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Andreas Bergmann ist seit August Trainer von Hannover 96 © getty

Nach dem Tod von Robert Enke bereitet sich 96 auf die Partie gegen Schalke vor. Trainer Bergmann sieht sein Team "gefestigt".

München - Zurück zur Normalität. Was für die anderen Bundesliga-Klubs nach der Länderspielpause Routine ist, wird für die Profis von Hannover 96 ein Kraftakt.

Nach dem Selbstmord von Robert Enke müssen die Niedersachsen am Samstag auf Schalke (ab 15 Uhr LIVE) antreten.

Trainer Andreas Bergmann stellt das Team bereits auf die Situation ein.

"Schalke wird uns nichts schenken und nicht behutsam mit uns umgehen", machte er vor der Partie seinen Spielern klar.

"Mannschaft wird gute Leistung abrufen"

Und Bergmann fügte hinzu: "Die Mannschaft macht einen sehr gefestigten Eindruck und ich glaube, dass sie auf Schalke eine gute Leistung abrufen wird."

"Natürlich wird Robert in unseren Gedanken bleiben, aber wir müssen damit klarkommen, dass er nicht mehr da ist."

Für Sportdirektor Jörg Schmadtke ist das Spiel ein wichtiger Schritt zurück in den Alltag.

"Die Mannschaft hat darum gebeten, zu spielen. Deshalb ist es der richtige Wege, auf Schalke anzutreten", sagte er.

Zwischen Konzentration und Trauer

Seit Montag bemühen sich die Niedersachsen wieder um eine Art geregelten Trainingsbetrieb. Dies gelingt in manchen Phasen mehr, in anderen wieder weniger.

Es scheint ein permanenter Kampf zwischen Trauer und Konzentration. Sportlich war Enke Führungsspieler und Leistungsträger, menschlich Herz und Seele des Vereins.

174538(DIASHOW: Die Trauerfeier für Robert Enke)

"An Robert hat sich die Mannschaft immer orientiert und aufgerichtet", sagt Klubchef Martin Kind:

"Er war unser bundesweites Aushängeschild."

"Spielbetrieb wartet nicht auf uns"

Nun wieder von Toren, Punkten und Tabellenplätzen zu reden, fällt nicht leicht.

"Fußball beinhaltet viel Spaß und Emotionen. Es ist schwierig, das jetzt zuzulassen", meint Abwehrchef Christian Schulz und betonte, er könne sich einen Torjubel auf Schalke "nur schwer vorstellen."

Doch auch der Innenverteidiger weiß, dass es weitergehen muss - irgendwie: "Der Bundesliga-Spielbetrieb wartet nicht auf uns."

Der Verein hat den Profis einen Seelsorger zur Seite gestellt, aber auch die Profis selbst sind sich untereinander große Stützen.

"Wir werden nur gemeinsam durch diese harte Zeit kommen. Da achtet jeder noch ein bisschen genauer auf den anderen", berichtet Schulz.

Ein Gedenk-Trikot für Robert Enke

Außenverteidiger Steven Cherundolo hatte die Idee, Enke im Spiel auf Schalke mit einem besonderen Trikot zu gedenken.

Im Brustbereich der Hemden wird eine kleine, schwarzumrandete "1" zu sehen sein.

"Diese Aktion war den Spielern sehr wichtig. Es ist gut, eine Form gefunden zu haben, die eine starke Symbolik hat und die Gedanken der Mannschaft nach außen trägt", meinte Schmadtke.

Auch Bergmann lobte den Umgang des Teams mit der schwierigen Situation: "Es ist ein sehr, sehr guter Geist in der Mannschaft. Robert wird durch seine Professionalität und Einstellung immer als Vorbild präsent sein."

Dennoch bleibt der Platz neben Hanno Balitsch im Mannschaftsbus leer, die Platzwahl übernimmt der neue Kapitän Arnold Bruggink, und im Tor steht Florian Fromlowitz.

Alles ist anders und wird auch so bleiben.

"Robert wird immer in meinem Herzen sein, und ich weiß, dass er von oben zuschaut", sagt Fromlowitz.

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