeit, auch wenn du van Gaal heißt."

Allerdings gibt es durchaus auch Zeichen für eine Entspannung der zuletzt turbulenten Lage beim Rekordmeister.

Denn nach dem Interview von Philipp Lahm und der Trainer-Kritik von Luca Toni beginnt beim FC Bayern offenbar die Charmeoffensive.

Altintop schließt Wechsel aus

Und die trägt das frisch rasierte Gesicht von Hamit Altintop.

Noch vor weniger als einem Monat hatte Altintop Unverständnis über seine Reservistenrolle unter Coach Louis van Gaal geäußert - ein Abschied schon im Winter schien programmiert. Nun klingt das auf einmal ganz anders. "Ein Winter-Wechsel ist ausgeschlossen", sagte Altintop im Interview mit der "Bild".

Und der ehemalige Schalker geht in der "tz" sogar noch einen Schritt weiter. "Ich fühle mich hier wohl. Wir müssen etwas aufbauen, das stabil ist", sagte er.

Keine Gedanken an andere Klubs

Mit anderen Vereinen habe es bislang keinerlei Verhandlungen gegeben, erklärte Altintop, der bei türkischen Spitzenvereinen wie Daum-Klub Fenerbahce Istanbul hoch im Kurs stehen soll. Seinen Wechsel zu den Bayern habe er nie bereut:

"Momentan habe ich absolut keine Gedanken, irgendwo anders zu spielen."

Lob für van Gaal

Nach all den Erinnerungen an den "FC Hollywood" in den vergangenen Tagen werden solch brave Aussagen Balsam für die frischen Wunden der Bayern-Verantwortlichen sein. 174775(DIASHOW: FC Hollywood, die Zweite!)

Denn Altintop, vom dunklen Vollbart der letzten Wochen befreit, setzte trotz seiner Reservistenrolle unter van Gaal sogar noch zur Lobpreisung des Trainers an.

"Ich bin froh, dass wir einen Trainer haben, der direkt ist. Er meint das ja nicht persönlich", sagte Altintop im Hinblick auf die von Philipp Lahm öffentlich beschriebene Art des Niederländers, Spieler vor den Kollegen zu kritisieren.

Entscheidung im kommenden Frühjahr

Zwar gesteht Altintop ein, dass es schon Trainer gegeben habe, bei denen er regelmäßiger gespielt habe. Zudem sehe er sich nicht als Ergänzungsspieler sehe, aber: "Meine Situation ist nicht aussichtslos."

Zudem sei es zum großen Teil seine eigene Schuld, dass er nicht spiele.

Über seiner Zukunft will sich Altintop erst im März oder April Gedanken machen. "Jetzt über den Vertrag zu reden, wäre respektlos."

Altintop: Würde Neuer zu Wechsel raten

Über die Zukunft eines ehemaligen Mannschaftskameraden machte er sich derweil aber sehr wohl Gedanken.

Dem von den Bayern begehrten Schalker Torwart Manuel Neuer würde er raten, zum Rekordmeister zu wechseln, sagte Altintop der "tz":

"Das wäre der nächste Schritt."

Kein Interesse an Sissoko

Ein anderer Name, der bei den Bayern zuletzt kursierte, kann dagegen wohl von den Gerüchtelisten gestrichen werden: Moussa Sissoko vom FC Toulouse.

"Wir haben Sissoko weder beobachtet, noch sind wir an ihm interessiert", sagte FCB-Sportdirektor Christian Nerliner der "Sport Bild". Er sehe im Mittelfeld keinen Handlungsbedarf, stellte Nerlinger klar:

"Wir warten gerade im Mittelfeld auf die Rückkehr von Ribery und Robben. Wenn sie wieder spielen können, wird sich die Mannschaft ganz anders darstellen."

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