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Louis van Gaal begann seine Trainerkarriere 1986 als Assistent in Alkmaar © imago

Trainer Louis van Gaal schätzt seine Lage beim FC Bayern realistisch ein. Gegen Leverkusen setzt er wohl auf einen Rebellen.

Vom FC Bayern berichtet Martin van de Flierdt

München - Louis van Gaal weiß um seine Situation.

"Ich muss etwas leisten. Denn wenn ich das nicht tue, werde ich entlassen", sagte der Trainer von Bayern München vorm Topspiel gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen (So., ab 15 Uhr LIVE).

"Der Klub braucht Erfolge, aber auch der Trainer und die Spieler. Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir müssen gewinnen." Dass der Rekordmeister gegenwärtig auf Platz acht stehe, sei "nicht normal". (DATENCENTER: Bundesliga)

Die jüngste Kritik von Manager Uli Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer wollte der Niederländer am Freitagmittag zunächst nicht kommentieren. Tat es dann aber doch.

"Der Vorstand sucht immer Fehler bei der Mannschaft, dem Trainer und sich selbst. Genau das mache ich auch jeden Tag", meinte er.

"Ich weiß alles, was der Vorstand denkt. Ich weiß, wie seine Mitglieder denken und fühlen. Wir sind immer ehrlich, direkt und sachlich. Diese Art von Kommunikation bleibt immer intern."

Kritik perlt ab

Dass sich Hoeneß und Beckenbauer nun aber doch öffentlich über ihn geäußert haben, ließ der 58-Jährige an sich abperlen: "Das ist nicht meine Verantwortlichkeit."174775(DIASHOW: FC Hollywood, die Zweite!)

Ehrlich ist van Gaal auch beim Thema Luca Toni. Dessen vorzeitiges Verschwinden in der Halbzeit des letzten Ligaspiels gegen Schalke (1:1) ist bei dem Trainer ebenso schlecht gut angekommen wie die Kritik an ihm auf seiner persönlichen Homepage.

"Wenn ein Spieler so etwas sagt, ist es schwierig", sagte van Gaal zu seinem Verhältnis zu Toni.

Dennoch stellte er dem Rebellen einen Einsatz am Sonntag in Aussicht: "Er hat sehr gut trainiert."

Robben wohl nicht im Kader

Gegen Leverkusen wohl nicht dabei sein wird dagegen Arjen Robben.

"Er wird sicher nicht anfangen. Ich denke auch nicht, dass es für eine Aufnahme in den Kader reicht", äußerte van Gaal über seinen Landsmann, dem die Nachwirkungen einer Knieoperation zu schaffen machen.

"Er hat wieder einen Rückschlag erlitten. Einen weiteren wollen wir nicht provozieren. Das ist auch in seinem Sinne."

Ob Danijel Pranjic, Edson Braafheid, Andreas Görlitz, Michael Rensing und Miroslav Klose nach ihren Erkältungen zur Verfügung stehen werden, ist noch offen. Dennoch ist van Gaal für den Sonntag optimistisch:

Tradition als Pluspunkt

"Tradition zählt immer etwas im Weltfußball. Und wenn es Tradition ist, dass Bayern gegen Leverkusen immer gewinnt, dann ist das ein Vorteil." Bayers bis dato letzter Erfolg in München datiert vom 21. Oktober 1989.

Garantiert sei ein Bayern-Erfolg daher zwar nicht. Schließlich kenne Leverkusens Coach Jupp Heynckes die Münchner Spieler bestens.

"Aber er weiß nicht, wie ich arbeite", setzte van Gaal dem entgegen. Seinen Job an der Isar will der Niederländer auch über den Sonntag hinaus ausüben. "Wenn wir gewinnen", weiß er, "bekomme ich Zeit."

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