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Gonzalo Castro spielte bis Juni 2006 in der zweiten Mannschaft von Leverkusen © getty

Bei Sport1.de spricht Bayer Leverkusens Gonzalo Castro über das Spiel gegen den FC Bayern und die Saisonziele der Werkself.

Aus Leverkusen berichtet Thorsten Mesch

Leverkusen - Als einziger Bundesligist ist Bayer Leverkusen immer noch ungeschlagen.

Doch mit dem Spiel bei Bayern München (So., ab 15 Uhr LIVE) wartet nun ein echter Härtetest auf dien Spitzenreiter.

Die Münchner sind zwar angeschlagen, aber dennoch der Angstgegner der Bayer-Elf schlechthin.

Die letzten neun Duelle gewann allesamt der Rekordmeister.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch der Höhenflug hat der Werkself Selbstbewusstsein verliehen.

Entsprechend forsch verkündet Bayer-Verteidiger Gonzalo Castro vor dem Spiel: "Wir fahren nach München um zu gewinnen."

Im Interview mit Sport1.de spricht Castro außerdem über Rückkehrer Jupp Heynckes, die aktuelle Schwächephase der Bayern und Leverkusens Saisonziele.

Sport1.de: Leverkusen steht auf Platz eins, spielt guten Fußball in einem schönen neuen Stadion. Wie sehen Sie als der dienstälteste Bayer-Profi die Entwicklung?

Gonzalo Castro: Wir sind alle froh, dass wir das nach der schwierigen vergangenen Saison, als wir auf einer Baustelle und in Düsseldorf gespielt haben, so gut hinbekommen haben. Im Moment passt alles zusammen.

Sport1.de: Bayer stand in der Hinrunde oft sehr gut da, in den vergangenen beiden Spielzeiten wurde aber am Ende doch das internationale Geschäft verpasst. Warum wird das dieses Mal nicht passieren?

Castro: Die Mannschaft wurde mit sehr jungen Spielern zusammengestellt. Man merkt, dass nun jeder erfahrener ist, manche spielen international mit ihren Nationalmannschaften. Deshalb glaube ich, dass es dieses Mal nicht so einen Absturz geben wird wie in den vergangenen Jahren.

Sport1.de: Wie lautet nun die Marschroute in München?

Castro: Wir fahren nach München um zu gewinnen und wollen alles dafür geben, damit wir die Niederlagen in den letzten Jahren vergessen lassen.

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Sport1.de: Für Jupp Heynckes ist es die Rückkehr an seine alte Arbeitsstätte. Welchen Anteil hat der Trainer am Erfolg?

Castro: Er hat schon alles mitgemacht und große Titel gewonnen. Man merkt man, dass man einen alten Hasen vor sich hat, der 30 Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat. Er gibt jedem das Vertrauen, das er braucht, um konstant gute Spiele abzuliefern.

Sport1.de: Können Sie davon profitieren, dass Jupp Heynckes erst vor kurzem die Bayern trainiert hat?

Castro: Er kennt die meisten ihrer Spieler, aber wir müssen auf uns schauen. Wir sind Erster, und das nicht ohne Grund. Wir fahren mit breiter Brust nach München und wenn wir unser Spiel durchbringen, wird es sehr, sehr schwer für Bayern.

Sport1.de: Sind die Bayern so schwach wie selten?

Castro: Wenn alle fit sind, haben sie die beste Mannschaft der Liga. Wir gehen sehr realistisch mit der Sache um. Sie stecken in einer kleinen Formkrise, das wissen wir. 174775(DIASHOW: FC Hollywood, die Zweite!).

Sport1.de: In München werden Sie wahrscheinlich gegen Arjen Robben spielen. Was halten Sie von ihm?

Castro: Ich freue mich auf jede Aufgabe. Ich muss keine Angst haben, denn ich habe schon gegen einige bessere Spieler gespielt.

Sport1.de: Wen meinen Sie?

Castro: Letzte Saison habe ich rechts gegen Ribery gespielt. Der ist noch eine Klasse besser - wenn er fit ist.

Sport1.de: Sie spielen seit seiner Ankunft plötzlich wieder groß auf - und das sogar auf der "falschen" Position.

Castro: Eigentlich sehe ich mich als Sechser, aber ich will der Mannschaft helfen. Ich habe etwas gebraucht, um mich von der rechten auf die linke Abwehrseite umzustellen, aber zuletzt ist es mir sehr gut gelungen. Das ist auch eine Leistung des Trainers: Er kann die Spieler kitzeln und weiß, wie er jeden anpacken muss. Er baut auf den Stärken auf und lässt seine Schwächen vergessen.

Sport1.de: Sehen Sie sich selber als Führungsspieler?

Castro: Ich bin einer von mehreren. Ich finde, jeder sollte sich in der Pflicht fühlen. Ich bin zwar erst 22, aber dennoch der dienstälteste Spieler.

Sport1.de: Stefan Kießling hat zum ersten Mal in der DFB-Startelf gestanden. Freuen Sie sich für ihn, oder ärgern Sie sich auch, weil Sie nicht mehr dabei sind?

Castro: Ich freue mich für den Kieß, weil er es sich wirklich verdient hat. Er spielt seine bisher beste Saison bei uns und ist sehr effektiv. Ich war vor zwei Jahren schon mal dran, aber ich versuche mein Bestes zu geben, um wieder dabei zu sein und für die WM nominiert zu werden.

Sport1.de: In der vergangenen Saison war die erste Elf konkurrenzfähig, aber es fehlte an Tiefe im Kader. Jetzt sind Leistungsträger wie Simon Rolfes, Renato Augusto oder Patrick Helmes verletzt, und Bayer steht dennoch auf Platz eins. Ist das auch Ausdruck des Reifeprozesses?

Castro: Wir sind älter geworden, aber wir haben auch junge Spieler dazubekommen wie Lars Bender oder Stefan Reinartz. Toni Kroos war vergangenes Jahr schon da, aber man sieht ja, wie er jetzt aufblüht. Das sind Spieler, die immer Gas geben wollen. Wenn alle gesund zurückkommen, wird der Konkurrenzkampf noch größer, und das kann der Mannschaft nur gut tun.

Sport1.de: Also spielt Bayer um die Meisterschaft mit?

Castro: Ich will nach 13 Spieltagen nicht vom Titel sprechen. Wir sind nur drei Punkte vor dem Zweiten und man kann schnell durchgereicht werden. Wir müssen uns oben festsetzen und nächstes Jahr genauso starten wie in der Hinrunde.

Sport1.de: Was kann Leverkusen erreichen?

Castro: Unser Ziel ist das internationale Geschäft. Diese großen Spiele fehlen uns und den Fans.

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